Ein lan­ger Weg

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Wirtschaft - Von Bri­git­te Schol­tes ak­tu­el­les@noz.de

Der Ge­gen­wind beim Ak­tio­närs­tref­fen der Deut­schen Bank dürf­te zwar nicht so kräf­tig sein wie noch in den bei­den Vor­jah­ren. 2015 et­wa wur­de der Vor­stand un­ter Ans­hu Jain und Jür­gen Fit­schen nur knapp ent­las­tet – ei­ne Bla­ma­ge, Jain trat kurz dar­auf zu­rück. Im ver­gan­ge­nen Jahr dann galt die Kri­tik vor al­lem Auf­sichts­rats­chef Paul Achleit­ner we­gen des­sen Kri­sen­ma­nage­ments.

Doch lang­wei­lig wird auch die­se Haupt­ver­samm­lung nicht wer­den. Zu groß ist der Är­ger der Ak­tio­nä­re über die ver­gan­ge­nen schlech­ten Jah­re, dar­über, wie lang­sam man mit den Auf­räum­ar­bei­ten vor­an­ge­kom­men ist, wie vie­le Mil­li­ar­den das ge­kos­tet hat. Das ist ver­lo­re­ne Zeit, in der die Bank sich nicht auf ihr ope­ra­ti­ves Ge­schäft kon­zen­trie­ren konn­te. Wert­vol­le Jah­re, in de­nen die Kon­kur­renz die „Deut­sche“ab­ge­hängt hat.

Die­sen Un­mut wer­den die An­teils­eig­ner am Don­ners­tag deut­lich ma­chen. Es kann un­ge­müt­lich wer­den bei der Abrech­nung der Ak­tio­nä­re mit ih­rem Ma­nage­ment: Das darf näm­lich nie ver­ges­sen, dass die die Ei­gen­tü­mer der Bank sind. Selbst­be­die­nungs­men­ta­li­tät ge­ra­de bei den Bo­ni, aber auch beim Sys­tem der Ver­gü­tung ins­ge­samt wer­den sie kaum noch durch­ge­hen las­sen. Es wird wohl noch ein lan­ger Weg, bis das einst so stol­ze Bank­haus wie­der selbst­be­wusst vor sei­ne Ak­tio­nä­re tre­ten kann.

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