Dop­pel­mo­ra­lis­ten und Heuch­ler

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Dialog -

Zum Le­ser­brief von Su­san­ne Ot­to „Was denkt denn Herr Ho­en­eß?“(Aus­ga­be vom 12. Mai) mit Be­zug auf die Äu­ße­run­gen von Uli Ho­en­eß zu sei­ner Ver­ur­tei­lung we­gen Steu­er­hin­ter­zie­hung (Aus­ga­be vom 11. Mai).

„Uli Ho­en­eß hat Steu­ern hin­ter­zo­gen, kei­ne Fra­ge! Er hat aber al­le Schul­den be­gli­chen und ei­ne enor­me Stra­fe be­zahlt. Er hat auch si­cher­lich manch un­ge­schick­te Aus­sa­ge ge­macht. Aber jetzt je­des Wort von ihm auf die Gold­waa­ge zu le­gen und im­mer wie­der an­zu­pran­gern, dass er als ,Vor­be­straf­ter‘ Prä­si­dent und auch Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der von Bay­ern Mün­chen ist, ist schein­hei­lig. Ho­en­eß hat sei­ne Stra­fe ver­büßt. Bas­ta.

Dass er so viel wie kaum ein an­de­rer für so­zia­le Zwe­cke leis­tet, ist ent­we­der nicht be­kannt oder wird ein­fach igno­riert, weil man ei­nen ,Bö­se­wicht‘ aus­ge­macht hat und dar­an fest­hält. Je­der, der bei sei­ner Steu­er­er­klä­rung schum­melt, und wenn er nur bei sei­nem täg­li­chen Ar­beits­weg ei­ni­ge Ki­lo­me­ter zu viel an­gibt, ist ein Steu­er­be­trü­ger. Je­der, der sei­ne Putz­frau oder sei­nen Gärt­ner nicht an­mel­det, ihn ,schwarz‘ be­schäf­tigt, ist ein Steu­er­be­trü­ger, wenn auch nur in klei­nem Rah­men. Al­le die­se Leu­te, die sich hin­stel­len und Ho­en­eß als bö­sen Mann dar­stel­len, sind Dop­pel­mo­ra­lis­ten und Heuch­ler. Man soll­te im­mer an den Satz den­ken: ,Wer oh­ne Schuld ist, der wer­fe den ers­ten St­ein.‘ “Her­mann-Josef Klein Bis­sen­dorf

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