Blau­äu­gi­ger Kauf

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Dialog -

Zum Ar­ti­kel „Bay­er-Ak­tio­nä­re un­eins über Monsan­toKauf“(Aus­ga­be vom 29. April).

„Es ist nicht ver­wun­der­lich, dass die Bay­er-Ak­tio­nä­re den Kauf von Monsan­to kri­tisch se­hen. Die Um­satz­brin­ger des US-Agrar­rie­sen sind we­sent­lich grü­ne Gen­tech­nik und so­ge­nann­te Pflan­zen­schutz­mit­tel (Gly­pho­sat). Aus den Dis­kus­sio­nen in den Me­di­en in der Ver­gan­gen­heit ist be­kannt, dass die­sen bei­den Pro­dukt­li­ni­en er­heb­li­che Pro­ble­me an­haf­ten.

Auf­grund von Tier­ver­su­chen hat sich her­aus­ge­stellt, dass gen­tech­nisch ma­ni­pu­lier­te Pflan­zen Krebs er­zeu­gen kön­nen. Das gif­ti­ge Un­kraut­ver­nich­tungs­mit­tel Gly­pho­sat steht laut WHO eben­falls im Ver­dacht, Krebs zu er­re­gen. Fer­ner kann als si­cher gel­ten, dass durch das Aus­sprü­hen auf den Fel­dern der In­sek­ten­be­stand de­zi­miert und da­durch die Na­tur ins­ge­samt be­ein­träch­tigt wird. Tat­sa­che ist auch, dass Gly­pho­sat nicht nur ab­tö­tet, son­dern auch stark an­ti­bio­tisch wirkt. So stark, dass der Kon­zern Monsan­to ein Pa­tent be­züg­lich der an­ti­bio­ti­schen Wir­kung an­ge­mel­det und im Jah­re 2010 er­teilt be­kom­men hat.

Ein Ver­kaufs­ar­gu­ment auf der Sei­te von Monsan­to könn­te ge­we­sen sein, dass vor­ge­nann­te Ge­fah­ren auch in den USA be­kann­ter wer­den und zu Um­satz­ein­bu­ßen so­wie jen­seits des At­lan­tiks we­sent­lich hö­he­ren Scha­den­er­satz­for­de­run­gen füh­ren könn­ten. In­so­fern ist nicht ver­ständ­lich, wie­so Bay­er sich ei­ni­ger­ma­ßen blau­äu­gig die­ses fau­le Ei ins Nest ge­legt hat.“ Rein­hard Fie­gen­baum Lad­ber­gen

Fo­to: AFP

Un­ver­ständ­lich fin­det un­ser Le­ser die Über­nah­me von Monsan­to durch Bay­er.

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