Re­kord: 800 000 Be­su­cher auf der Mai­wo­che

„Osnabrück-Tag“und die bei­den Sams­ta­ge als Pu­bli­kums­ma­gne­ten – „Fried­lich und hei­ter“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Die Mai­wo­che ver­bucht ei­nen neu­en Be­su­cher­re­kord: Die Osnabrück-Mar­ke­tin­gund Tou­ris­mus GmbH (OMT) teil­te am Sonn­tag mit, dass 800 000 Men­schen auf dem elf­tä­gi­gen Stadt­fest ge­fei­ert ha­ben. Ins­be­son­de­re die Sams­ta­ge und der neue Osnabrück-Tag lock­ten au­ßer­ge­wöhn­lich vie­le Men­schen an.

Von Tho­mas Wüb­ker

OSNABRÜCK. Am 9. Mai fand zum ers­ten Mal der Tag von Os­na­brü­ckern für Os­na­brü­cker statt. Vor al­lem das Ru­del­trom­meln und das Ru­del­sin­gen lock­ten vie­le Men­schen aus der Re­gi­on an. „Die Leu­te woll­ten nicht nur Mu­sik hö­ren, son­dern mit­ma­chen und Spaß ha­ben“, sagt OMTSpre­che­rin Bea­te Krä­mer. Am Osnabrück-Tag spiel­ten aus­schließ­lich hie­si­ge Mu­si­ker auf der Mai­wo­che. Ob­wohl das Wet­ter durch­wach­sen war, sei­en vie­le Men­schen ge­kom­men, so Krä­mer. Sie sagt, dass der Osnabrück-Tag auch im nächs­ten Jahr ins Pro­gramm auf­ge­nom­men wird. Das Stadt­fest fin­det dann in ei­ner XXL-Va­ri­an­te vom 10. bis 21. Mai statt – von Chris­ti Him­mel­fahrt bis Pfingst­mon­tag.

Dass das Wet­ter ab dem ver­gan­ge­nen Mitt­woch kon­ti­nu­ier­lich bes­ser ge­wor­den ist, ha­be da­für ge­sorgt, dass auch die Be­su­cher­zah­len kon­ti­nu­ier­lich ge­stie­gen sind, so Krä­mer. Vor vie­len Büh­nen herrsch­te dich­tes Ge­drän­ge. Man­che Be­su­cher kri­ti­sier­ten je­doch, dass es kein An­ge­bot gab wie in 2016, als al­ter­na­ti­ve Bands auf dem Le­den­hof spiel­ten. Das dor­ti­ge Pro­gramm wur­de von dem Os­na­brü­cker La­bel Ti­me­zo­ne or­ga­ni­siert. Der Auf­wand sei in die­sem

Jahr zu hoch ge­we­sen, so die Eventagen­tur Roy­al Con­cepts im Vor­feld der dies­jäh­ri­gen Mai­wo­che. Bea­te Krä­mer sagt, die OMT sei in Ge­sprä­chen mit Ti­me­zo­ne. „Wir sind für den Stand­ort Le­den­hof of­fen.“

Lan­ge Schlan­gen

Ei­ne wei­te­re Neue­rung in die­sem Jahr war ne­ben dem Osnabrück-Tag die Stree­tFood-Mei­le von der Ge­org­stra­ße bis zum Ne­u­markt. Ver­an­stal­ter Chris­toph Sierp sagt, er sei zu­frie­den mit dem Ver­lauf der Mai­wo­che. Die Os­na­brü­cker ha­ben das in­ter­na­tio­na­le Spei­sen­an­ge­bot gut an­ge­nom­men. „Abends gab es ge­ne­rell lan­ge Schlan­gen vor den Food Trucks.“Das neue Spei­sen­an­ge­bot ha­be auch die Büh­ne am Ne­u­markt ge­stärkt. Im nächs­ten Jahr soll es die Street-Food-Mei­le wie­der ge­ben.

In die gu­te Lau­ne von Sierp mischt sich aber auch ein gro­ßer Schuss Be­trüb­nis. Er be­rich­tet, dass Da­men mit Erd­bee­ren in Tup­per­do­sen und Sekt oder Her­ren mit ei­ner Kis­te Bier zu sei­nen Stän­den ka­men und sich dort un­ge­niert selbst ver­sorg­ten. Wenn sich die­ser Trend zur Selbst­ver­sor­gung wei­ter­ent­wi­ckeln soll­te, kön­ne das Pro­gramm auf der Mai­wo­che in sei­ner jet­zi­gen Form nicht mehr fi­nan­ziert wer­den, so Sierp. „Dann müs­sen wir die Stadt dicht ma­chen und Ein­tritt kas­sie­ren. Das min­dert zwar die Auf­ent­halts­qua­li­tät, aber an­ders wä­re es nicht mach­bar.“

„So et­was macht Büh­nen ka­putt“, sagt auch To­dor „To­scho“To­do­ro­vic, der das Pro­gramm auf dem Markt­platz ge­stal­te­te. Der Kopf der Blues Com­pa­ny mein­te, es ge­be dort we­nig Selbst­ver­sor­ger, was auch dar­an er­sicht­lich ge­we­sen

sei, dass im Epi­zen­trum der Mai­wo­che kei­ne Scher­ben auf dem Bo­den la­gen. Für kom­mer­zi­el­le Büh­nen ist die Selbst­ver­sor­ger­kul­tur je­doch töd­lich, so To­scho.

Mit dem Ver­lauf der Mai­wo­che ist To­do­ro­vic sehr zu­frie­den – bis auf die Schlecht­wet­ter­ta­ge. „Der Warm up am 4. Mai war eher ein Cool down.“Aber er hat fest­ge­stellt, dass es ein gro­ßes Pu­bli­kum ab­seits der po­pu­lä­ren Kul­tur à la Helene Fischer gibt. Ins­be­son­de­re der Mu­si­cal-Abend am 5. Mai hat ihn be­ein­druckt. „Es ist mei­nes Wis­sens das ers­te Mal ge­we­sen, dass auf ei­nem Stadt­fest ein kom­plet­tes Mu­si­cal­pro­gramm auf­ge­führt wur­de“, sagt er. Die Be­su­cher hät­ten teil­wei­se kaum ge­wagt zu at­men, so ge­spannt sei­en sie ge­we­sen, be­rich­tet To­scho, der mit der Blues Com­pa­ny die 45. Mai­wo­che am Sonn­tag­abend

auf dem Markt­platz be­en­det.

In das über­wie­gend po­si­ti­ve Bild der dies­jäh­ri­gen Bi­lanz passt auch, dass es kaum Är­ger gab und die Po­li­zei we­nig Ein­sät­ze hat­te. De­ren Spre­che­rin Anke Ham­ker sag­te am Frei­tag, es sei mehr Per­so­nal vor Ort ge­we­sen. Der Po­li­zei sei­en bis da­hin we­nig De­lik­te ge­mel­det wor­den. Ei­ne end­gül­ti­ge Bi­lanz der Mai­wo­che soll am Mon­tag­abend ver­öf­fent­licht wer­den.

Auch Stadt­spre­cher Sven Jür­gen­sen spricht von ei­nem fried­li­chen Fest mit hei­te­ren Be­su­chern. Erst­ma­lig sind gro­ße Blö­cke als Si­cher­heits­maß­nah­men in der Ha­se­stra­ße auf­ge­stellt wor­den. Dies wur­de an­ge­sichts der Ter­ror­an­schlä­ge in Ber­lin und Stock­holm ge­macht. Ob es die­se Vor­keh­run­gen auch beim Weih­nachts­markt gibt, wer­de kurz vor­her ge­prüft, so Jür­gen­sen.

Rie­sen­an­drang: Vor vie­len Büh­nen war es wäh­rend der Mai­wo­che im­mer wie­der bre­chend voll. So auch am Sams­tag­abend beim Auf­tritt der Ro­cka­bil­ly-Band Sil­ver­et­tes auf dem Markt­platz. Fo­to: Eg­mont Sei­ler

Der Ge­trän­ke­kon­sum fi­nan­ziert das Mai­wo­chen-Pro­gramm. Die Ma­cher be­kla­gen, dass im­mer mehr Be­su­cher ihr Bier von zu Hau­se mit­brin­gen. Fo­to: Da­vid Ebe­ner

Das Ru­del­trom­meln am „Osnabrück-Tag“kam beim Pu­bli­kum bes­tens an. Die neu po­si­tio­nier­te Büh­ne an der Ge­org­stra­ße hat sich be­währt. Fo­to: OMT/Joa­chim Vier­tel

Die Mai­wo­che aus der Vo­gel­per­spek­ti­ve mit dem Alan­doMai­dorf an der Stadt­bi­blio­thek (links) und dem Bier­brun­nen auf dem Markt­platz. Fo­to: Gert West­dörp

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