Sun­der­mann ge­winnt im Schluss­spurt

Ab­ge­ord­ne­ter hat­te schon Nie­der­la­ge ein­ge­räumt

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Westfälische Tagespost -

Mehr Span­nung geht nicht: Nach St­un­den des War­tens stand am Sonn­tag­abend fest, dass Frank Sun­der­mann sein Land­tags­man­dat ver­tei­digt hat. Mit nur 701 Stim­men Vor­sprung vor Fe­lix Hol­ling (CDU) aus Hops­ten ge­wann der Wes­ter­kap­pel­ner So­zi­al­de­mo­krat den Wahl­kreis 83.

Von Frank Klaus­mey­er und Claus Kos­sag

WES­TER­KAP­PELN. Da­bei hat­te Sun­der­mann die Wahl schon früh für ver­lo­ren er­klärt. Als ge­gen 19.30 Uhr et­wa die Hälf­te der 141 Stimm­be­zir­ke aus­ge­zählt war, lag Hol­ling rund drei Pro­zent vor Sun­der­mann. „Das wird nichts mehr“, war sich Sun­der­mann si­cher und sprach von ei­nem „Mas­sa­ker“, wo­mit er das Ab­schnei­den der ge­sam­ten SPD bei der nord­rhein-west­fä­li­schen Land­tags­wahl mein­te.

We­nig spä­ter hielt der 51Jäh­ri­ge schon so et­was wie ei­ne Ab­schieds­re­de, sprach da­von, dass im „Grü­nen Jä­ger“sei­ne Rei­se zu En­de sei, die er vor sie­ben Jah­ren an glei­cher Stel­le be­gon­nen ha­be, da­von, dass er künf­tig mehr Zeit für sei­ne Fa­mi­lie, die Kom­mu­nal­po­li­tik und für sei­ne Fuß­bal­ler ha­ben wer­de und gab sei­ner Frau Cordula für de­ren Un­ter­stüt­zung ei­nen di­cken Kuss. „Oh­ne sie hät­te ich die ver­gan­ge­nen drei Wo­chen nicht über­stan­den.“

Als dann kurz vor 21.30 Uhr fest­stand, dass er es doch noch ge­schafft hat­te, bran­de­te in der Gast­stät­te „Grü­ner Jä­ger“, wo Sun­der­mann den Wahl­abend mit Par­tei­freun­den und Fa­mi­lie ver­brach­te, rie­si­ger Ju­bel aus. Ge­bannt hat­ten zu­vor al­le un­ent­wegt auf ih­re Smart­pho­nes ge­starrt Ein Trost­kuss für Ehe­frau Cordula. Zu die­sem Zeit­punkt hat­te Frank Sun­der­mann die Wahl schon für ver­lo­ren er­klärt. In ei­nem wah­ren Ner­ven­kri­mi hol­te er im Ver­lauf des Abends aber sei­nen Rück­stand zu Fe­lix Hol­ling auf.

und das Kopf-an-KopfRen­nen zwi­schen Sun­der­mann und Hol­ling ver­folgt. Als gut 120 Stimm­be­zir­ke aus­ge­zählt wa­ren, lag der Wes­ter­kap­pel­ner erst­mals hauch­dünn vor sei­nem Her­aus­for­de­rer von der CDU.

Um 21.09 Uhr fehl­te zwar im­mer noch das Brief­wahl­er­geb­nis aus Len­ge­rich, die Stim­mung im „Grü­nen Jä­ger“war da aber schon deut­lich ge­lös­ter. Sun­der­mann lag zu die­sem Zeit­punkt mit 700 Stim­men vor­ne. Glück­wün­sche woll­te er aber noch nicht ent­ge­gen­neh­men. „Ich bin ein aber­gläu­bi­scher Mensch.“

Ein Pro­zent­punkt vor­ne

Nach Aus­zäh­lung al­ler Stim­men er­reich­te der SPDPo­li­ti­ker 40,7 Pro­zent, Hol­ling kam auf 39,7 Pro­zent. Vor fünf Jah­ren hat­te Sun­der­mann noch knapp 47 Pro­zent ge­won­nen. Nach dem Herz­schlag­fi­na­le fiel ei­ne rie­si­ge An­span­nung von Sun­der­mann ab. „Ich ha­be in mei­nem Le­ben schon vie­le tol­le Sa­chen er­lebt. Das hier folgt di­rekt hin­ter der Hoch­zeit

mit mei­ner Frau und der Ge­burt mei­ner Kin­der.“

Fe­lix Hol­ling, der New­co­mer, wur­de nach der knap­pen Nie­der­la­ge in der Gast­stät­te Schmie­mann in sei­nem Hei­mat­ort Hops­ten ge­fei­ert. „Dir ge­hört die Zu­kunft“, rie­fen ihm die Par­tei­freun­de zu. Hol­ling sel­ber sprach am Abend von ei­nem „tol­len Er­geb­nis“in die­sem Wahl­kreis wie auch auf Lan­des­ebe­ne. Ent­schei­dend sei das Te­am­work ge­we­sen, dass es mit den CDU-Orts­ver­bän­den und den Mit­glie­dern ge­ge­ben ha­be.

Hol­ling räum­te ein, dass er „na­tür­lich ger­ne als Ab­ge­ord­ne­ter zur Land­tags­frak­ti­on“ge­fah­ren wä­re. Aber das Wich­tigs­te sei ei­ne neue Lan­des­re­gie­rung, ein neu­er Mi­nis­ter­prä­si­dent. Das sei­en die Zie­le, „für die ich ge­kämpft ha­be, auch wenn es den Wer­muts­trop­fen gibt, nicht das Di­rekt­man­dat ge­holt zu ha­ben“.

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