Hel­ga Strüb­be bleibt cool

Über­ra­schung hält sich im Lot­ter Rat­haus in Gren­zen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Westfälische Tagespost -

Sonn­tag pünkt­lich um 18 Uhr ließ Kurt Be­ne­king als EDV-Fach­mann im Lot­ter Rat­haus Jörg Schö­nen­born die ARD-Pro­gno­se für die Land­tags­wahl in NRW ver­kün­den. Trotz des Erd­rutsch­sie­ges von CDU und FDP über SPD und Grü­ne hielt sich die Über­ra­schung bei den vier be­reits an­we­sen­den Be­su­chern in Gren­zen. Er war ab­seh­bar.

Ei­nig wa­ren sich die stell­ver­tre­ten­de Bür­ger­meis­te­rin Hel­ga Strüb­be (SPD) und CDU-Rats­herr Stef­fen Wa­scher in dem Be­dau­ern, dass es die AfD un­er­war­tet lo­cker in den Land­tag schaff­te. Von dem schlech­ten Er­geb­nis ih­rer SPD ließ sich Hel­ga Strüb­be nicht die Lau­ne ver­der­ben: „Erst mal fin­de ich gut, dass die Wahl­be­tei­li­gung deut­lich ge­stie­gen ist.“

Für ei­ne Stel­lung­nah­me nicht zu er­rei­chen war am Abend der Di­rekt­kan­di­dat der Pi­ra­ten, Oleg Pa­ra­fin­uk. Er er­hielt 0,9 Pro­zent der Stim­men; 2012 wa­ren es noch 5,9 Pro­zent ge­we­sen.

Recht zu­frie­den mit sei­nem und dem Ab­schnei­den sei­ner Par­tei äu­ßer­te sich AfD-Kan­di­dat Chris­toph Re­cker. Er be­kam aus dem Stand 3,6 Pro­zent, ein Pro­zent­punkt we­ni­ger als sei­ne Par­tei. „Wir hat­ten in St­ein­furt und im Müns­ter­land noch we­ni­ger er­war­tet, weil die Bür­ger im länd­li­chen Raum eher die bei­den gro­ßen Par­tei­en wäh­len. Das Flücht­lings­the­ma Für die Tech­nik im Rats­saal sorg­te Kurt Be­ne­king (links); die ers­te Pro­gno­se be­staun­ten Hel­ga Strüb­be, Fried­rich-Wil­helm Ha­ver­mey­er und Stef­fen Wa­scher.

ist hier nicht so do­mi­nie­rend wie in den gro­ßen Städ­ten.“Das Ge­samt­er­geb­nis der AfD sei „okay, aber nicht her­aus­ra­gend. Dass wir si­cher im Land­tag sind, sorgt aber für gu­te Stim­mung.“

Den­nis Sch­mit­ter zeig­te sich vom Er­geb­nis der Grü­nen zwar leicht ent­täuscht, freu­te sich aber mit Frank Sun­der­mann, dass der es im Schluss­spurt noch ge­schafft ha­be. Mit 5,0 Pro­zent blieb er ei­nen Punkt hin­ter dem Zweit­stim­m­en­er­geb­nis und zwei Punk­te hin­ter dem Er­geb­nis von 2012. Zwar ha­be er kei­ne gro­ßen Sym­pa­thi­en für die nun zu er­war­ten­de schwarz-gel­be Ko­ali­ti­on. An­de­rer­seits wä­re es doch ganz gut, wenn die Grü­nen kei­ne Dis­kus­si­on über ein Ja­mai­ka-Bünd­nis füh­ren müss­ten.

„Ich bin sehr ent­täuscht, dass wir, wie es aus­sieht, nicht im Land­tag sind und da­durch Schwarz-Gelb mög­lich ma­chen“, zeig­te Lin­kenKan­di­dat Ernst Gold­beck sei­ne Ge­müts­la­ge, ob­wohl er mit 4,0 Pro­zent sein Er­geb­nis mehr als ver­dop­pelt hat. Er emp­fahl sei­ner Par­tei, die Fra­ge nach der Fi­nan­zie­rung ih­res Pro­gramms zu klä­ren. Jun­ge Leu­te er­war­te­ten dies.

Rund­um zu­frie­den mit dem Wahl­aus­gang zeig­te sich Wieb­ke Reer­ink von der FDP. Mit 5,9 Pro­zent leg­te sie im Wahl­kreis ge­gen­über 2012 über 2 Pro­zent zu; ih­re Par­tei fast 3 Pro­zent. Wenn es rech­ne­risch mög­lich sei und die In­hal­te pass­ten, sei sie für ei­ne christ­lich-li­be­ra­le Ko­ali­ti­on in Düs­sel­dorf. „Schwarz­Rot wä­re Still­stand.“

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