Le­ben an Land be­gann viel­leicht frü­her als ge­dacht

Aus­tra­li­sche Wis­sen­schaft­ler be­rich­ten von neu­em Fund – Fos­si­le Spu­ren von Mi­kro­or­ga­nis­men als Be­leg

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Gut Zu Wissen -

Le­ben an Land könn­te es schon viel län­ger ge­ben als bis­her an­ge­nom­men. Dar­auf wei­sen fos­si­le Spu­ren von Mi­kro­or­ga­nis­men hin, die For­scher in 3,48 Mil­li­ar­den al­ten Gesteins­ab­la­ge­run­gen ehe­ma­li­ger hei­ßer Quel­len ent­deckt zu ha­ben glau­ben. Sol­che Ther­mal­quel­len an Land sei­en da­mit drei Mil­li­ar­den Jah­re frü­her be­sie­delt ge­we­sen als bis­lang be­kannt, schrei­ben die Wis­sen­schaft­ler im Fach­blatt „Na­tu­re Com­mu­ni­ca­ti­ons“.

Wil­li­am Mar­tin vom In­sti­tut für Mo­le­ku­la­re Evo­lu­ti­on an der Hein­rich-Hei­ne-Uni­ver­si­tät Düs­sel­dorf, der nicht an der Un­ter­su­chung be­tei­ligt war, hält die In­ter­pre­ta­ti­on der ge­fun­de­nen Spu­ren für „ge­wagt“. „Die For­scher lie­fern gu­te Be­le­ge da­für, dass es sich um ehe­mals ter­res­tri­sche Quel­len han­delt. Aber neue Be­wei­se für Le­ben dort lie­fern sie nicht; die Gas-Bläs­chen, die sie fin­den, könn­ten auch abio­ti­schen Ur­sprungs sein.“Wann und wo das Le­ben auf der Er­de ent­stand, ist bis­lang nicht ge­nau be­kannt. Kürz­lich be­rich­te­ten Wis­sen­schaft­ler im Fach­blatt „Na­tu­re“, die bis­lang äl­tes­ten fos­si­len Spu­ren von Mi­kro­or­ga­nis­men ent­deckt zu ha­ben. Als sol­che hat­ten sie fa­den- und röh­ren­för­mi­ge Struk­tu­ren in min­des­tens 3,7 Mil­li­ar­den Jah­re al­tem Gestein aus dem nörd­li­chen Ka­na­da in­ter­pre­tiert. Das Gestein ging eben­falls auf Abla­ge­run­gen von hydro­ther­ma­len Quel­len zu­rück, al­ler­dings von un­ter­see­ischen. Auch in Grön­land hat­ten For­scher ähn­lich al­te Spu­ren ent­deckt. Al­ler­dings ist die Beur­tei­lung sol­cher Gesteins­spu­ren grund­sätz­lich sehr schwie­rig. Sie kön­nen et­wa auf die Ak­ti­vi­tät von Mi­kro­or­ga­nis­men zu­rück­ge­hen, kön­nen aber auch oh­ne bio­lo­gi­sche Ak­ti­vi­tät ent­ste­hen.

Die Wis­sen­schaft­ler um Ta­ra Djo­kic von der Uni­ver­si­ty of New South Wa­les hat­ten nun Gestein aus der Dres­ser-For­ma­ti­on in der Pil­ba­ra-Re­gi­on in Westaus­tra­li­en un­ter­sucht. Dass die Abla­ge­run­gen an Land und nicht im Oze­an ge­bil­det wur­den, schlie­ßen sie vor al­lem aus dem Nach­weis von Gey­se­rit. Die­ses Mi­ne­ral wer­de aus­schließ­lich an ter­res­tri­schen hei­ßen Quel­len ab­ge­la­gert, schrei­ben die Wis­sen­schaft­ler in ih­rer Ver­öf­fent­li­chung.

Fo­to: dpa

Wann gab es auf der Er­de erst­mals Le­ben? For­scher un­ter­such­ten da­für Gestein in der aus­tra­li­schen Pil­ba­ra-Re­gi­on.

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