Kreis-SPD ver­ab­schie­det Re­so­lu­ti­on zu Ho­mann

Ver­bands­ta­gung: Wer­ner La­ger bleibt Vor­sit­zen­der

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrücker Land -

Wer­ner La­ger ist für wei­te­re zwei Jah­re Vor­sit­zen­der des SPDK­reis­ver­ban­des Os­na­brü­cker Land. Auf dem Kreis­par­tei­tag am Sams­tag im Gast­haus Thies in Has­ber­gen be­stä­tig­ten ihn 129 der 134 De­le­gier­ten. Stär­kung von Bil­dung und Ar­beit­neh­mer­rech­ten wa­ren die prä­gen­den The­men.

Dass die Ho­mann-Wer­ke in Dis­sen und Bad Es­sen ein The­ma des Par­tei­ta­ges mit ins­ge­samt rund 170 De­le­gier­ten und Gäs­ten sein wür­den, kün­dig­te sich früh an: Uwe Hil­de­brand, Ge­schäfts­füh­rer der Ge­werk­schaft Nah­rung, Genuss, Gast­stät­ten (NGG) für die Re­gi­on Osnabrück, be­rich­te­te zur Si­tua­ti­on für die Stand­or­te, aber auch zu Art­land Con­ve­ni­ence GmbH in Bad­ber­gen. Schon nach dem ge­schei­ter­ten Ho­mann-Kri­sen­tref­fen am Di­ens­tag in Han­no­ver hat­te er mög­li­che Streiks an­ge­kün­digt. Kla­re Wor­te fand auch Wer­ner La­ger, der wie sei­ne Stell­ver­tre­tung Jut­ta Dett­mann, Wolf­gang Kirch­ner, Guido Pott und Kath­rin Wahl­mann, Kas­sie­rer Da­ni­el Schweer, des­sen Stell­ver­tre­ter Ger­hard Boß­mann und Schrift­füh­rer Axel Gruc­zyk klar wie­der­ge­wählt wur­de. Als des­sen Stell­ver­tre­te­rin wur­de Ri­ta Als­dorf ge­wählt, Tat­ja­na Reich­mann ist neue Me­dien­be­auf­trag­te. Die neue Sat­zung sieht nur 120 statt 150 De­le­gier­te und ei­nen klei­ne­ren Vor­stand vor. 140 neue Ge­nos­sin­nen und Ge­nos­sen be­grüßt in­des der Kreis­ver­band.

Die Ar­beit­ge­ber soll­ten ih­re Ver­ant­wor­tung wahr­neh­men, for­der­te Wer­ner La­ger. „Es kann nicht dar­um ge­hen, dass im­mer mehr Ar­beit­neh­mer­rech­te ab­ge­baut wer­den.“Vie­le Flä­chen­ta­rif­ver­trä­ge sei­en in der Amts­zeit Hel­mut Kohls „ver­nich­tet wor­den“, Ta­rif­ver­trä­ge vor Ort nur schwie­rig hin­zu­be­kom­men. Im Fal­le von Ho­mann wer­de „ei­ne Ent­schei­dung ge­trof­fen, die nicht nach­voll­zieh­bar ist“. Wich­tig sei, da­bei als Par­tei zu­sam­men­zu­ste­hen, „das ha­ben wir mit Olaf Lies und vie­len an­de­ren in Dis­sen deut­lich be­wie­sen“. Ne­ben För­der­gel­dern spiel­ten weg­fal­len­de Ta­rif­leis­tun­gen ei­ne Rol­le, wür­den in den neu­en Bun­des­län­dern 500 Eu­ro pro Mo­nat und Platz ein­ge­spart. Er wies aber auch auf die in­sol­ven­te Art­land Con­ve­ni­ence GmbH hin, wo die Tön­nies Hol­ding Auf­trä­ge ver­ge­be, aber auch Rah­men­be­din­gun­gen

wie „die 42St­un­den-Wo­che“auf den Weg brin­ge. Was von Be­triebs­rä­ten er­reicht wor­den sei, „soll von heu­te auf mor­gen an­ders wer­den. Das kann nicht sein!“Ei­ne SPD-Bun­des­re­gie­rung stär­ke Ar­beit­neh­mer­rech­te und Be­triebs­rä­te.

Ein­stim­mig ver­ab­schie­de­te der Kreis­par­tei­tag ei­ne Re­so­lu­ti­on, die den „Ar­beits­plat­z­er­halt für die Be­schäf­tig­ten al­ler Ho­mann-Stand­or­te im Land­kreis“als Ziel so­wie „So­li­da­ri­tät mit den Be­schäf­tig­ten und de­ren Fa­mi­li­en“for­mu­liert. Wei­ter heißt es dar­in, das Ver­hal­ten des Mül­lerKon­zerns sei „un­mensch­lich und un­de­mo­kra­tisch. Es ist ab­zu­leh­nen, dass hier Stand­or­te und Men­schen aus ka­pi­ta­lis­ti­schen Grün­den ge­gen­ein­an­der aus­ge­spielt wer­den“ und „schein­bar öf­fent­li­che Mit­tel zur Ar­beits­platz­ver­nich­tung“ge­ne­riert wür­den. Die SPD for­dert den Mül­lerKon­zern dar­in auf, „die in 2016 ta­rif­ver­trag­li­chen Stand­ort­zu­sa­gen für Ho­mann ein­zu­hal­ten“. Po­li­tik und Ar­beit­ge­ber soll­ten sich für den Er­halt von Ar­beits­plät­zen, aber auch Be­rufs­qua­li­fi­zie­rung stark­ma­chen.

Mit Dis­sen wür­de ei­ne Re­gi­on ver­las­sen, die Lo­gis­tik­herz Deutsch­lands sei, so MdB Rai­ner Spie­ring da­zu. Auch ein „neu­er Stand­ort Dis­sen“brau­che hoch qua­li­fi­zier­te Fach­ar­bei­ter. Hoch­qua­li­fi­zier­te Fach­kräf­te „sind un­ser Stand­ort­vor­teil“. Das „Kern­ver­spre­chen von So­zi­al­de­mo­kra­tie ist Bil­dung und Be­rufs­bil­dung“und sei zen­tra­ler In­halt im Mit­tel­stands­pa­pier von Kanz­ler­kan­di­dat Mar­tin Schulz.

Mit dem al­le zwei Jah­re ver­ge­be­nen Os­kar-Hum­melP­reis hat der Kreis­ver­band dies­mal die 86-jäh­ri­ge Hel­ga Le­wan­dow­sky aus Ach­mer ge­ehrt, die seit 1961 der SPD an­ge­hört und 1968 als Kom­mu­nal­po­li­ti­ke­rin be­gann. 1970 war sie die ein­zi­ge weib­li­che Di­rekt­kan­di­da­tin im Nie­der­säch­si­schen Land­tag. Von 1986 bis 1996 kehr­te die ge­lern­te Fach­leh­re­rin für Ma­schi­nen­schrei­ben und Ste­no­gra­fie, die sich als Vor­sit­zen­de des Be­zirks­frau­en­aus­schus­ses We­ser-Ems für Frau­en­rech­te oder als Bun­des- und Lan­des­vor­sit­zen­de des Ver­ban­des al­lein­er­zie­hen­der Müt­ter und Vä­ter en­ga­gier­te, als stell­ver­tre­ten­de Bür­ger­meis­te­rin in den Stadt­rat Bram­sche zu­rück. Sie sei ge­rührt, so Hel­ga Le­wan­dow­sky. Sie set­ze sich gern für Men­schen ein, „die so­zi­al be­nach­tei­ligt sind“.

„Die Ar­beit­ge­ber soll­ten ih­re Ver­ant­wor­tung wahr­neh­men“Wer­ner La­ger, SPD-Kreis­vor­sit­zen­der

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