SPD schließt gro­ße Ko­ali­ti­on aus

Schulz: Bin kampf­er­probt – Mer­kel warnt vor Über­mut – Lind­ner: Bei Po­li­tik­wech­sel da­bei

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite -

Die NRW-Wahl hat ge­zeigt: An­ge­la Mer­kel ist die Che­fin im Ring. Die SPD will nach der schwe­ren Nie­der­la­ge kei­ne Ko­ali­ti­on mit dem Wahl­sie­ger CDU bil­den. Das be­schloss der Lan­des­vor­stand ges­tern Abend.

Nach dem Wahl­de­ba­kel in Nord­rhein-West­fa­len will SPD-Kanz­ler­kan­di­dat Mar­tin Schulz den Kampf um die Macht in Ber­lin wie­der­auf­neh­men und mit kon­kre­ten Vor­schlä­gen punk­ten. „Manch­mal kriegt ein Bo­xer ei­nen Le­ber­ha­ken, aber das heißt noch nicht, dass die nächs­te Run­de schon an den Geg­ner geht. In der nächsten Run­de ist je­mand wie ich kampf­er­probt“, sag­te Schulz.

Die CDU-Spit­ze um Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel warn­te vier Mo­na­te vor der Wahl vor Über­mut. Die sieg­rei­che NRW-CDU um Spit­zen­kan­di­dat Armin La­schet will nun rasch her­aus­fin­den, mit wem sie ko­alie­ren kann. Die FDP will nicht au­to­ma­tisch ein schwarz-gel­bes Bünd­nis ein­ge­hen, son­dern ei­nen „Po­li­tik­wech­sel“. Der­weil schloss die SPD am Abend ei­ne gro­ße Ko­ali­ti­on aus.

Schulz sag­te, die SPD wer­de die Kri­tik auch aus den ei­ge­nen Rei­hen auf­grei­fen und

nun ganz kon­kre­te Vor­schlä­ge für die Zu­kunft in Deutsch­land ma­chen. Wich­tig sei­en vor al­lem In­ves­ti­tio­nen in Bil­dung und in­no­va­ti­ve Tech­no­lo­gi­en. Der Kan­di­dat räum­te ein: „Bis zur Bun­des­tags­wahl am 24. Sep­tem­ber ha­ben wir ei­ne lan­ge Wegstre­cke. Die ist stei­nig, und die wird hart wer­den.“

Mer­kel rief die Uni­on nach den CDU-Er­fol­gen in Nord­rhein-West­fa­len, dem Saar­land und Schles­wig-Hol­stein

zur Ei­nig­keit auf. „Wir sind uns sehr be­wusst, dass wir die­se Her­aus­for­de­run­gen des Bun­des­tags­wahl­kamp­fes ge­nau­so meis­tern wol­len, wie wir jetzt das in drei Land­tags­wahl­kämp­fen ge­macht ha­ben, näm­lich ge­mein­sam“, sag­te die Kanz­le­rin. CDU-Spit­zen­po­li­ti­ker dis­ku­tier­ten mög­li­che Ko­ali­tio­nen im größ­ten Bun­des­land und was die­se für die Bun­des­tags­wahl be­deu­ten könn­ten. CDU-Prä­si­di­ums­mit­glied Jens Spahn sag­te, Schwarz-Gelb in NRW wä­re auch ein „star­kes Si­gnal für den Bund“.

Der FDP-Vor­sit­zen­de Chris­ti­an Lind­ner zeig­te sich hin­ge­gen of­fen für Ge­sprä­che mit der CDU in Düs­sel­dorf. Er be­ton­te aber, „nur wenn es ei­nen ech­ten Po­li­tik­wech­sel gibt, sind wir da­bei“. La­schet leg­te sich nicht fest, mit wem er lie­ber ko­alie­ren möch­te. Für ein Bünd­nis mit der FDP sieht er

vor al­lem Pro­ble­me in Fra­gen der In­ne­ren Si­cher­heit.

Nach dem vor­läu­fi­gen amt­li­chen En­d­er­geb­nis ist ne­ben ei­ner Gro­ßen Ko­ali­ti­on auch Schwarz-Gelb in Nord­rheinWest­fa­len denk­bar – mit knap­per Mehr­heit. Die CDU kommt auf 33, die SPD auf 31,2 Pro­zent. Da­hin­ter folgt die FDP mit 12,6 Pro­zent. Mit 7,4 Pro­zent zieht erst­mals die AfD in den Düs­sel­dor­fer Land­tag ein. Die bis­lang an der Re­gie­rung be­tei­lig­ten Grü­nen stürz­ten auf 6,4 Pro­zent ab. Die Link­s­par­tei schei­ter­te mit 4,9 Pro­zent. Die NRW-Pi­ra­ten flo­gen mit 1,0 Pro­zent aus dem Land­tag. Dem­nach er­gibt sich fol­gen­de Sitz­ver­tei­lung: CDU 72, SPD 69, FDP 28, Grü­ne 14 und AfD 16. Die ab­so­lu­te Mehr­heit liegt bei 100 Sit­zen. Die Wahl­be­tei­li­gung stieg auf 65,2 Pro­zent (2012: 59,6 Pro­zent).

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