Die AfD bringt die Nicht­wäh­ler an die Ur­nen zu­rück

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Durch die AfD ge­hen wie­der mehr Men­schen wählen, heißt es in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten häu­fig. Stimmt das? Und pro­fi­tiert die neue Par­tei da­von? Die drei Land­tags­wah­len in die­sem Jahr las­sen ei­nen kla­ren Schluss zu. Ein Blick in die Sta­tis­tik: Im Saar­land stieg die Wahl­be­tei­li­gung laut dem Wahl­for­schungs­in­sti­tut in­fra­test di­map um acht Pro­zent­punk­te. Am stärks­ten pro­fi­tier­te die CDU von die­ser Ent­wick­lung: Rund 28 000 Wäh­ler wan­der­ten aus dem La­ger der Nicht­wäh­ler zu den Christ­de­mo­kra­ten. Am zweit­stärks­ten pro­fi­tier­te die SPD. Die AfD da­ge­gen konn­te nur 8000 Stim­men aus die­sem La­ger für sich ver­bu­chen. Das glei­che Bild in Schles­wig-Hol­stein: Die Wahl­be­tei­li­gung stieg hier um vier Pro­zent. Im­mer­hin 14 Pro­zent der CDU-Wäh­ler ka­men in die­sem Jahr aus dem Nicht­wäh­ler­la­ger. Das ent­spricht rund

65 000 Men­schen. Für die AfD ent­schie­den sich

11 000 ehe­ma­li­ge Nicht­wäh­ler. In NRW sah es laut in­fra­test di­map nicht viel an­ders aus. Die Wahl­be­tei­li­gung stieg um knapp sechs Pro­zent­punk­te. Wie­der räum­te die CDU ab – 9,2 Pro­zent der ehe­ma­li­gen Nicht­wäh­ler stimm­ten für die Par­tei. Auf dem vier­ten Platz liegt in die­ser Sta­tis­tik die AfD, die 2,2 Pro­zent der Nicht­wäh­ler an­zog.

Fest steht: Die Wahl­be­tei­li­gung steigt. Die AfD pro­fi­tier­te da­von je­doch nicht am stärks­ten. De­mo­sko­pen wie Robert Vehr­kamp ge­hen da­von aus, dass mit der Saar­land-Wahl ei­ne Ge­gen­be­we­gung der po­li­ti­schen Mit­te be­gann. Zu­vor hat­ten vie­le Nicht­wäh­ler für die AfD ge­stimmt. Das ha­be sich ge­än­dert. Auf Spie­gel On­li­ne sag­te Vehr­kamp über die Mit­te-Wäh­ler: „Sie fürch­ten die Fol­gen des Po­pu­lis­mus.“Dass die AfD ih­re ein­zi­ge Mo­ti­va­ti­on ist, lässt sich je­doch be­zwei­feln. Vie­le ge­ben an, auch un­ter dem Ein­druck von Br­ex­it und Trump ge­han­delt zu ha­ben.

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