Kraft-lo­ses Füh­rungs­team

Kut­scha­ty, Gro­schek und Ba­ra­now­ski als Nach­fol­ger ge­han­delt

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Einblicke - Von Lothar Schma­len

Am Tag eins nach der Nie­der­la­ge hat Han­ne­lo­re Kraft ein vol­les Pro­gramm. Schon früh am Mor­gen geht es mit dem Flie­ger nach Ber­lin, wo sie im Wil­lyBrandt-Haus, der SPD-Zen­tra­le, ge­mein­sam mit Par­tei­chef Mar­tin Schulz vor die Fern­seh­ka­me­ras tritt.

Zeit zum Durch­at­men oder gar zum Ver­ar­bei­ten des­sen, was mit ihr und der SPD am Wahl­sonn­tag pas­siert ist, bleibt an die­sem Mon­tag für Kraft nicht. Das wird wohl erst in den nächsten Tagen mög­lich sein. Im­mer­hin darf sich die ab­ge­wähl­te Mi­nis­ter­prä­si­den­tin da­mit trös­ten, dass sie von vie­len Sei­ten Lob für ih­re Hal­tung nach der Nie­der­la­ge be­kommt. Selbst po­li­ti­sche Geg­ner äu­ßern Re­spekt da­vor, wie schnör­kel­los und kon­se­quent sie die Ver­ant­wor­tung für die Nie­der­la­ge ih­rer Par­tei über­nom­men und ih­ren Rück­zug ver­kün­det hat.

Nie­der­ge­schla­gen­heit und Sor­ge um die ei­ge­ne be­ruf­li­che Zu­kunft sind rund um den Land­tag bei vie­len po­li­ti­schen Tho­mas Kut­scha­ty

Mit­ar­bei­tern der arg ge­stutz­ten SPD-Frak­ti­on und in den Mi­nis­te­ri­en mit Hän­den zu grei­fen. Das aber gilt na­tür­lich auch für vie­le haupt­amt­li­che Mit­ar­bei­ter der Grü­nen, de­ren Frak­ti­on fast um die Hälf­te re­du­ziert wur­de. Un­ter­des­sen ver­sucht die jetzt Kraft-lo­se SPD-Füh­rungs­mann­schaft, die Wei­chen für ei­nen Neu­an­fang in NRW zu stel­len. Doch auch das wird schwie­rig ge­nug, weil sich die Fra­ge nach ei­ner mög­li­chen Be­tei­li­gung an ei­ner Gro­ßen Ko­ali­ti­on schon in den nächsten Tagen stellt.

Als mög­li­che Nach­fol­ger von Kraft im Amt der SPDLan­des­vor­sit­zen­den wer­den im­mer wie­der die Na­men von drei Män­nern ge­nannt. Tho­mas Kut­scha­ty (48), Vor­sit­zen­der der SPD-Un­ter­be­zirks Essen und Noch-Jus­tiz­mi­nis­ter des Lan­des, SPD-Ur­ge­stein Micha­el Gro­schek (60) aus Ober­hau­sen, Noch-Ver­kehrs­mi­nis­ter des Lan­des, so­wie Frank Ba­ra­now­ski (54), Ober­bür­ger­meis­ter von Gel­sen­kir­chen und Bun­des­vor­sit­zen­der der So­zi­al­de­mo­kra­ti­schen Ge­mein­schaft für Kom­mu­nal­po­li­tik (SGK). Denk­bar ist, so heißt es in Par­tei­krei­sen wei­ter, dass für die Par­tei­spit­ze zu­nächst ei­ne Über­gangs­lö­sung ge­fun­den wer­den könn­te und erst spä­ter ent­schie­den wird, wer in fünf Jah­ren als Spit­zen­kan­di­dat für die SPD an­tre­ten soll.

Na­tür­lich geht man in der Düs­sel­dor­fer SPD-Zen­tra­le da­von aus, dass der Nach­fol­ger oder die Nach­fol­ge­rin von Kraft auch wie­der stell­ver­tre­ten­der SPD-Bun­des­vor­sit­zen­der wird – auch wenn Par­tei­chef Mar­tin Schulz dies of­fi­zi­ell ges­tern nicht be­stä­ti­gen woll­te. „Ei­ne Füh­rungs­spit­ze in Ber­lin ohne NRW-SPD ist nicht denk­bar“, meint ein füh­ren­der Ge­nos­se.

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Fo­to: dpa

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