Der dop­pel­te Lind­ner strahlt vor Glück

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Einblicke - Von Bea­te Ten­fel­de

FDP-Chef Chris­ti­an Lind­ner in ganz neu­er Po­si­ti­on: Jah­re­lang muss­te er nach Wah­len die Nie­der­la­gen der Li­be­ra­len ver­tei­di­gen, jetzt ge­hört der 38-Jäh­ri­ge mit ei­nem 12,6-Pro­zent-Er­geb­nis in Nord­rhein-West­fa­len (plus 4 Pro­zent) zu den Sie­gern. Am Tag da­nach prä­sen­tiert sich ein glück­strah­len­der „dop­pel­ter Lind­ner“– er will die Re­gie­rungs­bil­dung in Düs­sel­dorf ge­stal­ten, sein ei­gent­li­ches Ziel aber ist der Bun­des­tag in Ber­lin.

Auf Lind­ner kommt es an in die­ser FDP, er ist der „gro­ße Vor­sit­zen­de“, auf den al­le schau­en. War­um er zur Wahl­bi­lanz vor der Pres­se in Ber­lin schon wie­der al­lein ge­kom­men sei? Der Kon­ter ist kühl. „Üb­li­cher­wei­se kommt der Par­tei­chef mit dem Spit­zen­kan­di­da­ten“, sagt Lind­ner knapp – und ja, er ist bei­des in ei­ner Per­son. Aber ist es denn „sau­ber“, in Düs­sel­dorf an­zu­tre­ten, aber letzt­lich in Ber­lin Ver­ant­wor­tung zu wol­len? Lind­ner weist die­sen Ein­wurf zu­rück. „Die Wäh­ler ha­ben es ge­wusst, seit dem letz­ten No­vem­ber schon. Und sie ha­ben es of­fen­kun­dig ge­bil­ligt.“

Von SPD und Grü­nen hät­ten die Li­be­ra­len 200000 Wäh­ler ge­won­nen, be­rich­tet der Par­tei­chef und un­ter­streicht er­neut das brei­te Spek­trum sei­ner Par­tei. Die­se ha­be mit den The­men Wirt­schaft, Bil­dung, In­fra­struk­tur und Di­gi­ta­li­sie­rung ge­nau ins Schwar­ze ge­trof­fen. Was macht die FDP nun dar­aus? Sie ver­kauft sich so teu­er wie mög­lich, in­dem sie ih­re Ei­gen­stän­dig­keit un­ter­streicht. Ges­tern hat der CDUWahl­sie­ger Armin La­schet al­ler­dings noch nicht an­ge­ru­fen.

In den ver­gan­ge­nen Jah­ren war die FDP oft als na­tür­li­cher Ju­ni­or­part­ner der CDU in schwarz-gel­ben Bünd­nis­sen ge­se­hen wor­den. In NRW hat Schwarz-Gelb nun wie­der ei­ne Mehr­heit. Das muss laut Lind­ner nicht zwangs­läu­fig zu ei­ner schwarz-gel­ben Re­gie­rung füh­ren. „Selbst­ver­ständ­lich ist die FDP be­reit, in Nord­rheinWest­fa­len in die Ver­ant­wor­tung zu ge­hen.“Wenn es aber kei­nen ech­ten Po­li­tik­wech­sel ge­be, müs­se die Le­ben­dig­keit des po­li­ti­schen Ge­sprächs aus der Op­po­si­ti­on her­aus er­hal­ten oder be­lebt wer­den.

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