Weil will mit In­ves­ti­tio­nen punk­ten

Heu­te Er­klä­rung zu Steu­er­plus

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Nordwest - Von Klaus Wie­sche­mey­er

Nach den ver­lo­re­nen Wah­len in Schles­wig-Hol­stein und Nord­rheinWest­fa­len will Nie­der­sach­sens SPD-Chef Weil heu­te Hand­lungs­fä­hig­keit be­wei­sen. FDP und CDU ge­hen in die Of­fen­si­ve.

HAN­NO­VER. Nie­der­sach­sen er­war­tet wei­ter stei­gen­de Steu­ern: Fi­nanz­mi­nis­ter Pe­ter-Jür­gen Schnei­der (SPD) stell­te am Mon­tag in Han­no­ver ei­ne Pro­gno­se vor, der zu­fol­ge das Land von 2018 bis 2021 knapp 900 Mil­lio­nen Eu­ro mehr ein­neh­men wird als bis­her ge­plant. Ei­gent­lich sind es so­gar knapp 1,8 Mil­li­ar­den Eu­ro. Doch 900 Mil­lio­nen Eu­ro rech­net Schnei­der wie­der her­aus. Er er­war­tet ei­ne Ein­kom­men­steu­er-Re­form durch die nächs­te Bun­des­re­gie­rung, wel­che zu Min­der­ein­nah­men führt. Wie ei­ne sol­che Re­form aus­fal­len könn­te und was das Land mit dem zu­sätz­li­chen Geld ma­chen will, sag­te Schnei­der am Mon­tag nicht. Am heu­ti­gen Di­ens­tag ge­gen 12 Uhr will er zu­sam­men mit Mi­nis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil (SPD) aber ei­nen Re­form­plan für die Ein­kom­men­steu­er vor­stel­len.

Hun­dert Mi­nu­ten spä­ter will Weil im Land­tag ei­ne kurz­fris­tig an­ge­kün­dig­te Re­gie­rungs­er­klä­rung zum The­ma Haus­halts­kon­so­li­die­rung hal­ten. Nach In­for­ma­tio­nen un­se­rer Re­dak­ti­on wird er da­bei auch ein wei­te­res In­ves­ti­ti­ons­pro­gramm an­kün­di­gen. In den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten hat­te die Lan­des­re­gie­rung In­ves­ti­tio­nen in Kran­ken­häu­ser und Uni-Kli­ni­ken an­ge­kün­digt.

Mit die­sem the­ma­ti­schen Dop­pel­schlag wol­len Weil und die Nie­der­sach­sen-SPD nach den jüngs­ten Nie­der­la­gen in den Nach­bar­län­dern Schles­wig-Hol­stein und Nord­rhein-West­fa­len wie­der Ober­was­ser be­kom­men.

Die Op­po­si­ti­on aus CDU und FDP sieht sich nach den Er­fol­gen in den Nach­bar­län­dern auf Er­folgs­kurs und tritt selbst­be­wusst auf. Die Men­schen näh­men wahr, wenn ei­ne Lan­des­re­gie­rung an Er­war­tun­gen vor­bei­re­gie­re und sich vie­le Pannen leis­te, sagt CDU-Frak­ti­ons­chef Björn Thüm­ler und er­gänzt: „Bei­des er­le­ben wir un­ter Ro­tG­rün in Nie­der­sach­sen auch seit Jah­ren.“

Bei der am heu­ti­gen Di­ens­tag be­gin­nen­den Land­tags­wo­che will die Uni­on die SPD di­rekt in ih­ren so­zia­len Kern­the­men an­grei­fen: Sie wirft den So­zi­al­de­mo­kra­ten vor, so­zia­le Brenn­punk­te im Land wie den Wol­le­park in Del­men­horst zu ver­nach­läs­si­gen und durch ein Nein zur Wohn­sitz­auf­la­ge für Flücht­lin­ge Get­to­bil­dun­gen un­ter an­de­rem in Salzgitter Vor­schub zu leis­ten.

FDP-Ab­sa­ge an Am­pel

Ein an­de­res The­ma im Land­tag: der Stau bei den bis zum Le­gis­la­tu­ren­de in acht Mo­na­ten noch zu ver­ab­schie­den­den Ge­set­zen. Von Ro­tG­rün sei nicht mehr viel zu er­war­ten, er­klärt FDP-Par­tei­chef Ste­fan Birk­ner: „Die Ge­mein­sam­kei­ten die­ser Lan­des­re­gie­rung sind längst auf­ge­braucht“, sagt er. We­nig Ge­mein­sam­kei­ten sieht er auch zwi­schen Rot-Grün und den Li­be­ra­len: „Für ei­ne Am­pel in Nie­der­sach­sen se­he ich kei­nen Raum“, sagt Birk­ner. Die FDP ha­dert vor al­lem mit Nie­der­sach­sens Grü­nen. Die sei­en ih­ren er­folg­lo­sen NRW-Par­tei­freun­den nä­her als den er­folg­rei­chen in Schles­wig-Hol­stein.

Das wei­sen die Grü­nen zu­rück: Bei der Zuf­rie­den­heit mit der Lan­des­re­gie­rung lie­ge man in Nie­der­sach­sen weit bes­ser als in Nord­rheinWest­fa­len, sagt Grü­nen-Par­tei­chef Ste­fan Kör­ner. Nie­der­sach­sens Grü­ne sei­en de­nen in Schles­wig-Hol­stein nä­her als den Par­tei­freun­den in Nord­rhein-West­fa­len.

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