Es wird wär­mer in Os­na­brück

Wie sich die Stadt für Fol­gen des Kli­ma­wan­dels wapp­nen will

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück - Und sei­nen Stadt­tei­len auf www.noz.de/os

Die Zahl der hei­ßen Ta­ge und war­men Näch­te wird Kli­ma­schutz­ex­per­ten zu­fol­ge auch in Os­na­brück zu­neh­men. Wel­che Maß­nah­men zur An­pas­sung an den Stadt­kli­ma­wan­del er­grif­fen wer­den soll­ten, re­sü­miert ein Gut­ach­ten, das jetzt im Bo­ta­ni­schen Gar­ten öf­fent­lich vor­ge­stellt wur­de.

Von Mat­thi­as Liedt­ke

OS­NA­BRÜCK. So­wohl für so­ge­nann­te „tro­pi­sche Näch­te“mit Tem­pe­ra­tu­ren nicht un­ter 20 Grad als auch für Hit­ze­ta­ge mit min­des­tens „ge­fühl­ten“35 Grad sei in Zu­kunft ein „deut­li­cher An­stieg“zu er­war­ten, pro­gnos­ti­zier­te im nur spär­lich be­setz­ten Saal des Boh­nen­kamp-Hau­ses der Um­welt­me­teo­ro­lo­ge Jan­ko Lö­big vom Pla­nungs­bü­ro Geo-Net. Die Fir­ma aus Han­no­ver war von der Stadt vor ei­nem Jahr da­mit be­auf­tragt wor­den, nach 20 Jah­ren die städ­ti­schen Kli­ma­da­ten zu ak­tua­li­sie­ren und auf die­ser Ba­sis ei­ne ent­spre­chen­de Kli­ma­an­pas­sungs­stra­te­gie zu ent­wi­ckeln.

Mes­sun­gen an ei­nem zen­tra­len Punkt in der In­nen­stadt so­wie im äu­ße­ren Stadt­be­reich, die durch Mess­fahr­ten durch das ge­sam­te Stadtgebiet er­gänzt wor­den sei­en, hät­ten er­ge­ben, dass im Ge­gen­satz zum küh­le­ren Um­land im ge­sam­ten städ­ti­schen Sied­lungs­raum ein deut­li­cher „Wär­mein­sel-Ef­fekt“zu ver­zeich­nen sei, be­rich­te­te Lö­big. Durch den Ein­satz ei­ner Droh­ne sei zu­dem, vi­sua­li­siert durch Mehr Be­grü­nung ist nur ein Punkt der Kli­ma­an­pas­sungs­stra­te­gie, die der Um­welt­me­teo­ro­lo­ge Jan­ko Lö­big vom Pla­nungs­bü­ro Geo-Net und Jen­ni­fer Ho­elt­ke vom Fach­be­reich Um­welt und Kli­ma­schutz der Stadt jetzt im Bo­ta­ni­schen Gar­ten öf­fent­lich vor­stell­ten.

Rauch­schwa­den, ei­ne Kalt­luft­strö­mung vor­nehm­lich aus Rich­tung Süd­west nach­ge­wie­sen wor­den.

Um ei­ne Ver­sor­gung der Stadt mit Frisch­luft zu ge­währ­leis­ten, soll­ten be­stimm­te „Kli­ma­schutz­flä­chen“von ei­ner Be­bau­ung frei­ge­hal­ten wer­den, be­ton­te Jen­ni­fer Ho­elt­ke vom städ­ti­schen Fach­be­reich Um­welt und Kli­ma­schutz, die seit ei­nem Jahr auch für das Stadt­kli­ma zu­stän­dig ist. Das wer­de auch dann we­ni­ger be­las­tet, wenn luft­durch­läs­sig ge­baut, neue Bau­flä­chen nicht

ver­sie­gelt und be­ste­hen­de Flä­chen ent­sie­gelt wür­den. Au­ßer­dem sol­len Ho­elt­ke zu­fol­ge Rück­hal­te­flä­chen zum Auf­fan­gen von ex­tre­mem Stark­re­gen und zur Küh­lung ge­schaf­fen wer­den. Au­ßer­dem zum Kli­ma­aus­gleich und zur Schad­stoff­fil­te­rung wei­te­re Grün­flä­chen – auch auf Dä­chern, Fas­sa­den oder Stra­ßen­in­seln.

Die jetzt vor­ge­stell­te Ex­per­ti­se, die zu ei­nem Groß­teil vom Bundesumweltministerium fi­nan­ziert wur­de, sei ei­ne „gute Pla­nungs­grund­la­ge für stadt­kli­ma­scho­nen­des

Bau­en“, be­ton­te To­bi­as Lan­ger, der als Lei­ter des Fach­be­reichs Um­welt­pla­nung im Ju­li die dar­aus ab­ge­lei­te­ten Emp­feh­lun­gen zum an­pas­sen­den Stadt­kli­ma­schutz den po­li­ti­schen Ak­teu­ren vor­le­gen möch­te.

Der ex­pli­zit „nicht für die Schub­la­de“ge­dach­te Ka­ta­log ent­hält auch 13 Schlüs­sel­maß­nah­men, für die Lan­ger die Chan­ce ei­ner „kurz­fris­ti­gen ak­ti­ven Um­set­zung“sieht, wie er sag­te – dar­un­ter ein An­reiz­pro­gramm zur Be­grü­nung und Ent­sie­ge­lung pri­va­ter Flä­chen und Pi­lot­pro­jek­te

zur kli­ma­an­ge­pass­ten Stadt­sa­nie­rung und Stra­ßen­raum­ge­stal­tung so­wie zur Hit­ze­prä­ven­ti­on in so­zia­len Ein­rich­tun­gen, in de­nen sich Ri­si­ko­grup­pen auf­hal­ten, die un­ter zu gro­ßer Hit­ze be­son­ders lei­den – et­wa Klein­kin­der, Se­nio­ren oder Kran­ke. Ei­ne In­for­ma­ti­ons­und ei­ne Bil­dungs­kam­pa­gne in Schu­len sol­len zu­dem für das The­ma stär­ker als bis­lang sen­si­bi­li­sie­ren.

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