Pe­ter Hah­ne kri­ti­siert „gna­den­lo­se Zeit“

Theo­lo­ge und ZDF-Jour­na­list hält Vor­trag in der Os­na­brü­cker Pau­lus­kir­che

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Har­te Kri­tik an der heu­ti­gen Zeit hat Pe­ter Hah­ne am Sonn­tag bei ei­nem Vor­trag in der Os­na­brü­cker Pau­lus­kir­che ge­äu­ßert. Ein Weg zur Bes­se­rung sei der Glau­ben.

„Die Welt ist un­fass­bar gna­den­los ge­wor­den.“Das be­ton­te Pe­ter Hah­ne im­mer wie­der, als er von der Kan­zel in der gut be­such­ten Kir­che sprach. Bei­spie­le nann­te der evan­ge­li­sche Di­plom­theo­lo­ge und Jour­na­list ei­ni­ge: zu­neh­men­de Ge­walt, vie­le Miss­brauchs­fäl­le, Mob­bing – ins­be­son­de­re im In­ter­net. Er warn­te vor Ju­gend­wahn, Sterbehilfe so­wie der Ab­schaf­fung des Bar­gelds und ver­wies da­bei nicht nur ein­mal auf sei­ne Bücher. Als ei­ne der Ur­sa­chen für die Si­tua­ti­on mach­te Hah­ne den man­geln­den Glau­ben an Gott in Von der Kan­zel der Pau­lus­kir­che re­fe­rier­te Pe­ter Hah­ne über ak­tu­el­le Pro­ble­me un­se­rer Zeit.

der Ge­sell­schaft aus. Auch die Ma­xi­me, dass je­der ma­chen kön­ne, was er wol­le, müs­se über­dacht wer­den.

In so ei­ner Zeit sei die Fra­ge nach dem gnä­di­gen Gott wich­tig, er­klär­te Hah­ne. Denn: „Wir mer­ken doch,

dass wir nicht als Hei­li­ge durch das Le­ben ge­hen.“Begna­digt wer­den kön­ne nur, wer ver­ur­teilt sei – „und wir sind ver­ur­teilt“, dia­gnos­ti­zier­te der Red­ner. Das Jüngs­te Ge­richt hält er je­doch nicht für ei­ne Dro­hung, son­dern für ei­ne fro­he Bot­schaft: „Es gibt Ge­rech­tig­keit.“Was sol­le sonst trös­ten?

Hah­ne gab aber Ent­war­nung. Mo­ra­li­sche Höchst­leis­tun­gen ver­lan­ge Gott von den Men­schen nicht: „Je­der kann kom­men, wie er ist, da­mit er nicht blei­ben muss, wie er ist.“Ge­ra­de schwie­ri­ge Zei­ten be­zeich­ne­te er als „Tüv des Glau­bens, den Här­te­test“. Weil Je­sus durch das Jüngs­te Ge­richt hel­fe, müs­se nie­mand Angst vor dem Tod ha­ben.

Je­sus und die Chris­ten sieht Hah­ne aber viel Spott aus­ge­setzt. Er selbst sei vor Kur­zem ge­fragt wor­den: „War­um sind Sie Christ, Sie sind ja sonst nicht doof?“. Vor al­lem in Be­zug auf das An­se­hen Je­su als Got­tes Sohn er­klär­te der Theo­lo­ge, dass er kein Christ wä­re, wenn es sich da­bei um ein Mär­chen han­deln wür­de.

Kri­tik an der heu­ti­gen evan­ge­li­schen Kir­che blieb in Hah­nes Vor­trag nicht aus. We­der ein „geist­li­cher Kon­kurs­ver­wal­ter“noch ein „Ge­dächt­nis­ver­ein“dür­fe die­se sein. Auch Mar­tin Lu­ther the­ma­ti­sier­te der TV-Jour­na­list. Ein rich­ti­ger In­tel­lek­tu­el­ler sei der noch ge­we­sen. Schließ­lich ha­be er auch die deut­sche Spra­che ge­schaf­fen. Die­se wer­de heu­te durch das Gen­dern (al­so die in­zwi­schen viel­fach üb­li­che Ver­wen­dung ge­schlechts­neu­tra­ler For­mu­lie­run­gen) zer­stört.

Hah­nes Vor­trag „Al­lein aus Gna­de – in ei­ner gna­den­lo­sen Zeit?!“bil­de­te den Ab­schluss ei­ner Ver­an­stal­tungs­rei­he der Pau­lus­kir­che zum 500-jäh­ri­gen Re­for­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um.

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