Geld tut Gu­tes

Zah­len, Da­ten und Fak­ten zum Stif­tungs­tag

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück - Bun­des­ver­band Deut­scher Stif­tun­gen

Von Se­bas­ti­an Stri­cker

Wie vie­le Stif­tun­gen gibt es? Wel­che Stif­tun­gen sind die größ­ten? Und wie funk­tio­nie­ren Stif­tun­gen ei­gent­lich? Fra­gen und Ant­wor­ten.

Bun­des­21806weit

gibt es ge­gen­wär­tig 21 806 rechts­fä­hi­ge Stif­tun­gen mit ei­nem ge­schätz­ten Ver­mö­gen von 100 Mil­li­ar­den Eu­ro. Al­lein 2016 sind 582 Stif­tun­gen hin­zu­ge­kom­men. 95 Pro­zent der Stif­tun­gen in Deutsch­land sind ge­mein­nüt­zig.

Stif­tun­Mrd­gen le­gen das ihr über­tra­ge­ne Ver­mö­gen si­cher und ge­winn- brin­gend an. Die Zin­s­er­trä­ge wer­den dann für ei­nen vom Stif­ter fest­ge­leg­ten ge­mein­nüt­zi­gen Zweck aus­ge­ge­ben. So wen­den deut­sche Stif­tun­gen jähr­lich 17 Mil­li­ar­den Eu­ro für ge­mein­nüt­zi­ge Zwe­cke auf. Sie för­dern zum Bei­spiel Bil­dungs­an­ge­bo­te oder set­zen sich für die Er­for­schung sel­te­ner Krank­hei­ten ein. Es gibt ver­schie­de­ne Ty­pen von Stif­tun­gen: Be­lieb­tes­te Rechts­for­men sind die Stif­tung bür­ger­li­chen Rechts und die Treu­hand­stif­tung.

Der Stif­tungs­tag 2017 in Os­na­brück fin­det in ei­nem stif­tungs­rei­chen Bun­des­land statt. Ak­tu­ell gibt es 2265 rechts­fä­hi­ge Stif­tun­gen bür­ger­li­chen Rechts in Nie­der­sach­sen. 2016 ka­men 54 neue Stif­tun­gen hin­zu. Das Wachs­tum ist mit 2,7 Pro­zent über­durch­schnitt­lich, eben­so die Stif­tungs­dich­te: In Nie­der­sach­sen kom­men auf 100 000 Ein­woh­ner 29 Stif­tun­gen, bun­des­weit sind es im Schnitt 27.

Die Stadt mit den meis­ten Stif­tun­gen in Nie­der­sach­sen, ge­mes­sen an der Ein­woh­ner­zahl, ist Ol­den­burg: 80 Stif­tun­gen pro 100 000 Ein­woh­ner be­deu­ten auch Platz zwei im Ran­king al­ler deut­schen Groß­städ­te hin­ter Würz­burg. Os­na­brück liegt mit 49 Stif­tun­gen pro 100000 Ein­woh­ner bun­des­weit auf Platz 18.

Da das ge­stif­te­te Ver­mö­gen nicht aus­ge­ge­ben wer­den darf, kön­nen Stif­tun­gen Jahr­hun­der­te über­dau­ern. Ei­ne der äl­tes­ten, bis heu­te exis­tie­ren­den Stif­tun­gen ist die 1161 er­rich­te­te Jo­han­nis­hof­stif­tung. Seit 856 Jah­ren un­ter­stützt sie Be­dürf­ti­ge und so­zia­le Pro­jek­te in Hil­des­heim.

Rund 70 Pro­zent der Stif­tun­gen ha­ben ein Ka­pi­tal von höchs­tens ei­ner Mil­li­on Eu­ro. Nur 0,8 Pro­zent hin­ge­gen ver­fü­gen über ein Stif­tungs­ver­mö­gen von mehr als 100 Mil­lio­nen Eu­ro. Aber wel­ches sind die größ­ten Stif­tun­gen in Deutsch­land? Schwer zu sa­gen, denn für aus­sa­ge­kräf­ti­ge Ver­glei­che sind die Stif­tun­gen zu ver­schie­den. Zu den größ­ten ge­mein­nüt­zi­gen pri- vat­recht­li­chen Stif­tun­gen, ge­mes­sen am Ver­mö­gen, ge­hö­ren et­wa die Al­frie­dK­rupp-von-Boh­len-un­dHal­bach-Stif­tung (Essen), die Stif­tun­gen der SAP-Grün­der Diet­mar Hopp (Wall­dorf) und Klaus Tschi­ra (Hei­del­berg) und die Volks­wa­genStif­tung (Han­no­ver), au­ßer­dem die Deut­sche Bun­des­stif­tung Um­welt (Os­na­brück) und die Ber­tels­mann-Stif­tung (Gütersloh).

Rund zwei Drit­tel der Stif­ter in Deutsch­land sind Pri­vat­per­so­nen. Oft be­tä­ti­gen sich aber auch Or­ga­ni­sa­tio­nen als Stif­ter, zum Bei­spiel Vereine, Un­ter­neh­men, kirch­li­che oder staat­li­che Ein­rich­tun­gen. Wer ei­ne Stif­tung er­rich- tet, trennt sich für im­mer von sei­nem Ver­mö­gen. Stif­ter kön­nen die Stif­tung nicht wie­der auf­lö­sen.

Et­wa 90 Pro­zent der Stif­ter stif­ten zu Leb­zei­ten. Wenn sie sich da­zu ent­schei­den, sind sie meist kurz vor oder im Ru­he­stand, hoch ge­bil­det, ver­mö­gend und ha­ben häu­fig kei­ne Kin­der. Das ge­stif­te­te Ver­mö­gen wur­de über­wie­gend selbst er­wirt­schaf­tet, oft durch selbst­stän­di­ge un­ter­neh­me­ri­sche Tä­tig­keit. Ge­stif­tet wer­den Geld und an­de­re Ver­mö­gens­wer­te wie Im­mo­bi­li­en, Wald oder Kunst­ge­gen­stän­de.

Quelle:

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