Ver­hält­nis zwi­schen Ju­den und Chris­ten

Künst­le­ri­sche In­ter­ven­ti­on von Su­san­ne Tunn in St. Ma­ri­en

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur Regional - Von Tom Bull­mann „ES“. Künst­le­ri­sche In­ter­ven­ti­on von Su­san­ne Tunn im Rah­men von „Re-For­med. 500 Jah­re Re­for­ma­ti­on“. St. Ma­ri­en, bis 11. Ju­ni

Die ei­ne steht auf­recht, den Kopf selbst­be­wusst er­ho­ben. Sie trägt ei­ne Kro­ne als Herr­schafts­zei­chen, das Kreuz und ei­nen Kelch als Sym­bol für ei­ne do­mi­nie­ren­de Kir­che. Die an­de­re steht ab­ge­wandt, die Au­gen ver­bun­den, mit ei­ner zer­bro­che­nen Lan­ze da, die Kro­ne ist ihr vom Haupt ge­fal­len. Die bei­den Sta­tu­en „Eccle­sia“(Kir­che) und „Sy­nago­ga“wur­den im Mit­tel­al­ter gern als Sinn­bil­der für die Über­le­gen­heit des Chris­ten­tums ge­gen­über den Ju­den ein­ge­setzt. Die Au­gen­bin­de bei der „Sy­nago­ga“steht für die Blind­heit des Ju­den­tums ge­gen­über Je­sus von Na­za­reth, dem Mes­si­as.

Die­ser The­ma­tik wid­met sich die Künst­le­rin Su­san­ne Tunn im Rah­men des Aus­stel­lungs­pro­jekts „Re-For­med“. In­wie­fern hat sich durch die Leh­ren Lu­thers das Ver­hält­nis zwi­schen Ju­den und Chris­ten ge­wan­del?, fragt Tunn mit ih­rer künst­le­ri­schen In­ter­ven­ti­on. Hier in Os­na­brück hat sie ei­ne be­son­de­re Si­tua­ti­on vor­ge­fun­den. Die „Sy­nago­ga“, die seit dem 14. Jahr­hun­dert die Ma­ri­en­kir­che schmück­te, war 1882 durch ei­ne Nach­bil­dung des Bild­hau­ers Pe­ter Fuchs er­setzt wor­den.

„Das Ori­gi­nal wan­der­te in das eben erst er­öff­ne­te Kul­tur­ge­schicht­li­che Museum Os­na­brück“, sagt Thors­ten Hee­se, der im Museum für die Stadt­ge­schich­te zu­stän­dig ist. Er wil­lig­te ein, als die Künst­le­rin jetzt den Wunsch äu­ßer­te, das Ori­gi­nal aus­zu­lei­hen, um es mit der Nach­bil­dung der „Sy­nago­ga“, die nor­ma­ler­wei­se im Braut­por­tal von St. Ma­ri­en zu se­hen ist, für die Dau­er der In­ter­ven­ti­on in der Kir­che zu­sam­men­zu­brin­gen.

An­läss­lich des Deut­schen Stif­tungs­ta­ges fin­det am Frei­tag, 19. Mai, in der Ma­ri­en­kir­che um 11 Uhr ei­ne Po­di­ums­dis­kus­si­on statt, die sich Tunns Ar­beit und dem The­ma „For­men Bil­den – For­men stif­ten“wid­met.

Mit ver­bun­de­nen Au­gen sym­bo­li­siert die Sta­tue „Sy­nago­ga“das Ju­den­tum. Fo­to: Micha­el Grün­del

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