Ha­cker-An­griff: Os­na­brück kommt glimpf­lich da­von

An­zei­ge­ta­fel am Bahn­hof lahm­ge­legt – Bis­lang aber kei­ne Schä­den durch Com­pu­ter­vi­rus „Wan­naC­ry“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück - Von Se­bas­ti­an Phil­ipp

Die Cy­ber-Atta­cke auf Hun­dert­tau­sen­de Rech­ner hat am Wochenende für Cha­os ge­sorgt. In Os­na­brück ha­ben die Si­cher­heits­vor­keh­run­gen da­ge­gen of­fen­bar Schlim­me­res ver­hin­dert.

Hin­ter den An­grif­fen auf die Com­pu­ter­sys­te­me von Kran­ken­häu­sern, Un­ter­neh­men und Pri­vat­per­so­nen steckt die Schad­soft­ware „Wan­naC­ry“. Ex­per­ten schät­zen, dass welt­weit rund 200000 Rech­ner in mehr als 150 Län­dern in­fi­ziert wur­den. In Deutsch­land ma­ni­fes­tier­te sich die Ver­brei­tung der Schad­soft­ware vor al­lem an zahl­rei­chen Bahn­hö­fen. „Wan­naC­ry“zeig­te hier sein Ge­sicht an den An­zei­ge­ta­feln und blo­ckier­te de­ren Be­trieb – so auch in Os­na­brück. Ver­ein­zelt wa­ren auch Fahr­kar­ten­au­to­ma­ten be­trof­fen so­wie die Vi­deo­über­wa­chung.

In Os­na­brück hält sich der Scha­den an­sons­ten bis­lang of­fen­bar in Gren­zen. In der Stadt­ver­wal­tung sind bis zum Mon­tag­mit­tag kei­ne Mel­dun­gen von Mit­ar­bei­tern über ei­nen mög­li­chen Tro­j­an­er­be­fall ein­ge­gan­gen. „Wir wis­sen, dass wir nicht un­an­greif­bar sein kön­nen. Aber un­se­re Sys­te­me sind stets auf dem neu­es­ten Stand, so­dass in der Ver­wal­tung bis­lang kein Be­fall mit dem Tro­ja­ner be­kannt ge­wor­den ist“, sagt Stadt­spre­cher Sven Jür­gen­sen. Der Land­kreis ist nach An­ga­ben sei­nes Spre­chers Hen­ning Mül­ler-De­tert eben­falls glimpf­lich da­von­ge­kom­men. „Der Land­kreis schützt sich durch das In­stal­lie­ren al­ler Si­cher­heits­up­dates und ver­fügt über Vi­ren­scan­ner mit ak­tu­el­len Si­gna­tu­ren.“

Wäh­rend in Groß­bri­tan­ni­en meh­re­re Kran­ken­häu­ser von der Cy­ber-Atta­cke be­trof­fen wa­ren, ge­ben die Os­na­brü­cker Kli­ni­ken Ent­war­nung. So ge­be es im Kli­ni­kum am Fin­ken­hü­gel kei­ne in­fi­zier­ten Rech­ner, wie Spre­che­rin Sil­via Kerst mit­teilt.

Die Niels-Sten­sen-Kli­ni­ken ha­ben be­reits am Sams­tag Maß­nah­men ge­gen den An­griff er­grif­fen, wie Spre­cher Micha­el Schiff­bän­ker er­läu­tert: „Un­se­re IT-Ab­tei­lung hat di­rekt nach dem Be­kannt­wer­den des Tro­ja­ner­an­griffs mit ei­ner Rund­mail an al­le Mit­ar­bei­ter re­agiert.“Denn für die Si­cher­heit sind laut Schiff­bän­ker bis­wei­len ganz ein­fa­che Din­ge aus­schlag­ge­bend. „Un­se­re Mit­ar­bei­ter sind auf­ge­ru­fen, Soft­ware­instal­la­tio­nen nicht zu blo­ckie­ren. Wenn der PC da­zu auf­for­dert, den Rech­ner neu zu star­ten, um ein Up­date zu in­stal­lie­ren, dann sind eben fünf Mi­nu­ten Pau­se an­ge­sagt, bis die neue Ver­si­on fer­tig in­stal­liert ist.“

Auch Stadt­wer­ke-Spre­che­rin Ni­co­le Sei­fert gibt Ent­war­nung. „Wir ha­ben kei­ner­lei Mel­dung über An­grif­fe.“

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