Tes­to­ste­ron be­ein­flusst Un­ge­duld

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Gut Zu Wissen - Von El­ke Schrö­der

Der sprung­haf­te An­stieg des Tes­to­ste­ron­spie­gels in der Pu­ber­tät ist für die ju­gend­li­che Un­ge­duld ver­ant­wort­lich. Das ist das Er­geb­nis ei­ner jüngst ver­öf­fent­lich­ten Stu­die, bei der die Rol­le von Hor­mo­nen bei im­pul­si­ven Ent­schei­dun­gen un­ter­sucht wur­de, wie das Max-Planck-In­sti­tut am Mon­tag mit­teil­te. Die Wis­sen­schaft­ler vom Ma­xPlanck-In­sti­tut für Bil­dungs­for­schung in Ber­lin und der Uni­ver­si­tät von Ka­li­for­ni­en, Ber­ke­ley, kon­zen­trier­ten sich dem­nach auf die Un­ter­su­chung von 72 Jun­gen im Al­ter zwi­schen 11 und 14 Jah­ren, da Jun­gen im­pul­si­ver sei­en.

Die Her­an­wach­sen­den ga­ben da­bei zu­nächst zwei mor­gend­li­che Spei­chel­pro­ben zur Be­stim­mung ih­res Tes­to­ste­ron­spie­gels ab. Da­nach wur­de das im­pul­si­ve Ver­hal­ten der Ju­gend­li­chen in ei­nem Ent­schei­dungs­test er­forscht. Da­bei ging es um die Ver­wen­dung ei­nes hy­po­the­ti­schen Geld­be­trags. Es gab die Wahl zwi­schen ei­nem bald aus­ge­zahl­ten, klei­ne­ren Geld­be­trag oder ei­nem hö­he­ren in der fer­ne­ren Zu­kunft. Et­wa zwei Drit­tel der Teil­neh­mer ent­schie­den sich im Durch­schnitt für das schnel­le Geld.

Die­se Emp­fäng­lich­keit „für ei­ne un­mit­tel­ba­re Be­loh­nung“brin­gen die Wis­sen­schaft­ler in Ver­bin­dung „mit den Ef­fek­ten des Tes­to­ste­rons auf be­stimm­te be­loh­nungs­be­zo­ge­ne Hirn­re­gio­nen, wie dem Stri­a­tum“, hieß es wei­ter. Im­pul­si­vi­tät ge­hö­re zum Er­wach­sen­wer­den und sei Teil ei­ner ge­sun­den Ent­wick­lung. Den­noch lei­ten die For­scher auch ei­nen Er­zie­hungs­tipp aus ih­rer Stu­die ab: Es kön­ne rat­sam sein, gu­tes Ver­hal­ten von Ju­gend­li­chen kurz­fris­ti­ger zu be­loh­nen, an­statt auf Be­loh­nun­gen in der Zu­kunft zu ver­wei­sen.

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