Ga­b­ri­el: Gol­de­ner Plan für Schu­len

Ap­pell vor Stif­tungs­tag in Os­na­brück – Au­ßen­mi­nis­ter warnt die Tür­kei

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite - Von Bea­te Ten­fel­de

Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD) hat ei­nen „gol­de­nen Plan“und da­mit deut­lich mehr In­ves­ti­tio­nen für Deutsch­lands Schu­len ge­for­dert. „Da ist das Geld am bes­ten auf­ge­ho­ben“, sag­te Ga­b­ri­el im In­ter­view mit un­se­rer Re­dak­ti­on.

OS­NA­BRÜCK. Der SPD-Po­li­ti­ker kri­ti­sier­te, dass nach dem Wahl­sieg von CDU und FDP in Nord­rhein-West­fa­len „schon wie­der der Ruf nach Steu­er­sen­kun­gen für be­son­ders Wohl­ha­ben­de laut wird“. Er se­he die Ge­fahr, dass Deutsch­land in den glei­chen Still­stand in der Bil­dungs­po­li­tik zu­rück­fal­le, den es un­ter der Re­gie­rung von CDU und FDP zwi­schen 2009 und 2013 ge­ge­ben ha­be. „Wenn der Bun­des­tags­wahl­kampf sich um die bes­ten Kon­zep­te für Bil­dung dre­hen wür­de, wä­re es gut“, mein­te der Mi­nis­ter.

In den Stadt­tei­len mit den größ­ten so­zia­len Pro­ble­men müss­ten „die bes­ten und üb­ri­gens auch die schöns­ten Schu­len ste­hen“. So müs­se deut­lich wer­den, dass Bil­dung „et­was wert ist“in un­se­rer Ge­sell­schaft. „Das ist ei­ne Fra­ge von Chan­cen­gleich­heit und so­zia­ler Ge­rech­tig­keit“, be­ton­te der SPD-Po­li­ti­ker mit Blick auf den Deut­schen Stif­tungs­tag in Os­na­brück, bei dem sich Wis­sen­schaft­ler und Po­li­ti­ker un­ter an­de­rem über Bil­dung und Di­gi­ta­li­sie­rung aus­tau­schen.

Vor­ge­stellt wer­den soll bei der drei­tä­gi­gen Ver­an­stal­tung mit 1400 Gäs­ten der Wis­sens­at­las Bil­dung. Er soll zei­gen, was Stif­tun­gen zur Bil­dung in Deutsch­land bei­steu­ern. In Deutsch­land gibt es 21 800 Stif­tun­gen; im ver­gan­ge­nen Jahr wur­den 582 neu ge­grün­det. Das ge­schätz­te Ge­samt­ver­mö­gen liegt bei 100 Mil­li­ar­den Eu­ro.

In dem au­ßen­po­li­ti­schen Teil des In­ter­views rief der Au­ßen­mi­nis­ter die Tür­kei da­zu auf, Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten ei­nen Be­such bei den deut­schen Sol­da­ten auf dem Luft­waf­fen­stütz­punkt In­cir­lik nicht län­ger zu ver­wei­gern. „Ich kann nur hof­fen, dass die tür­ki­sche Re­gie­rung ih­re Mei­nung in den kom­men­den Ta­gen än­dert. Sonst wird der Deut­sche Bun­des­tag si­cher die Sol­da­ten nicht in der Tür­kei las­sen“, sag­te Ga­b­ri­el.

Der Ein­satz der Bun­des­wehr dort sei ein wich­ti­ger Bei­trag im Kampf ge­gen den IS-Ter­ror. „Die­ses In­ter­es­se ha­ben nicht nur wir, son­dern auch wich­ti­ge Nato-Part­ner wie et­wa die USA“, be­ton­te der Mi­nis­ter. Wenn jetzt stän­dig deut­sche Staats­bür­ger mit nicht nach­voll­zieh­ba­ren Vor­wür­fen in Haft kä­men, Deut­sche nicht aus­rei­sen dürf­ten aus der Tür­kei und laut Ga­b­ri­el „nun auch noch das deut­sche Par­la­ment er­presst wer­den soll, ist die Gren­ze des Er­träg­li­chen er­reicht“. Der Mi­nis­ter er­klär­te wei­ter: „Wenn ei­ne ver­nünf­ti­ge Ar­beit von In­cir­lik aus nicht mehr mög­lich ist – und da­zu ge­hört nun ein­mal auch, dass die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten ih­re Sol­da­ten be­su­chen kön­nen –, dann müs­sen wir Al­ter­na­ti­ven ins Au­ge fas­sen.“

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