50 Sui­zid­ver­su­che von Flücht­lin­gen

Deut­lich mehr Fäl­le in Nie­der­sach­sen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite - Von Dirk Fis­ser

OS­NA­BRÜCK. Die Zahl der Sui­zid­ver­su­che von Asyl­be­wer­bern in Nie­der­sach­sen ist in den ver­gan­ge­nen Jah­ren stark ge­stie­gen. Das zeigt ei­ne Ant­wort des In­nen­mi­nis­te­ri­ums auf An­fra­ge der FDP-Land­tags­frak­ti­on. Die ge­naue Di­men­si­on bleibt aber un­klar.

Wie das Mi­nis­te­ri­um jetzt mit­teil­te, hät­ten von ins­ge­samt 47 ab­ge­frag­ten Kom­mu­nen in Nie­der­sach­sen nur 13 Land­krei­se oder kreis­freie Städ­te Zah­len zu Selbst­tö­tun­gen oder ent­spre­chen­den Ver­su­chen ge­mel­det. Das Er­geb­nis: Die Zahl der Sui­zid­ver­su­che von Asyl­be­wer­bern stieg von 19 im Jahr 2015 auf nun­mehr 50 im ver­gan­ge­nen Jahr – drei Men­schen star­ben. Haupt­her­kunfts­län­der wa­ren Af­gha­nis­tan und Sy­ri­en.

FDP-In­nen­po­li­ti­ker JanChris­toph Oet­jen be­män­gel­te, dass es kei­ne be­last­ba­re Da­ten­grund­la­ge zu Sui­zid­ver­su­chen und Sui­zi­den un­ter Asyl­be­wer­bern ge­be. Er for­der­te ei­ne Mel­de­pflicht für Kom­mu­nen, da­mit sich das Land ein Ge­samt­bild ma­chen und ge­ge­be­nen­falls ge­gen­steu­ern kön­ne. „Asyl­be­wer­ber be­fin­den sich in der Ob­hut des Staa­tes. Da muss der Staat auch wis­sen, was mit den Men­schen ge­schieht“, so Oet­jen.

Er kri­ti­sier­te zu­dem, dass das Land die Kom­mu­nen mit der Sui­zid-Pro­ble­ma­tik al­lein­las­se. „Hier muss ei­ne kla­re Un­ter­stüt­zungs­struk­tur ge­schaf­fen wer­den“, so der in­nen­po­li­ti­sche Spre­cher der FDP-Frak­ti­on.

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