In Kiel ste­hen die Zei­chen auf Ja­mai­ka

Re­gie­rungs­chef Al­big geht – Nach FDP-Nein zur Am­pel zeich­net sich schwarz-grün-gel­bes Bünd­nis ab

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Schles­wig-Hol­steins Re­gie­rungs­chef Al­big tritt ab. Der SPD-Po­li­ti­ker gibt da­mit dem Druck nach, der nach der ver­lo­re­nen Land­tags­wahl im­mer stär­ker ge­wor­den war. Für ei­ne Am­pel-Ko­ali­ti­on kam das zu spät. Nun könn­te es ein Ja­mai­ka-Bünd­nis wer­den.

KIEL. Nach der ver­lo­re­nen Land­tags­wahl zieht sich Schles­wig-Hol­steins Mi­nis­ter­prä­si­dent Tors­ten Al­big aus der Po­li­tik zu­rück. Für ei­ne wei­te­re Amt­s­pe­ri­ode ste­he er nicht zur Ver­fü­gung und wer­de sein Land­tags­man­dat nicht wahr­neh­men, schrieb der SPD-Po­li­ti­ker am Di­ens­tag in Kiel in ei­ner per­sön­li­chen Er­klä­rung. Der 53-Jäh­ri­ge zog da­mit die Kon­se­quenz aus der Nie­der­la­ge der SPD am 7. Mai. Die bis­he­ri­ge Ko­ali­ti­on aus SPD, Grü­nen und SSW (Süd­schles­wig­scher Wäh­ler­ver­band) ver­lor ih­re Mehr­heit.

Für ei­ne Am­pel-Ko­ali­ti­on aus SPD, Grü­nen und FDP kam Al­bigs Rück­zug wohl zu spät. FDP-Bun­des­vi­ze Wolf­gang Ku­bi­cki hat­te dem kurz zu­vor ei­ne Ab­sa­ge er­teilt: „Die Be­reit­schaft der Frei­en De­mo­kra­ten, in Ge­sprä­che über ei­ne Am­pel-Ko­ali­ti­on ein­zu­tre­ten, ist er­schöpft – de­fi­ni­tiv.“Der Li­be­ra­le setzt auf ein Ja­mai­ka-Bünd­nis. „Kommt dies nicht zu­stan­de, blei­ben wir in der Op­po­si­ti­on, das ist kein Bein­bruch.“

Nach ers­ten Son­die­rungs­ge­sprä­chen zeich­nen sich nun Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen der CDU um Spit­zen­kan­di­dat Da­ni­el Gün­ther mit FDP und Grü­nen ab. Am Mitt­woch tref­fen sich erst­mals die drei po­ten­zi­el­len Part­ner. In der kom­men­den Wo­che wol­len sie über die Auf­nah­me von Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen ent­schei­den. Trotz Dif­fe­ren­zen scheint ein Ja­mai­ka-Bünd­nis mög­lich. Ein Par­tei­tag wird zei­gen, ob auch die Grü­nen be­reit sind.

Der schei­den­de Re­gie­rungs­chef Al­big er­klär­te, sei­ne Ar­beit als Mit­glied ei­ner Lan­des­re­gie­rung wer­de „in je­dem Fall mit der Neu­wahl ei­ner Mi­nis­ter­prä­si­den­tin oder ei­nes Mi­nis­ter­prä­si­den­ten“en­den. „Um auch jed­we­der wei­te­ren sub­stanz­lo­sen, aber den­noch für mich und mein per­sön­li­ches Um­feld ehr­ver­let­zen­den Un­ter­stel­lung der Ver­mi­schung öf­fent­li­cher und pri­va­ter In­ter­es­sen den Bo­den zu ent­zie­hen, wer­de ich auch nicht dem künf­ti­gen Schles­wig-Hol­stei­ni­schen Land­tag an­ge­hö­ren.“

Das Nach­rich­ten­ma­ga­zin „Der Spie­gel“hat in sei­ner ak­tu­el­len Aus­ga­be in ei­nem Be­richt spe­ku­liert, ob Auf­trä­ge für die Wer­be­agen­tur sei­ner Le­bens­ge­fähr­tin im Zu­sam­men­hang mit Al­bigs po­li­ti­scher Po­si­ti­on ste­hen könn­ten.

SPD-Lan­des­chef Ralf Steg­ner hofft auch nach der FDPAb­sa­ge wei­ter auf ei­ne Am­pel. Der SPD-Lan­des­vor­stand wol­le noch am Di­ens­tag über ein An­ge­bot für „ernst­haf­te Son­die­rungs­ge­sprä­che“ent­schei­den, sag­te Steg­ner der dpa.

Nach der Ab­sa­ge der FDP für ei­ne Am­pel kom­men als neue Re­gie­rungs­kon­stel­la­ti­on rein rech­ne­risch nur noch ein Ja­mai­ka-Bünd­nis aus CDU, Grü­nen und FDP, ei­ne Gro­ße Ko­ali­ti­on von CDU und SPD oder ein Bünd­nis aus CDU, Grü­nen und SSW in­fra­ge. Die Par­tei der dä­ni­schen Min­der­heit hat ei­ne Re­gie­rungs­be­tei­li­gung au­ßer in ei­nem Bünd­nis mit der SPD aber aus­ge­schlos­sen.

Die Grü­nen hat­ten ei­ne Am­pel fa­vo­ri­siert, Ja­mai­ka aber nicht aus­ge­schlos­sen.

Tors­ten Al­big Fo­to: dpa

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