Terre des hom­mes kri­ti­siert Ge­setz zu Kin­der­ehen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

OS­NA­BRÜCK/BER­LIN. Das Kin­der­hilfs­werk terre des hom­mes (tdh) hat den Ge­setz­ent­wurf des Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums zu Kin­der­ehen vor der heu­ti­gen Be­ra­tung im Rechts­aus­schuss kri­ti­siert. Kin­der­rechts­ex­per­tin Tan­ja Fun­ken­berg sag­te, sie be­grü­ße zwar die Her­auf­set­zung des Ehe­mün­dig­keits­al­ters auf 18 Jah­re und die Ab­sicht, Flücht­lings­kin­der bes­ser vor Ge­walt zu schüt­zen. Ge­plant sei je­doch, ei­ne Ehe für un­wirk­sam zu er­klä­ren, wenn ei­ner der Ehe­part­ner das 16. Le­bens­jahr noch nicht er­reicht ha­be. „Dies wür­de den Ver­lust von Ren­ten-, Erb- und Un­ter­halts­an­sprü­chen be­deu­ten.“

Die Ko­ali­ti­ons­frak­tio­nen hat­ten die Ge­set­zes­än­de­rung un­ter an­de­rem mit ei­ner gro­ßen Zahl ver­hei­ra­te­ter Min­der­jäh­ri­ger be­grün­det, die in jüngs­ter Zeit als Flücht­lin­ge nach Deutsch­land ge­kom­men sind. Das neue Ge­setz soll auch für nach aus­län­di­schem Recht ge­schlos­se­ne Ehen gel­ten. Fun­ken­berg ar­gu­men­tier­te, die An­nul­lie­rung der Ehe hät­te zu­dem nur in Deutsch­land Gül­tig­keit. Im Her­kunfts­land wä­re sie wei­ter gül­tig. Bei ei­ner Rück­kehr könn­te das für das Kind fa­ta­le Kon­se­quen­zen ha­ben, so Fun­ken­berg. tdh plä­diert des­halb für ei­ne Ein­zel­fall­prü­fung in fa­mi­li­en­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren.

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