Auf­sichts­rat bei EWE stellt sich neu auf

Schwe­re Zei­ten für Ver­sor­ger

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Wirtschaft -

Beim Ol­den­bur­ger Ener­gie­un­ter­neh­men EWE ste­hen gro­ße Ent­schei­dun­gen an. Drei von fünf Vor­stands­pos­ten sind un­be­setzt, Kor­rup­ti­ons­vor­wür­fe ge­gen Mit­ar­bei­ter ei­ner Kon­zern­toch­ter müs­sen auf­ge­klärt wer­den. Auf den neu­en Auf­sichts­rat war­ten al­so ei­ni­ge Her­aus­for­de­run­gen.

OL­DEN­BURG. Knapp drei Mo­na­te nach dem Raus­wurf des Vor­stands­vor­sit­zen­den Mat­thi­as Brück­mann hat sich der Auf­sichts­rat des Ol­den­bur­ger Ener­gie­un­ter­neh­mens EWE neu auf­ge­stellt. Wie ein EWE-Spre­cher am Di­ens­tag mit­teil­te, wähl­te die Haupt­ver­samm­lung den Vor­stands­vor­sit­zen­den des Gel­sen­kir­che­ner Ver­sor­gungs­un­ter­neh­mens Gel­sen­was­ser AG, Hen­ning De­ters, den stell­ver­tre­ten­den Ge­schäfts­füh­rer des Spar­kas­sen­ver­ban­des Nie­der­sach­sen, Jür­gen Lö­cke, so­wie den ems­län­di­schen CDU-Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Bernd-Cars­ten Hie­bing in das Kon­troll­gre­mi­um.

Die Ent­schei­dung sei ein­stim­mig ge­fal­len, be­rich­te­te der ehe­ma­li­ge Auf­sichts­rats­chef Ste­phan-Andre­as Kaul­vers nach der nicht öf­fent­li­chen Haupt­ver­samm­lung. „Es war ei­ne rei­ne Form­sit­zung.“

Kaul­vers und zwei wei­te­re Mit­glie­der hat­ten sich vor­zei­tig aus dem Kon­troll­gre­mi­um zu­rück­ge­zo­gen. Sie wa­ren da­mit ei­ner Bit­te des EWE-Ver­ban­des nach­ge­kom­men, der als größ­ter An­teils­eig­ner des nicht bör­sen­no­tier­ten Un­ter­neh­mens ei­ge­ne Leu­te be­stim­men woll­te. Die Neu­ord­nung wur­de mit In­ter­es­se ver­folgt, da EWE in schwie­ri­gen Zei­ten steckt. Seit der frist­lo­sen Ent­las­sung Brück­manns we­gen ver­schie­de­ner Ver­feh­lun­gen sind drei von fünf Vor­stands­pos­ten un­be­setzt.

Ne­ben ei­ner klu­gen Be­set­zung der frei­en Man­da­te muss sich der neue Auf­sichts­rat mit der Au­f­ar­bei­tung von Kor­rup­ti­ons­vor­wür­fen ge­gen Mit­ar­bei­ter der Kon­zern­toch­ter EWE Netz be­schäf­ti­gen. Ob das neue Mit­glied Hie­bing als stell­ver­tre­ten­der Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der des Toch­ter­un­ter­neh­mens EWE Netz da­zu bei­tra­gen kann, bleibt ab­zu­war­ten. „Ich wün­sche EWE und dem neu­en Auf­sichts­rat, dass sie ei­ne glück­li­che Hand ha­ben“, hat­te Kaul­vers vor sei­ner letz­ten EWE-Auf­sichts­rats­sit­zung ge­sagt.

Wei­chen stel­len

Ne­ben Kaul­vers sind der bis­he­ri­ge zwei­te stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de Frank Mas­ti­aux und Pe­ter Mei­wald aus dem Gre­mi­um aus­ge­schie­den. Sie hät­ten EWE in her­aus­for­dern­den Zei­ten eng be­glei­tet und zen­tra­le Wei­chen­stel­lun­gen für die zu­künf­ti­ge Aus­rich­tung er­mög­licht, sag­te der ers­te stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de des Auf­sichts­ra­tes, Cars­ten Hahn, nach An­ga­ben ei­nes EWE-Spre­chers bei der Ver­ab­schie­dung.

Neu­er Auf­sichts­rats­chef soll nach An­ga­ben von meh­re­ren Auf­sichts­rats­mit­glie­dern der ehe­ma­li­ge Land­rat des Land­krei­ses Leer, Bern­hard Bram­la­ge, wer­den. Bis­lang ist er der vier­te stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de. Die kon­sti­tu­ie­ren­de Sit­zung des neu­en Gre­mi­ums, das aus zehn Ver­tre­tern der An­teils­eig­ner und zehn Ver­tre­tern der Ar­beit­neh­mer be­steht, ist für den 31. Mai ge­plant.

Kaul­vers fiel der Ab­schied aus dem Kon­troll­gre­mi­um nach ei­ge­nen Wor­ten leicht. Das Man­dat ha­be im ver­gan­ge­nen hal­ben Jahr vie­le Son­der­sit­zun­gen und schwie­ri­ge Ent­schei­dun­gen er­for­dert, sag­te er. „Ich freue mich auf mehr Zeit.“

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