Kri­mi­kost statt Ku­chen

Un­ter­halt­sa­me Au­to­ren­le­sung mit Gi­tar­ren­klän­gen für die Bür­ger­stif­tung Lot­te in Wer­sen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Westfälische Tagespost -

Kul­tur statt Ku­chen gab es am Sams­tag­abend in Wer­sens Ku­chen­werk­statt. Die Bür­ger­stif­tung Lot­te konn­te Kri­mi­au­to­rin Ti­na Schick und Gi­tar­ren­spie­le­rin Co­rin­na Will für ei­ne mu­si­ka­li­sche Kri­mi­le­sung ge­win­nen.

Von Er­na Berg LOT­TE. Die Ku­chen­werk­statt von Wer­ner Kas­trup wur­de für ei­ni­ge span­nen­de St­un­den in ei­ne Kul­tur­werk­statt um­funk­tio­niert. Da­für sorg­ten die Or­ga­ni­sa­to­ren Man­fred Will von der Bür­ger­stif­tung Lot­te und sei­ne Frau Agri­ta Hinz, El­ke Wüp­pel­mann und ins­be­son­de­re die Künst­le­rin­nen Co­rin­na Will und Ti­na Schick. Für die Bür­ger­stif­tung ka­men am En­de des Abends im­mer­hin 100 Eu­ro zu­sam­men.

Co­rin­na Will stimm­te die Gäs­te mit der klir­ren­den Me­lo­die aus dem Film­klas­si­ker „Der ro­sa­ro­te Pan­ther“mu­si­ka­lisch auf den Kri­mia­bend ein und sorg­te wäh­rend der Le­se­pau­sen für ei­nen sehr schö­nen klang­vol­len Rah­men.

Be­vor Kri­mi­au­to­rin Ti­na Schick mit der Le­sung ih­res vier­ten Lo­kal-Kri­mis „Os­na­brü­cker De­ad­lines“be­gann, er­zähl­te sie, wie sie zum Schrei­ben ge­kom­men sei.

Sie be­wun­der­te einst das Le­ben ih­res Groß­va­ters, der als Leh­rer mit­tags schon früh zu Hau­se war, sich an­schlie­ßend auf dem So­fa aus­ruh­te und ein an­ge­neh­mes Le­ben führ­te. „Dass er mal Hef­te durch­sah oder sich auf den Un­ter­richt vor­be­rei­te­te, ha­be ich gar nicht mit­ge­kriegt, al­so wur­de ich auch Leh­re­rin in Os­na­brück und muss­te fest­stel­len, dass die Rea­li­tät ganz an­ders aus­sah.“

Es sei so vor drei­zehn, vier­zehn Jah­ren ge­we­sen, als sie mit ih­rem Mann ei­nen Spa­zier­gang zum Gü­ter­bahn­hof un­ter­nahm. „Dort herrsch­te ei­ne selt­sam mys­ti­sche At­mo­sphä­re, ich hat­te ein ganz kitz­li­ges Ge­fühl zwi­schen Angst und Fas­zi­na­ti­on. Das Er­le­ben ha­be ich an­schlie­ßend auf­ge­schrie­ben.“

Als dann in der Zei­tung über das Ver­schwin­den ei­ner Frau be­rich­tet wur­de, be­gann die Idee vom Kri­mi­sch­rei­ben zu rei­fen. Die ge­lern­te Fo­to­gra­fin hielt die Stim­mun­gen am Gü­ter­bahn­hof und auf dem Ha­se­fried­hof in Bil­dern für ihr ers­tes Buch fest und ließ sich wei­ter in­spi­rie­ren.

„Den ers­ten Kri­mi ha­be ich nur mit ganz viel Mü­he hin­ge­kriegt, denn da fiel es mir noch sehr schwer, je­man­den um­zu­brin­gen“, be­rich­te­te sie au­gen­zwin­kernd zum „Os­na­brü­cker Band­sa­lat“. Es folg­ten „Os­na­brü­cker Fens­ter­sturz“und „Os­na­brü­cker Ka­mi­kat­ze“. Letz­te­rer Kri­mi sei der Rea­li­tät der da­ma­li­gen er­schüt­tern­den Si­tua­ti­on am Ro­sen­platz sehr na­he ge­kom­men.

Gern schrei­be sie abends und eben, wenn sie Spaß dran ha­be und be­son­ders ger­ne, nach­dem sie wei­te­re mys­ti­sche Or­te in Os­na­brücks Um­ge­bung be­sucht hat. „Dann brin­ge ich mei­ne Leu­te um. Ge­he ich dann un­ter die Du­sche, pras­seln wei­te­re Ide­en auf mich her­ab, und mein Kri­mi ent­wi­ckelt sich.“

Im vier­ten Fall von Li­sa und John­ny, den bei­den Prot­ago­nis­ten in al­len Bü­chern, gibt es ei­ne Lei­che ne­ben der Ge­samt­schu­le im Schin­kel, ei­nen Er­mor­de­ten samt to­ten Hun­den in Uef­feln und zwei Frau­en­lei­chen, ei­ne da­von in Icker. Die Po­li­zei in Bram­sche er­mit­telt. Per Mail wird selt­sa­mer­wei­se die freie Jour­na­lis­tin der Bram­scher Nach­rich­ten, Na­cy No­sy, über die Tat­or­te vor­ab in­for­miert.

Im Hin­ter­grund der Au­to­rin schau­en die Hö­rer auf Fo­tos der fik­ti­ven Tat­or­te, die Ti­na Schick sel­ber mit Un­ter­stüt­zung ih­rer Fa­mi­lie in Os­na­brück und Um­ge­bung nach­ge­stellt und fo­to­gra­fiert hat und die iden­tisch mit den Or­ten im Kri­mi sind.

Be­vor die Au­to­rin den Fund­ort der vier­ten Lei­che be­kannt gibt, ent­lockt die di­plo­mier­te Mu­sik­leh­re­rin Co­rin­na Will ih­rer Gi­tar­re fan­tas­ti­sche Klän­ge aus „Spiel mir das Lied vom Tod“. Ganz viel Bei­fall er­hält sie auch für die be­kann­ten Me­lo­di­en aus den Fil­men „Der Pa­te“oder „ Ja­mes Bond“.

Als Ap­pe­tit­an­re­ger für die Mord­se­ri­en in Os­na­brücks Nor­den ha­ben Wer­ner Kas­trup und El­ke Wüp­pel­mann le­cke­re Piz­zab­röt­chen vor­be­rei­tet. Doch wenn es am schöns­ten ist, soll­te man auf­hö­ren, lau­tet ei­ne Weis­heit. Dar­an hält sich auch die Kri­mi­au­to­rin. Auf dem Hö­he­punkt der Span­nung lässt sie die Hö­rer im Un­kla­ren, wer denn nun der Mör­der ist. Aber das kann na­tür­lich in ih­rem Buch nach­ge­le­sen wer­den.

Co­rin­na Will (links) und Ti­na Schick un­ter­hiel­ten das Pu­bli­kum in Wer­sens Ku­chen­werk­statt mit Film­me­lo­di­en und Kri­mi­sze­nen. Fo­to: Er­na Berg

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