Lot­ter hat Can­na­bis an­ge­baut

Be­wäh­rungs­stra­fe und Geld­bu­ße we­gen Be­sit­zes von Be­täu­bungs­mit­teln

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Westfälische Tagespost -

LOT­TE. We­gen un­er­laub­ten Be­sit­zes von Be­täu­bungs­mit­teln in nicht ge­rin­ger Men­ge in ei­nem min­der schwe­ren Fall ver­ur­teil­te das Schöf­fen­ge­richt Ib­ben­bü­ren am Di­ens­tag ei­nen jun­gen Mann aus Lot­te zu ei­ner Frei­heits­stra­fe von sechs Mo­na­ten. Das Ge­richt setz­te die Stra­fe für drei Jah­re zur Be­wäh­rung aus. Der 25-Jäh­ri­ge er­hielt als Auf­la­ge die Zah­lung ei­ner Geld­bu­ße von 660 Eu­ro in 20 Ra­ten und muss zu­dem die Kos­ten des Ver­fah­rens tra­gen.

Der jun­ge Mann hat­te den An­bau der Can­na­bis­pflan­ze, die die Po­li­zei im Sep­tem­ber 2016 auf dem hei­mi­schen Grund­stück si­cher­stell­te, unum­wun­den ein­ge­räumt. Der An­bau sei nicht straf­bar, führ­te der Vor­sit­zen­de Rich­ter Frank Micha­el Da­vids aus.

Drei Wo­chen hät­te es noch bis zur Ern­te ge­dau­ert. „Wenn ich ab­schnei­de, stel­le ich her“, er­klär­te Da­vids. Da es da­zu nicht mehr ge­kom­men sei, ge­he es ent­ge­gen der An­kla­ge nicht um die Her­stel­lung, son­dern um den Be­sitz von Be­täu­bungs­mit­teln. Der Straf­rah­men blei­be je­doch gleich und se­he ge­mäß Pa­ra­graf 29a Ab­satz 1 des Be­täu­bungs­mit­tel­ge­set­zes ei­ne Frei­heits­stra­fe nicht un­ter ei­nem Jahr vor.

Vie­les spre­che für den jun­gen Mann, der sei­nen Platz im Le­ben noch nicht ge­fun­den ha­be, führ­te Da­vids in sei­ner Ur­teils­be­grün­dung aus, war­um sich das Schöf­fen­ge­richt für ei­ne „sehr mil­de Stra­fe“ge­mäß Pa­ra­graf 29a Ab­satz 2 ent­schie­den ha­be, der ei­nen min­der schwe­ren Fall an­neh­me und ei­ne Frei­heits­stra­fe von drei Mo­na­ten bis zu fünf Jah­ren vor­se­he.

Der 25-Jäh­ri­ge ist ge­stän­dig, nicht vor­be­straft und steht zu dem, was er ge­tan hat. Der Wirk­stoff­ge­halt Te­tra­hy­dro­can­na­bi­nol (THC) der im Sep­tem­ber ge­fun­de­nen Men­ge be­trug über 20 Gramm, hat­te da­mit die un­te­re Gren­ze der „nicht ge­rin­gen Men­ge“von 7,5 Gramm um das knapp Drei­fa­che über­schrit­ten. „Nur 2,8fach“, er­klär­te Da­vids. Zu­dem han­de­le sich um ei­ne Dro­ge, die kein ho­hes Sucht­po­ten­zi­al ha­be.

Wei­ter be­rück­sich­tig­te das Ge­richt straf­mil­dernd, dass der Lot­ter, der sich ge­ra­de ei­ne be­ruf­li­che Selbst­stän­dig­keit auf­baut, be­reits die Kon­se­quen­zen ge­zo­gen und ei­ne Sucht­be­ra­tung auf­ge­sucht hat. Sechs Mo­na­te auf Be­wäh­rung hieß es am En­de für den jun­gen Mann. Die Ver­tre­te­rin der Staats­an­walt­schaft hat­te neun Mo­na­te ge­for­dert.

„Ganz leich­te Be­den­ken“hat­te das Schöf­fen­ge­richt im Hin­blick auf die Be­wäh­rung, weil der 25-Jäh­ri­ge ei­ne psy­chi­sche Er­kran­kung bis­her nicht of­fen­siv an­ge­gan­gen sei. Es wer­de eher gut lau­fen, war das Ge­richt den­noch si­cher.

„Das Ur­teil soll nicht abs­trakt in der Welt ste­hen, Sie sol­len et­was da­von mer­ken“, be­grün­de­te der Vor­sit­zen­de Rich­ter die Geld­auf­la­ge, die der Mann aus Lot­te zah­len muss.

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