Ein Fest­akt mit Ein­bli­cken in Ga­b­ri­els Ehe­le­ben

Ver­ein „Deut­scher Fuß­ball Bot­schaf­ter“kürt sei­ne Sie­ger: Krie­te ist Trai­ner des Jah­res – Eh­ren­preis für Klo­se

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport - Von Ste­fan Al­ber­ti

BER­LIN. Beim Blick auf die Lis­te sei­ner Aus­lands­mis­sio­nen wird ei­nem fast schwin­de­lig. Wenn ei­ner die Welt ge­se­hen hat, dann Horst Krie­te aus Lot­te. Ein Le­ben für den Fuß­ball. Für die Ent­wick­lung die­ses herr­li­chen Sports. Für die Völ­ker­ver­stän­di­gung. Völ­lig zu Recht darf der Ru­di Gu­ten­dorf der Re­gi­on Os­na­brück jetzt auch den Ti­tel „Deut­scher Fuß­ball-Bot­schaf­ter 2017“füh­ren.

An­ge­sichts sei­nes prall ge­füll­ten Er­leb­nis- und Er­fah­rungs­schat­zes kann ihn ei­gent­lich nichts mehr er­schüt­tern oder be­ein­dru­cken. Doch den 16. Mai 2017 wird auch Krie­te un­ter die Ru­brik „Be­we­gen­de Mo­men­te“ver­bu­chen. Schau­platz: Aus­wär­ti­ges Amt in Ber­lin, der Ver­ein „Deut­scher Fuß­ball Bot­schaf­ter“ehrt sei­ne Sie­ger in den Ka­te­go­ri­en Trai­ner, Spie­ler und Eh­ren­preis.

Ein wür­di­ger Rah­men im Her­zen der Haupt­stadt. Krie­te ist in bes­ter Ge­sell­schaft: Fuß­ball-Le­gen­de Uwe See­ler (auch Ju­ry-Mit­glied) ist vor Ort, Trai­ner-Pio­nie­re wie Eck­hard Kraut­zun oder Bernd Stan­ge eben­falls. Und na­tür­lich Haus­herr Sig­mar Ga­b­ri­el. Zum Au­ßen­mi­nis­ter spä­ter mehr.

Es ist zu­nächst der Abend des 73-jäh­ri­gen Fuß­ball­leh­rers, der rund 40 Jah­re lang fast die ge­sam­te Welt be­reis­te, um im Auf­trag der FIFA, des DFB oder des Aus­wär­ti­gen Am­tes Trai­ner und Fuß­bal­ler aus­zu­bil­den, man­chen exo­ti­schen Ver­bän­den Struk­tu­ren bei­zu­brin­gen – und ja, um na­tür­lich auch als deut­sches Aus­hän­ge­schild für bes­te Völ­ker­ver­stän­di­gung zu sor­gen. Oder wie es die Lau­da­to­rin Dag­mar Frei­tag (Vor­sit­zen­de des Sport­aus­schus­ses im Bun­des­tag) an die­sem Abend auf den Punkt bringt: „Er war rund um den Glo­bus tä­tig – im­mer nach dem Mot­to: ,Ich kom­me nicht, um zu be­leh­ren, son­dern um mich ein­zu­brin­gen‘ .“Ins­be­son­de­re sei­ne Ak­ti­vi­tä­ten in Süd­afri­ka sei­en ihm ans Herz ge­wach­sen. Das Land ha­be ihn ge­prägt, „er lehr­te den Fuß­ball, die Men­schen lehr­ten ihm die Lo­cker­heit“.

Kurz­um: Krie­te sei ein be­ein­dru­cken­der Fuß­ball-Bot­schaf­ter 2017 – ähn­lich wie die eben­falls no­mi­nier­ten Trai­ner und Aus­lands-Re­prä­sen­tan­ten Micha­el Krü­ger und Bernd Storck. Wie es sich un­ter Trai­ner­kol­le­gen ge­hört: Krü­ger gra­tu­liert und ap­plau­diert, Storck hat an die­sem Abend als un­ga­ri­scher Na­tio­nal­coach an­de­re Ver­pflich­tun­gen. Und Krie­te? Bleibt wie im­mer be­schei­den und ruft so­fort die Mit­ar­bei­ter in Er­in­ne­rung, „oh­ne die al­le Mis­sio­nen nicht mög­lich ge­we­sen wä­ren“.

Nach der Krie­te-Eh­rung kommt der er­wähn­te SPDAu­ßen­mi­nis­ter ins Spiel. Ga­b­ri­el rauscht mit schnel­len Schrit­ten her­ein. Ein an­de­rer Ter­min im Hau­se ha­be ihn auf­ge­hal­ten. Aber jetzt ist er da, um den Eh­ren­preis des Abends an Mi­ros­lav Klo­se zu über­ge­ben. Der Mi­nis­ter ist bes­tens ge­launt – und plau­dert über die häus­li­chen Fuß­ball-Pro­ble­me. Sei­ne Frau sei ei­ne ein­ge­fleisch­te Bay­ernAn­hän­ge­rin, er als Wer­derMit­glied müs­se im­mer hart dar­um kämp­fen, die Spie­le der Bre­mer im Fern­se­hen se­hen zu dür­fen. Doch dann wird er wie­der dienst­lich, lobt den 38-jäh­ri­gen DFB-Re­kord­tor­schüt­zen Klo­se für des­sen Fair­ness, Te­am­geist und au­ßer­ge­wöhn­li­chen Ein­satz. „Sie ha­ben das Bild Deutsch­lands im bes­ten Sin­ne ge­prägt.“Im Scherz blickt Ga­b­ri­el auf den 7:1-Sieg Deutsch­lands im WM-Halb­fi­na­le 2014 ge­gen Bra­si­li­en: „Sie kön­nen sich gar nicht vor­stel­len, wel­che Ar­beit Sie die­sem Hau­se be­rei­tet ha­ben.“Klo­se schmun­zelt, be­dankt sich vol­ler Stolz für die Aus­zeich­nung – und muss dann aber schnur­stracks zum Aus­gang. Ter­mi­ne beim DFB.

Bleibt noch der Spie­ler-Pu­bli­kums­preis, der in die­sem Jahr an Bas­ti­an Schwein­stei­ger geht, ak­tu­ell bei Chi­ca­go Fi­re un­ter Ver­trag. „Schwei­ni“schickt sei­nen Dank per Vi­deo-Bot­schaft.

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