Film­mu­sik für Oh­ren und Au­gen

Kon­zert des Os­na­brü­cker Sym­pho­nie­or­ches­ters mit im­po­san­ter La­ser­show

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur Regional -

Ein Mu­si­ker und ein La­ser-Spe­zia­list sor­gen da­für, dass die Klän­ge des Os­na­brü­cker Sym­pho­nie­or­ches­ters in der Os­na­brück-Hal­le mit ei­ner im­po­san­ten La­ser­show sicht­bar ge­macht wer­den. Von Tom Bull­mann OS­NA­BRÜCK. Der ei­ne ist La­ser­fach­mann, der Mu­sik be­nutzt, um sie mit be­ein­dru­cken­dem Licht in Sze­ne zu set­zen. Der an­de­re ist Mu­si­ker und spielt beim Os­na­brü­cker Sym­pho­nie­or­ches­ter Gei­ge. Da bei­de ei­nen Pi­lo­ten­schein ha­ben, lern­ten sie sich beim Flie­gen ken­nen. Schon bald ka­men sie auf die Idee, ih­re Fä­hig­kei­ten im Rah­men ei­ner be­son­de­ren Ver­an­stal­tung zu ver­qui­cken. Da­her sit­zen Mar­co Stüm­pel und Chris­ti­an Heine­cke bald wie­der ne­ben­ein­an­der auf ei­ner Büh­ne, um­ge­ben von ei­nem Orches­ter, des­sen Klän­ge sie mit ei­ner im­po­san­ten La­ser­show sicht­bar wer­den las­sen.

„La­ser meets Orches­tra“lau­tet das Mot­to des ex­klu­si­ven „Spar­kas­sen­kon­zerts“, das am Sonn­tag, 21. Mai, in der Os­na­brück-Hal­le statt­fin­det. Wie schon vor zwei Jah­ren, als das Kon­zept zum ers­ten Mal rea­li­siert wur­de, spielt das Os­na­brü­cker Sym­pho­nie­or­ches­ter un­ter der Lei­tung von An-Hoon Song Film­mu­sik: Klas­si­ker aus „Star Wars – Krieg der Ster­ne“und „Fluch der Ka­ri­bik“wird der Ka­pell­meis­ter di­ri­gie­ren. Auch wenn die­sel­ben Stü­cke er­klin­gen, wer­den die Pro­gram­me nicht iden­tisch sein: „So, wie es sich im­mer an­ders an­hört, wenn ein Orches­ter ein be­stimm­tes Werk li­ve auf­führt, so wird auch die La­ser­show wie­der an­ders sein“, er­klärt Stüm­pel. Der Spe­zia­list, des­sen Fir­ma welt­weit La­ser­sys­te­me ver­kauft und auch in­stal­liert, ver­weist da­mit auf ei­nen in­ter­es­san­ten Aspekt: Bei ei­ner Play­back­show, bei der die Mu­sik aus der Re­tor­te kommt, kann man die La­ser zur Mu­sik pro­gram­mie­ren, so­dass man nur noch auf „Start“drü­cken braucht. „Bei ei­nem Orches­ter, das li­ve spielt, ist das nicht mög­lich, weil es bei­spiels­wei­se im­mer Va­ria­tio­nen be­züg­lich der Tem­pi gibt“, be­tont Heine­cke. Aus die­sem Grund sit­zen die bei­den wäh­rend der Ins­ze­nie­rung an ei­nem Re­gie­pult, mit dem sie auf die je­wei­li­gen Klän­ge re­agie­ren kön­nen. Stüm­pel ruft die Bil­der und Fi­gu­ren für län­ge­re Mu­sik­se­quen­zen ab, wäh­rend Heine­cke mit­hil­fe ei­nes Key­boards bei rhyth­mi­schen Pas­sa­gen Ef­fek­te auf den Punkt ak­ti­viert. „Wir sit­zen auf der Büh­ne, weil wir den Di­ri­gen­ten se­hen müs­sen, denn sonst passt die La­ser­show ir­gend­wann nicht mehr zur Mu­sik“, sagt der Mu­si­ker, der wäh­rend der Show die Par­ti­tur der Stü­cke mit­liest.

Zum ers­ten Mal ar­bei­te­ten die bei­den 2010 zu­sam­men: Zum Fi­na­le ei­ner „Lan­gen Bach-Nacht“in St. Ma­ri­en wur­de ein li­ve ge­spiel­tes Bach-Werk von ei­ner La­ser­show il­lu­mi­niert. Nach­dem die Nacht noch ein­mal er­folg­reich wie­der­holt wor­den war, gin­gen Stüm­pel und Heine­cke in die Vol­len und plan­ten „La­ser meets Orches­tra“, das vor zwei Jah­ren Pre­mie­re fei­er­te und be­geis­tert be­ju­belt wur­de.

Wäh­rend die Ma­ri­en­kir­che vor Jah­ren noch in dich­ten Ne­bel ge­taucht war, da­mit die La­ser­strah­len rich­tig zur Wir­kung kom­men konn­ten, wird es jetzt im Eu­ro­pa­saal der Os­na­brück-Hal­le kaum Ne­bel zu se­hen ge­ben. „Wir wer­den mit so­ge­nann­ten Ha­zern ar­bei­ten. Das sind Ge­rä­te, die kei­nen Ne­bel, son­dern Dunst er­zeu­gen. Der Vor­teil ist, dass die La­ser­strah­len sehr gut sicht­bar ge­macht wer­den, der Raum an­sons­ten aber nicht so ver­ne­belt wirkt“, sagt Stüm­pel. Sei­ne Fir­ma Light­li­ne ent­wi­ckel­te schon La­ser für Fir­men wie Por­sche und BMW, in Mek­ka in­stal­lier­te er ei­nen Hoch­leis­tungs­la­ser auf dem dritt­höchs­ten Ge­bäu­de der Welt, dem Mec­ca Roy­al Clock To­wer. In der Os­na­brückHal­le setzt er acht klei­ne­re La­ser mit ei­ner Leis­tung von 12 Watt ein. „Die Tech­nik ist un­glaub­lich weit fort­ge­schrit­ten. Frü­her brauch­te man rie­si­ge op­ti­sche Bän­ke, und die La­ser­ka­no­ne muss­te was­ser­ge­kühlt wer­den. Heu­te ar­bei­ten wir mit Di­oden­la­sern. So ein Sys­tem passt jetzt in ei­nen Schuh­kar­ton“, so Stüm­pel. Wo die „Kar­tons“dies­mal ver­steckt sind und war­um an­kün­digt wird, dass die Show wie­der mit ei­ner Über­ra­schung be­ginnt, für die lan­ge ge­probt wur­de, wer­den die Zu­schau­er am Sonn­tag er­fah­ren.

Vor zwei Jah­ren be­glei­te­te zum ers­ten Mal ei­ne La­ser­show das Kon­zert des Os­na­brü­cker Sym­pho­nie­or­ches­ters. Ar­chiv­fo­to: Eg­mont Sei­ler

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