Rei­sen­de tra­gen Ri­si­ko für Do­ku­men­te

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Gut Zu Wissen -

KARLS­RU­HE. Schei­tert ei­ne Ur­laubs­rei­se völ­lig über­ra­schend an Pro­ble­men mit den Päs­sen, blei­ben Rei­sen­de im un­güns­tigs­ten Fall auf ho­hen Stor­no­ge­büh­ren sit­zen. Ei­ne kos­ten­lo­se Kün­di­gung we­gen „hö­he­rer Ge­walt“ist hier nicht mög­lich – un­ab­hän­gig da­von, ob der Rei­sen­de et­was für die un­ge­eig­ne­ten Pa­pie­re kann oder nicht. Das hat der Bun­des­ge­richts­hof (BGH) in Karls­ru­he am Di­ens­tag ent­schie­den.

In dem Fall hat­te ei­ne Fa­mi­lie aus der Nä­he von Nürn­berg zwei Wo­chen lang durch die USA rei­sen wol­len. Aber der Ur­laub en­de­te, be­vor er über­haupt an­fan­gen konn­te: Mut­ter und Toch­ter wur­den we­gen ih­rer neu­en Rei­se­päs­se am Frank­fur­ter Flug­ha­fen nicht an Bord ge­las­sen. Sie hat­ten die­se ord­nungs­ge­mäß be­an­tragt und ab­ge­holt. Was sie nicht ah­nen konn­ten: Weil die Ge­mein­de den Emp­fang nie quit­tier­te, wa­ren die Päs­se als ge­stoh­len ge­mel­det – und stan­den welt­weit auf der Fahn­dungs­lis­te.

Um den Rei­se­preis von mehr als 4000 Eu­ro zu­rück­zu­be­kom­men, hat­te die Fa­mi­lie den Rei­se­ver­an­stal­ter ver­klagt. In den klas­si­schen Fäl­len „hö­he­rer Ge­walt“, al­so et­wa bei ei­ner Na­tur­ka­ta­stro­phe oder plötz­li­chen po­li­ti­schen Un­ru­hen, müss­te die­ser auf die Stor­no­ge­büh­ren ver­zich­ten. Nach Auf­fas­sung des Se­nats trägt für die Aus­weis­do­ku­men­te aber der Ur­lau­ber das Ri­si­ko. „Hö­he­re Ge­walt“lä­ge dem­nach nur dann vor, wenn sämt­li­che Rei­sen­den be­trof­fen wä­ren.

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