Der Mai macht al­les neu – auch im Nor­den

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - Von Me­la­nie Hei­ke Schmidt

Wenn El­tern zu ih­ren Spröss­lin­gen sa­gen: „Da­für wirst du mir spä­ter dank­bar sein“, fin­den die das ziem­lich un­cool. Die Ein­sicht folgt meist Jah­re spä­ter. In die­sem Fall könn­te Schles­wig-Hol­steins FDPChef Wolf­gang Ku­bi­cki genau den Satz in Rich­tung Lan­des-SPD sa­gen – und recht be­hal­ten. Denn Ku­bi­ckis Nein zu ei­ner Am­pel­ko­ali­ti­on an der Küs­te bie­tet den ge­beu­tel­ten Nord-Ge- nos­sen die Chan­ce, sich zu er­neu­ern. Das ha­ben sie auch bit­ter nö­tig.

Nur gut, dass fast zeit­gleich Noch-SPD-Mi­nis­ter­prä­si­dent und Wahl­ver­lie­rer Tors­ten Al­big das En­de sei­ner po­li­ti­schen Kar­rie­re er­klärt hat. Das war über­fäl­lig. Denn im Ge­gen­satz zu Han­ne­lo­re Kraft, die nach ih­rer Nie­der­la­ge in NRW um­ge­hend al­le Äm­ter nie­der­leg­te, hielt Al­big stur an der theo­re­ti­schen Macht­op­ti­on fest.

Falls sich jetzt noch die skep­ti­schen Grü­nen zu ei­nem Burg­frie­den mit den Li­be­ra­len durch­rin­gen, ste­hen im nörd­lichs­ten Bun­des­land al­le Zei­chen auf Ja­mai­ka. Ein schwarz-grün-gel­bes Bünd­nis wä­re zwar fra­gil und ge­spickt mit ge­fähr­li­chen Bruch­kan­ten, doch im­mer noch bes­ser als ei­ne Gro­ße Ko­ali­ti­on mit der kopf­lo­sen SPD. Die wä­re rech­ne­risch mög­lich, aber we­nig klug. Denn die Wäh­ler ha­ben die SPD ein­deu­tig ab­ge­wählt. Die Ge­nos­sen soll­ten sich da­her an den Spruch hal­ten: „Al­les neu macht der Mai“– und sich vor­erst mit der Op­po­si­ti­ons­bank zu­frie­den­ge­ben.

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