Ein­fach nur ein An­ge­ber?

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - Von Uwe West­dörp

US-Prä­si­dent Do­nald Trump misst mit zwei­er­lei Maß. Er hat of­fen­bar streng ge­hei­me Be­rich­te über Ter­ror­plä­ne des so­ge­nann­ten Is­la­mi­schen Staa­tes an die Rus­sen wei­ter­ge­ge­ben. Das kann er kraft Am­tes tun. Es steht aber in kras­sem Ge­gen­satz zu der mas­si­ven Kri­tik, die Trump im Wahl­kampf an der de­mo­kra­ti­schen Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­tin Hil­la­ry Cl­in­ton ge­übt hat­te.

Cl­in­ton ha­be sich ei­nes schwe­ren Ver­bre­chens schul­dig ge­macht, weil sie als Au­ßen­mi­nis­te­rin durch die Nut­zung ei­nes pri­va­ten E-Mail-Kon­tos ver­trau­li­che In­for­ma­tio­nen ver­brei­tet ha­be, hat­te Trump kri­ti­siert. Cl­in­tons Ver­hal­ten war zwei­fel­los ein Feh­ler. Da hat Trump recht. Der Prä­si­dent selbst könn­te frei­lich ei­nen noch weit grö­ße­ren ge­macht ha­ben.

Denn wahr­schein­lich ist jetzt ei­ne wich­ti­ge Ge­heim­dienst­quel­le ver­schüt­tet, was im Ex­trem­fall töd­li­che Fol­gen ha­ben kann. Zu­dem stellt sich die Fra­ge, war­um Russ­land die In­for­ma­tio­nen be­kom­men hat, en­ge Ver­bün­de­te der USA aber of­fen­sicht­lich nicht in­for­miert wor­den sind.

Das führt zu ei­ner Rei­he von Fra­gen: Woll­te Trump ein­fach nur an­ge­ben? Oder ist der Prä­si­dent durch frü­he­re Ge­schäf­te mit rus­si­schen Part­nern wo­mög­lich doch er­press­bar?

So, wie es ak­tu­ell aus­sieht, ist und bleibt Do­nald Trump ei­ne Be­las­tung für die USA.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.