Weil will mehr

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Nordwest - Von Klaus Wie­sche­mey­er

Mit Han­ne­lo­re Krafts De­sas­ter in Nord­rhein-West­fa­len wird Ste­phan Weil un­ver­mit­telt Mi­nis­ter­prä­si­dent des größ­ten Bun­des­lan­des, in dem die SPD noch re­giert.

Da­mit ge­ra­ten der SPDLan­des­chef und sei­ne Mi­nis­ter in ei­ne Dop­pel­rol­le: Sie müs­sen nicht nur um die ei­ge­ne Wie­der­wahl im kom­men­den Ja­nu­ar in Han­no­ver kämp­fen. Sie sol­len (und wol­len) im Vor­feld der Bun­des­tags­wahl nun auch deutsch­land­weit für er­folg­rei­che so­zi­al­de­mo­kra­ti­sche Lan­des­po­li­tik ste­hen.

Mit dem Ab­gang der NRW-Mi­nis­ter­prä­si­den­tin ist in Sa­chen lan­des­po­li­ti­sche Kom­pe­tenz der SPD ein Va­ku­um ent­stan­den, wel­ches die Nie­der­sach­sen schnell fül­len wol­len. Sie wol­len da­für ste­hen, dass re­gie­ren­de So­zi­al­de­mo­kra­ten eben auch Schul-, Si- cher­heits-, Haus­halts- und In­ves­ti­ti­ons­po­li­tik kön­nen.

Ste­phan Weil hat mit dem in Han­no­ver vor­ge­stell­ten Steu­er­kon­zept schon mal ei­nen in­ner­par­tei­li­chen Pflock ein­ge­schla­gen und sei­nen Füh­rungs­an­spruch ge­gen­über den an­de­ren SPD-Län­dern durch­bli­cken las­sen. Dass dies in voll­kom­me­ner Har­mo­nie mit der Bun­des-SPD ge­schieht, ist un­wahr­schein­lich. An­ders als die ver­un­si­cher­ten Ge­nos­sen im Bund will Weil mit sei­nem Vor­schlag aus­drück­lich die Län­der­fi­nan­zen stär­ken. Da­mit geht der Han­no­ve­ra­ner auf Kon­fron­ta­ti­ons­kurs zum Bund.

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