Fra­gen blei­ben

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Wirtschaft - Von Gerd Scha­de

Die vor­läu­fi­ge Ein­stel­lung des Straf­ver­fah­rens ge­gen den frü­he­ren Be­triebs­rats­vor­sit­zen­den der Pa­pen­bur­ger Mey­er Werft, Ibra­him Er­gin, ist kein Frei­spruch, die Zah­lung ei­ner Geld­auf­la­ge aber auch kein Schuld­ein­ge­ständ­nis.

Der Be­schluss lässt vor al­lem Fra­gen of­fen. Ins­be­son­de­re blei­ben die schwer­wie­gen­den Nö­ti­gungs­vor­wür­fe ge­gen Er­gin wei­ter im Raum ste­hen. Das ist un­be­frie­di­gend. So bleibt un­ge­klärt, mit wel­chen Prak­ti­ken die Ge­werk­schaft IG Me­tall bei der Mit­glie­der­wer­bung auf der Mey­er Werft wo­mög­lich zu Wer­ke ge­gan­gen ist.

Er­gin hat hin­ge­gen sein Ziel er­reicht. Denn am En­de ließ sich die Staats­an­walt­schaft doch auf sei­nen Vor­schlag ein, dem der Ge­richts­be­schluss im Kern gleich lau­tet. Da­mit kann er nicht nur ei­nen Schluss­strich un­ter zer­mür­ben­de ju­ris­ti­sche Strei­te­rei­en zie­hen, son­dern bleibt – was ihm weit­aus wich­ti­ger sein dürf­te – straf­frei.

Wer sein Zah­lungs­an­ge­bot je­doch mit ei­nem Schuld­ein­ge­ständ­nis gleich­setzt, greift zu kurz. Schließ­lich nimmt das Auf­he­ben des Pro­zess­ter­mins nicht zu­letzt auch gro­ßen Druck von Erg­ins Schul­tern. So blei­ben ihm eben­so wie den be­trof­fe­nen Werk­stu­den­ten und den je­wei­li­gen Fa­mi­li­en der Be­tei­lig­ten wei­te­re Aus­ein­an­der­set­zun­gen im Licht der Öf­fent­lich­keit er­spart.

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