Mil­li­ar­den­schwe­re Öko-Al­li­anz

Vor­stel­lung auf Stif­tungs­tag in Os­na­brück – Preis für Quandt und Lan­gen­scheidt

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite -

Mit Blick auf den G-20Gip­fel ha­ben mehr als 30 Stif­tun­gen aus acht Län­dern ei­ne mil­li­ar­den­schwe­re Al­li­anz für Kli­ma­schutz und ei­ne glo­ba­le Ener­gie­wen­de ge­schmie­det. Das teil­ten die Be­tei­lig­ten am Mitt­woch an­läss­lich des Deut­schen Stif­tungs­tags 2017 in Os­na­brück mit.

Von Se­bas­ti­an Stri­cker

OS­NA­BRÜCK. Die „Foun­da­ti­ons-Platt­form“(F20) ver­ste­he sich als Brü­cke zwi­schen den wich­tigs­ten In­dus­trie­und Schwel­len­län­dern (G20), der Pri­vat- und Fi­nanz­wirt­schaft so­wie der Zi­vil­ge­sell­schaft. Ihr Ziel sei es, die Um­set­zung der Agen­da 2030, Kli­ma­schutz­pro­jek­te und den Aus­bau von er­neu­er­ba­ren Ener­gi­en vor­an­zu­brin­gen, er­klär­ten die Bünd­nis­part­ner. Au­ßer­dem soll die star­ke Rol­le von zi­vil­ge­sell­schaft­li­chen Or­ga­ni­sa­tio­nen be­tont wer­den.

Beim Deut­schen Stif­tungs­tag 2017 geht es schwer­punkt­mä­ßig um Bil­dung. In Os­na­brück wird ein Wis­sens­at­las vor­ge­stellt, der zei­gen soll, was Stif­tun­gen zur Bil­dung in Deutsch­land bei­steu­ern. Da­ne­ben wid­met sich die Kon­fe­renz ak­tu­el­len Fra­gen zum Zu­stand und zur Ent­wick­lung der Zi­vil­ge­sell­schaft. Auch die wach­sen­den Fi­nanz­pro­ble­me von Stif­tun­gen in Null­zins­zei­ten wer­den the­ma­ti­siert. Bis Frei­tag ste­hen rund 100 Ein­zel­ver­an­stal­tun­gen auf dem Pro­gramm. Ins­ge­samt 1600 Teil­neh­mer wer­den er­war­tet.

Er­öff­net wur­de Eu­ro­pas größ­ter Stif­tungs­kon­gress am Abend von Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Ma­nue­la Schwe­sig (SPD). Sie wür­dig­te den Bei­trag der bun­des­weit knapp 22 000 Stif­tun­gen „zu De­mo­kra­tie und Frie­den auf der Welt und in Deutsch­land“. Micha­el Gö­ring, Vor­stands­vor­sit­zen­der des Bun­des­ver­bands Deut­scher Stif­tun­gen, be­zeich­ne­te Stif­tun­gen als „Mo­tor der Zi­vil­ge­sell­schaft“. Sie sei­en „der bes­te

Nähr­bo­den und die idea­le Platt­form“für Bür­ger, um sich für De­mo­kra­tie, Plu­ra­lis­mus und Rechts­staat­lich­keit zu en­ga­gie­ren.

Deutsch­lands Stif­tun­gen se­hen sich da­bei vor der Her­aus­for­de­rung nied­ri­ger Er­trä­ge. Laut ei­ner Un­ter­su­chung des Bun­des­ver­ban­des er­war­ten nur noch zwei Drit­tel

al­ler Stif­tun­gen Ren­di­ten ober­halb der In­fla­ti­ons­ra­te. Be­trof­fen sei­en vor al­lem klei­ne­re und mitt­le­re Stif­tun­gen. Gö­ring rief die Stif­tun­gen da­zu auf, krea­ti­ver zu wer­den bei der An­la­ge ih­res Ka­pi­tals. Nö­tig sei zu­dem ei­ne Re­form des Stif­tungs­rechts „so­fort nach der Bun­des­tags­wahl“.

Zum Auf­takt des Deut­schen Stif­tungs­ta­ges wur­den die In­dus­tri­el­len-Er­bin Ga­b­rie­le Quandt und ihr Ex-Mann, der Ver­le­ger Florian Lan­gen­scheidt, mit dem Deut­schen Stif­ter­preis 2017 aus­ge­zeich­net. Sie hat­ten 1994 die Münch­ner Initia­ti­ve „Child­ren for a bet­ter world“ge­grün­det, die sich ge­gen Kin­der­ar­mut ein­setzt und so­zia­les En­ga­ge­ment von Kin­dern und Ju­gend­li­chen för­dert. Der Deut­sche Stif­ter­preis gilt als be­deu­tends­te Aus­zeich­nung im Stif­tungs­be­reich.

Aus­ge­zeich­net: Die In­dus­tri­el­len-Er­bin Ga­b­rie­le Quandt (M.) und ihr Ex-Mann, der Ver­le­ger Florian Lan­gen­scheidt (2. v. l.), wur­den am Mitt­woch in Os­na­brück mit dem Deut­schen Stif­ter­preis 2017 geehrt. Gra­tu­la­tio­nen gab es von Fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Ma­nue­la Schwe­sig (l.), Lau­da­to­rin Da­nie­la Ko­belt Neu­haus (4. v. l.) und dem Ver­bands­vor­sit­zen­den Micha­el Gö­ring. Fo­to: Da­vid Ebe­ner

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