Dün­ne Ar­gu­men­ta­ti­on

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Einblicke - Ak­tu­el­les@noz.de

Es klingt ge­recht, nach „Ver­ur­sa­cher­prin­zip“: Wenn die Deut­sche Fuß­ball Li­ga die Bun­des­li­ga ver­an­stal­tet und da­durch für Ran­da­le in den Städ­ten sorgt, muss sie auch die Po­li­zei be­zah­len, die das ver­hin­dern oder ein­däm­men soll. Schließ­lich hat der Pro­fi-Fuß­ball auch viel Geld.

Auf den zwei­ten Blick wird die Ar­gu­men­ta­ti­on dann aber dünn. Denn die Po­li­zei ist ei­ne be­son­de­re Be­hör­de und kei­nes­wegs ver­gleich­bar mit Müll­ab­fuhr oder kom­mu­na­lem Was­ser­werk. Schließ­lich nimmt die Po­li­zei für sich zu Recht ein Von Joa­chim Drey­kluft

be­son­de­res Pri­vi­leg in An­spruch: das Ge­walt­mo­no­pol. Dar­aus er­gibt sich zwin­gend, dass es nicht auf An­for­de­rung aus­ge­übt wird, son­dern wenn der Staat es für ge­bo­ten hält. Und dann kann es gar nicht an­ders sein, als dass der Staat die Aus­übung aus Steu­er­mit­teln fi­nan­ziert.

Auch stellt sich die Fra­ge: Ist der Bun­des­li­ga-Fuß­ball ei­gent­lich Ur­sa­che der Ge­walt im Um­feld von Spie­len? Oder wird die Ge­walt nicht wo­an­ders er­zeugt und fin­det hier le­dig­lich ein Ven­til? Vie­le Bun­des­li­ga-Ver­ei­ne fi­nan­zie­ren üb­ri­gens Mo­del­le, um Frust ein Ven­til zu ge­ben, das nicht Ge­walt heißt.

Völ­lig ein­sei­tig ist auch die Sicht, Fuß­ball er­zeu­ge vor al­lem Ge­walt. Fuß­ball ist auch ein Kitt, der die­se Ge­sell­schaft zu­sam­men­hält. Von Pro­fis und Ama­teu­ren. In­ner­halb und au­ßer­halb von DFL und DFB. Die Ge­samt­rech­nung fällt da­bei sehr po­si­tiv aus.

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