Ma­crons Links-rechts-Re­gie­rung steht

Par­tei­über­grei­fen­des Bünd­nis in Frank­reich – Le Dri­an über­nimmt Au­ßen­res­sort

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Frank­reichs neu­er Prä­si­dent Em­ma­nu­el Ma­cron hat ei­ne par­tei­über­grei­fen­de Re­gie­rung ge­bil­det. Der so­zi­al­li­be­ra­le Staats­chef er­nann­te am Mitt­woch Po­li­ti­ker von Kon­ser­va­ti­ven, So­zia­lis­ten und der Zen­trums­par­tei zu Mi­nis­tern. Neu­er Au­ßen­mi­nis­ter ist der bis­he­ri­ge so­zia­lis­ti­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Je­an-Yves Le Dri­an. Zum Wirt­schafts­mi­nis­ter wur­de der kon­ser­va­ti­ve Bru­no Le Mai­re er­nannt, zur Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin die Zen­trums­po­li­ti­ke­rin Syl­vie Gou­lard.

Mit dem 69-jäh­ri­gen Le Dri­an wird ei­ner der an­ge­se­hens­ten Mi­nis­ter im Ka­bi­nett von Ma­crons Vor­gän­ger François Hol­lan­de Au­ßen­mi­nis­ter. Sein deut­scher Amts­kol­le­ge Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD) wür­dig­te Le Dri­an als „Part­ner, der über enor­me po­li­ti­sche Er­fah­rung und gro­ßes Re­nom­mee ver­fügt“. Es wer­de jetzt dar­auf an­kom­men, „dass wir Initia­ti­ve er­grei­fen und den deutsch-fran­zö­si­schen Mo­tor auf Hoch­tou­ren brin­gen“, sag­te Ga­b­ri­el.

Mit dem Bür­ger­meis­ter von Lyon, Gé­r­ard Col­lomb, mach­te Ma­cron ei­nen wei­te­ren So­zia­lis­ten zum In­nen­mi­nis­ter. Auch meh­re­re Po­li­ti­ker der mit Ma­crons Be­we­gung „La Ré­pu­bli­que en Mar­che“ver­bün­de­ten Zen­trums­par­tei wur­den in die Re­gie­rung be­ru­fen: Par­tei­chef François Bay­rou wird Jus­tiz­mi­nis­ter, die Eu­ro­pa­ab­ge­ord­ne­te Gou­lard Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin. Je­an-Yves Le Dri­an

Be­son­ders wich­tig für Ma­cron war die Ein­bin­dung von Po­li­ti­kern der kon­ser­va­ti­ven Re­pu­bli­ka­ner. Er er­nann­te Ex-Land­wirt­schafts­mi­nis­ter Le Mai­re zum Wirt­schafts­mi­nis­ter. Nach An­ga­ben aus des­sen Um­feld wird er auch für Fi­nan­zen zu­stän­dig sein. Be­reits am Mon­tag hat­te der Prä­si­dent den mo­de­ra­ten Kon­ser­va­ti­ven Edouard Phil­ip­pe zum Pre­mier­mi­nis­ter ge­macht.

Ma­cron, der sich als we­der links noch rechts an­sieht, will mit ei­nem brei­ten Bünd­nis bei der Par­la­ments­wahl im Ju­ni ei­ne Re­gie­rungs­mehr­heit für sei­nen Re­form­kurs ge­win­nen. Sei­ne größ­te Kon­kur­renz sind da­bei die Kon­ser­va­ti­ven: Die Par­tei­füh­rung der Re­pu­bli­ka­ner sieht sich in Op­po­si­ti­on zu Ma­cron und hofft auf ei­ne ei­ge­ne Mehr­heit in der künf­ti­gen Na­tio­nal­ver­samm­lung. Der Prä­si­dent ver­sucht des­we­gen, mög­lichst vie­le kon­ser­va­ti­ve Po­li­ti­ker für sich zu ge­win­nen.

In der Re­gie­rung sind gleich vie­le Frau­en wie Män­ner ver­tre­ten. Zu ih­rer ers­ten Ka­bi­netts­sit­zung kom­men die neu­en Mi­nis­ter am Don­ners­tag­vor­mit­tag zu­sam­men.

Fo­to: dpa

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