Mas­si­ver Druck auf Trump

US-Prä­si­dent griff an­geb­lich in FBI-Er­mitt­lun­gen ein – Pu­tin bie­tet Kon­gress Ge­sprächs­no­ti­zen an

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - Mehr Be­rich­te auf noz.de/po­li­tik

Die jüngs­te Ent­hül­lung aus dem Wei­ßen Haus hat das Po­ten­zi­al zur Staats­af­fä­re. Hat Do­nald Trump ver­sucht, die Jus­tiz zu be­hin­dern? Es wä­re die bis­her größ­te Be­dro­hung sei­ner Prä­si­dent­schaft. Wla­di­mir Pu­tin führt die Ame­ri­ka­ner der­weil vor.

WA­SHING­TON. USPrä­si­dent Do­nald Trump ist we­gen sei­nes an­geb­li­chen Ein­grif­fes in die Un­ab­hän­gig­keit der Jus­tiz mas­siv un­ter Druck ge­ra­ten. Mit Jus­tin Amash brach­te erst­mals ein Ab­ge­ord­ne­ter aus Trumps ei­ge­ner re­pu­bli­ka­ni­scher Par­tei ein Amts­ent­he­bungs­ver­fah­ren ge­gen den Prä­si­den­ten ins Spiel. Trump selbst hält die Vor­wür­fe für den Teil ei­ner Schlamm­schlacht ge­gen ihn. „Kein Po­li­ti­ker in der Ge­schich­te wur­de schlim­mer oder un­fai­rer be­han­delt“, sag­te er vor Ka­det­ten der US-Küs­ten­wa­che.

Un­ter­des­sen hat Russ­lands Staats­chef in un­ge­wöhn­li­cher Wei­se auf die Vor­wür­fe ge­gen Trump re­agiert, die­ser ha­be dem rus­si­schen Au­ßen­mi­nis­ter Ser­gej La­w­row vo­ri­ge Wo­che im Wei­ßen Haus sen­si­bles Ge­heim­dienst­ma­te­ri­al zum An­ti-Ter­ror-Kampf preis­ge­ge­ben. Er sei be­reit, dem US-Se­nat die Auf­zeich­nun­gen der Ge­sprä­che zur Ver­fü­gung zu stel­len, sag­te Wla­di­mir Pu­tin. Die Ver­wen­dung rus­si­scher Mit­schrif­ten aus dem Bü­ro des US-Prä­si­den­ten kä­me ei­ner gren­zen­lo­sen Bla­ma­ge Wa­shing­tons gleich.

Am Mitt­woch wur­den noch schwe­re­re Vor­wür­fe ge­gen Trump be­kannt. Der „New York Ti­mes“zu­fol­ge soll er im Fe­bru­ar den da­ma­li­gen FBIChef Ja­mes Co­mey ge­be­ten ha­ben, die Er­mitt­lun­gen ge­gen Ex-US-Si­cher­heits­be­ra­ter Micha­el Flynn we­gen des­sen Russ­land-Kon­tak­ten ein­zu­stel­len. Die Zei­tung be­ruft sich da­bei auf ei­ne Ge­sprächs­no­tiz, die Co­mey ver­fasst ha­be. Soll­ten die Be­rich­te stim­men, hät­te der US-Prä­si­dent ver­sucht, auf das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um und lau­fen­de Er­mitt­lun­gen der Bun­des­po­li­zei Ein­fluss zu neh­men.

In dem Tref­fen soll Trump zu Co­mey über die Flynn-Er­mitt­lun­gen ge­sagt ha­ben: „Ich hof­fe, Sie kön­nen das sein las­sen.“Mehr­fach ha­be der Prä­si­dent ver­si­chert, Flynn sei ein „an­stän­di­ger Kerl“und ha­be nichts Fal­sches ge­tan.

Das Wei­ße Haus wi­der­sprach un­mit­tel­bar. Trump ha­be nie­mals um ei­ne Ein­stel­lung ir­gend­wel­cher Er­mitt­lun­gen ge­be­ten. Der Ge­heim­dienst­aus­schuss des Se­nats lud den in­zwi­schen ent­las­se­nen Co­mey zu ei­ner An­hö­rung ein. Au­ßer­dem bat der Aus­schuss das FBI, mög­li­che Auf­zeich­nun­gen zur Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen Co­mey und Ver­tre­tern des Wei­ßen Hau­ses vor­zu­le­gen.

Ob die Af­fä­re Trumps Ver­bleib im Amt ge­fähr­den könn­te, hängt auch von sei­ner Par­tei ab. Die Re­pu­bli­ka­ner stel­len die Mehr­heit in bei­den Par­la­ments­kam­mern. Der Vor­sit­zen­de des Re­prä­sen­tan­ten­hau­ses, Paul Ryan, sag­te: „Wir brau­chen die Fak­ten. Wir müs­sen un­se­rer Auf­sichts­pflicht Ge­nü­ge tun, un­ab­hän­gig da­von, wel­che Par­tei im Wei­ßen Haus ist.“

Un­ter­des­sen ist Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD) zu sei­ner zwei­ten USARei­se bin­nen we­ni­ger Wo­chen auf­ge­bro­chen. In Wa­shing­ton will er un­ter an­de­rem mit sei­nem US-Amts­kol­le­gen Rex Til­ler­son und dem Na­tio­na­len Si­cher­heits­be­ra­ter Her­bert R. McMas­ter über den ge­mein­sa­men Kampf ge­gen den IS spre­chen.

Neu­es aus dem Wei­ßen Haus: Ganz der Staats­mann:

Do­nald Trump ges­tern bei ei­nem Be­such der Aka­de­mie der US-Küs­ten­wa­che in Con­nec­ti­cut. Wäh­rend­des­sen schla­gen in Wa­shing­ton die Wel­len um sei­nen an­geb­li­chen Ge­heim­nis­ver­rat im­mer hö­her. Fo­to: AFP

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