Sind Wir­te in der Re­gi­on von Jung­ge­sel­len­ab­schie­den ge­nervt?

Der­zeit kei­ne Zu­tritts­ver­bo­te für fei­ern­de Män­ner- und Frau­en­grup­pen in Os­na­brück – 15 Kn­ei­pen und Ca­fés in Re­gens­burg ta­bu

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Nordwest -

Von Na­di­ne Gru­ne­wald

Im Som­mer steigt die Zahl der Hoch­zei­ten – und da­mit auch die der Jung­ge­sel­len­ab­schie­de. Män­ner- und Frau­en­grup­pen zie­hen durch In­nen­städ­te und Kn­ei­pen, die künf­ti­ge Braut oder der künf­ti­ge Bräu­ti­gam meist in ei­nem pein­li­chen Ko­s­tüm und mit ei­nem Bauch­la­den vor dem Bauch, aus dem sie Kon­do­me und Al­ko­hol an Frem­de ver­kau­fen.

Die­se Grup­pen brin­gen Wir­te in ei­ne kri­ti­sche Si­tua­ti­on, sagt Rai­ner Bal­ke, Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Deut­schen Ho­tel- und Gast­stät­ten­ver­bands Nie­der­sach­sen (De­ho­ga). „Auf der ei­nen Sei­te brin­gen sie Um­satz, auf der an­de­ren Sei­te nei­gen Grup­pen da­zu, schnell die Stim­mung zu ok­ku­pie­ren. Mit Ak­tio­nen wie die­ser hier fal­len Grup­pen von jun­gen Män­nern oder Frau­en in vie­len Städ­ten auf – zum Leid­we­sen man­cher Wir­te.

Und das geht dann zu­las­ten der an­de­ren Gäs­te“, sagt er. Das sei aber nicht nur ein Phä­no­men von Jung­ge­sel­len­ab­schie­den, son­dern ge­ne­rell von ge­schlos­se­nen Grup­pen. „Die In­ter­es­sen bei­der Sei­ten zu ver­ei­nen ist die ho­he Kunst der Gas­tro­no­mie.“

Laut Bal­ke gibt es in Nie­der­sach­sen bis­lang noch kei­ne brei­te Be­we­gung, die für Zu­tritts­ver­bo­te für Jung­ge­sel­len­ab­schie­de plä­diert. „Viel­leicht ist das ei­ne Ten­denz, die bald zu uns hoch­schwappt. Viel­leicht sind wir Nord­deut­schen aber auch von ei­nem ru­hi­ge­ren Na­tu­rell.“

An­ders sieht die La­ge in Müns­ter aus. In den bei­den ver­gan­ge­nen Jah­ren hät­ten ei­ni­ge Gas­tro­no­men Zu­tritts­ver­bo­te für Grup­pen ver­hängt, die Jung­ge­sel­len­ab­schie­de fei­er­ten, sagt Re­na­te Döl­ling, Ge­schäfts­füh­re­rin des De­ho­ga Müns­ter­land. Ei­ni­ge Wir­te hät­ten auch be­klagt, dass Gäs­te auf der Ter­ras­se in die Spie­le der Fei­ern­den mit­ein­be­zo­gen wor­den sei­en.

Zwei­schnei­di­ges Schwert

Wie es in die­ser Sai­son aus­sieht, kön­ne sie nicht sa­gen. „Das ist ein zwei­schnei­di­ges Schwert. Müns­ters In­nen­stadt und der Ha­fen sind be­lieb­te Zie­le. Aber häu­fig sind die Fei­ern­den stark an­ge­trun­ken.“

In Os­na­brück se­hen die Wir­te bis­lang nur die po­si­ti­ve Sei­te der Aus­flü­ge kurz vor der Hoch­zeit: „Die Alt­stadt bie­tet viel, und die Gas­tro­no­men sind froh, wenn trink­freu­di­ge Gäs­te kom­men“, sagt Chris­ti­an Kort­lü­ke-Bel­lin, Vor­sit­zen­der des De­ho­ga-Kreis­ver­bands Os­na­brück. „Bis­lang gab es hier noch kei­ne Pro­ble­me.“

In Re­gens­burg sind zu­min­dest 15 Wir­te so ge­nervt, dass sie kei­ne Jung­ge­sel­len­ab­schie­de mehr in ih­ren Ca­fés und Kn­ei­pen ha­ben wol­len und die Gäs­te mit ei­nem Auf­kle­ber an ih­ren Tü­ren dar­auf hin­wei­sen, be­rich­tet die „Mit­tel­baye­ri­sche Zei­tung“. Ih­ren Un­mut ta­ten die Wir­te in ei­nem Schrei­ben auf Face­book kund.

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