Licht­strei­fen am Ho­ri­zont

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Dialog -

Zum Ar­ti­kel „Staat nimmt 54 Mil­li­ar­den mehr ein“(Aus­ga­be vom 12. Mai).

„Su­per, wie die Steu­ern spru­deln und sie re­flex­ar­tig die Be­gehr­lich­kei­ten we­cken. Dass es sich da­bei über­wie­gend um Ein­kom­men­steu­ern vom ge­mei­nen Steu­er­zah­ler han­delt, rückt ei­gen­ar­ti­ger­wei­se in den Hin­ter­grund.

Die­ser wird vom Fi­nanz­amt auf­ge­for­dert, sei­ne Steu­er­er­klä­rung bis zum 31. Mai 2017 pünkt­lich ein­zu­rei­chen, an­sons­ten droht ein Ver­spä­tungs­zu­schlag von zehn Pro­zent! Ge­ra­de un­ter dem Aspekt, dass sich in­ter­na­tio­na­le Kon­zer­ne hier­zu­lan­de mit an­geb­lich ganz le­ga­len Steu­er­tricks dem gänz­lich ent­zie­hen, fin­di­ge De­als mit den Fi­nanz­be­hör­den ab­schlie­ßen kön­nen oder gar mit halb­sei­de­nen Bank­ge­schäf­ten Steu­er­rück­zah­lun­gen er­hal­ten – al­so von un­se­ren Steu­er­gel­dern –, das sprengt je­de Vor­stel­lungs­kraft.

Ein Licht­strei­fen am Ho­ri­zont war kürz­lich die Rand­no­tiz in der Zei­tung, dass al­lei­ne die bei­den IT-Gi­gan­ten App­le und Goog­le still und heim­lich dem ita­lie­ni­schen Fis­kus meh­re­re Hun­dert Mil­lio­nen Eu­ro Steu­ern für de­ren Ita­li­en-Um­sät­ze zahl­ten.

Ich ver­mis­se die­se Er­folgs­mel­dung im Rah­men der deut­schen Steu­er­ge­rech­tig­keit. Uns wird sei­tens der Po­li­tik ge­bets­müh­len­ar­tig vor­ge­gau­kelt, dass es ei­ner eu­ro­päi­schen oder gar welt­wei­ten Ab­stim­mung be­darf, um in­ter­na­tio­na­le Kon­zer­ne steu­er­lich ein­zu­fan­gen. Bull­s­hit – wie man am Bei­spiel Ita­li­ens sieht. Good morning, Ber­lin, zum Steu­er­er­klä­rungs­ter­min der ,ge­beu­tel­ten‘ Bür­ger.“

Rai­ner Eng­lisch Ha­se­lün­ne

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