Künst­ler, Kör­per und Au­to­ren­ki­no

Von den Lei­den an­ge­hen­der Leh­rer, Kör­pe­ri­dea­len und Ge­ne­ra­ti­ons­kon­flik­ten

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Ci­ne­ma-Ar­thouse: „Beuys“. Ak­ti­ons­künst­ler, Pro­vo­ka­teur, po­li­ti­scher Ak­ti­vist – all das war Jo­seph Beuys, dem sich „Black Box BRD“-Re­gis­seur And­res Vei­el in dem auf der Ber­li­na­le ur­auf­ge­führ­ten Do­ku­men­tar­film an­nä­hert. Mit­tels ei­ner Col­la­ge aus Ar­chiv­ma­te­ri­al und In­ter­views zeigt er – fast drei Jahr­zehn­te nach dem Tod des Künst­lers –, dass Beuys auch heu­te noch her­aus­for­dert und den Kunst­be­griff seit da­mals enorm er­wei­tert hat. Frü­her oft be­lä­chelt, er­hält Beuys nun ein fil­mi­sches Denk­mal. Oh­ne Al­ters­be­schrän­kung.

Ha­se­tor: „Jahr­hun­dert­frau­en“. Drei Frau­en schnup­pern 1979 in Ka­li­for­ni­en den Duft von gro­ßer Frei­heit. Ei­ne wil­de, grund­li­be­ra­le Zeit für die drei Ge­ne­ra­tio­nen, ver­kör­pert von den Schau­spie­le­rin­nen An­net­te Ben­ning, Gre­ta Ger­wig und El­le Fan­ning. Nur Ja­mie, Sohn der Mitt­fünf­zi­ge­rin Do­ro­thea, macht Sor­gen. Des­halb lässt sie sich von den zwei an­de­ren jün­ge­ren Frau­en un­ter­stüt­zen. Das Dra­ma des In­de­pen­dent­fil­mers und Künst­lers Mike Mills be­kam ei­ne Os­car-No­mi­nie­rung. Oh­ne Al­ters­be­schrän­kung.

Film­pas­sa­ge: „Em­bra­ce – Du bist schön“. Die Aus­tra­lie­rin Ta­ryn Br­um­fitt und stellt mit Ko-Pro­du­zen­tin No­ra Tschirner ei­nen Ge­gen­ent­wurf zu ver­meint­lich ver­bind­li­chen Schön­heits­idea­len vor. Ih­re Bot­schaft „Em­bra­ce!“ist ein­fach und ein­dring­lich: Sich an­neh­men! Wie das mög­lich sein könn­te, mach­te Fo­to­gra­fin Br­um­fitt vor, als sie Vor­her-/Nach­herFo­tos

ih­res fast nack­ten Kör­pers ver­öf­fent­lich­te. Ihr über 100 Mil­lio­nen Mal be­trach­te­ter Post rück­te das The­ma Bo­dy Image in den Fo­kus, in des­sen Fol­ge die­ser Do­ku­men­tar­film ent­stand. Ab 12 Jah­ren.

Ci­ne­ma-Ar­thouse: „Zwi­schen den Stüh­len“. Der ei­ne stellt sich vor der ver­sam­mel­ten Klas­se als „hal­ber Leh­rer“vor, die an­de­re ge­steht ih­ren Schü­lern von vorn­her­ein ih­re

Ner­vo­si­tät, und man­che Re­fe­ren­da­ri­ats­kan­di­da­ten den­ken an Schau­spiel­un­ter­richt, um ih­ren Sack Flö­he vol­ler Schü­ler bes­ser in den Griff zu be­kom­men. Film­au­tor Ja­kob Schmidt be­glei­tet drei an­ge­hen­de Leh­rer, die nach der Theo­rie ih­res Lehr­amts­stu­di­ums als Re­fe­ren­da­re vol­ler Idea­lis­mus „Zwi­schen den Stüh­len sit­zen“und da­bei gleich­zei­tig be­no­ten und be­no­tet wer­den. Oh­ne Al­ters­be­schrän­kung.

Ci­ne­ma-Ar­thouse, Ci­ne­star, Film­pas­sa­ge: „Ali­en: Co­venant“. Seit sei­nem ers­ten Lein­wand­auf­tritt im Jahr 1979 ist das „Ali­en“zu ei­nem der er­folg­reichs­ten Ki­noMons­ter ge­wor­den. In al­lein drei Fort­set­zun­gen lie­fer­te sich Si­gour­ney Wea­ver Ge­fech­te mit dem von H. R. Gi­ger ge­stal­te­ten Au­ßer­ir­di­schen – und das, ob­wohl ih­re Fi­gur am En­de des zwei­ten Se­quels schon ge­stor­ben war. Da­nach hetz­ten noch zwei Cross­over-Fil­me das Ali­en und sei­nen Hor­ror­kol­le­gen Pre­da­tor auf­ein­an­der. Seit 2012 ist erst­mals wie­der Rid­ley Scott als Re­gis­seur da­bei. Nach „Pro­me­theus“ist „Ali­en: Co­venant“nun der zwei­te Teil zur Vor­ge­schich­te der Welt­raum­bes­tie. Dies­mal ent­hüllt Scott die Ge­schich­te Ali­en-Evo­lu­ti­on. Ab 16 Jah­ren. Ei­ne aus­führ­li­che Re­zen­si­on zum neu­en „Ali­en“-Film le­sen Sie auf Sei­te 28.

Im Do­ku­men­tar­film „Em­bra­ce“geht es dar­um, sich und sei­nen Kör­per zu ak­zep­tie­ren. Fo­to: Da­vid Solm Pho­to­gra­phy

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