Wie frei sind die Be­frei­ten?

Ers­te Ge­ne­ra­ti­on des de­mo­kra­ti­schen Süd­afri­kas er­zählt – Le­sung in den Alt­städ­ter Bü­cher­stu­ben

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Vor 21 Jah­ren en­de­te die Apart­heid in Süd­afri­ka, die De­mo­kra­tie hielt Ein­zug. Me­la­nie Ver­wo­erd und der jun­ge Au­tor Son­wa­b­i­so Ng­co­wa zie­hen in ih­rem Buch „Süd­afri­ka mit 21“ei­ne Bi­lanz. Ng­co­wa liest am Mon­tag, 22. Mai, um 19 Uhr in den Alt­städ­ter Bü­cher­stu­ben aus sei­nem Werk.

Son­wa­b­i­so Ng­co­wa, 1984 in Mpo­zi­sa im Ost­kap Süd­afri­kas ge­bo­ren, wuchs in der Town­ship Ma­si­phu­mele­le bei Kap­stadt auf. 2011 nahm er ein Stu­di­um der Hu­man- und So­zi­al­wis­sen­schaf­ten an der Uni­ver­si­tät von Kap­stadt auf. Er ver­öf­fent­licht Ro­ma­ne und Kurz­ge­schich­ten, schreibt für die Ca­pe Ti­mes und ar­bei­tet als Men­tor in Schreib­werk­stät­ten für Ju­gend­li­che. Sei­ne Ko-Au­to­rin ist Me­la­nie Ver­wo­erd, ver­hei­ra­tet mit Wil­helm Ver­wo­erd, des­sen Groß­va­ter Hen­drik Ver­wo­erd, zwi­schen 1958 und 1966 Pre­mier­mi­nis­ter Süd­afri­kas, als Ar­chi­tekt der Apart­heid gilt. Die bei­den Au­to­ren, ein Schwar­zer und ei­ne Wei­ße, woll­ten wis­sen, wie es Süd­afri­ka heu­te geht. Sie sind quer durch das Land ge­reist und ha­ben die Le­bens­ge­schich­ten jun­ger Men­schen ge­sam­melt, die 1994 ge­bo­ren sind.

Ihr Buch „Süd­afri­ka mit 21 – Die ers­te freie Ge­ne­ra­ti­on er­zählt“lässt Zah­len und Sta­tis­ti­ken hin­ter sich und kon­zen­triert sich auf das Le­ben der Men­schen. Scho­nungs­los ehr­lich er­zäh­len die jun­gen Men­schen von ih­rem Le­ben: Von der at­trak­ti­ven cross-gen­der Pro­sti­tu­ier­ten, die un­ter ei­ner Brü­cke schläft, bis zur er­folg­rei­chen Fa­shion-De­si­gne­rin.

Das Re­sü­mee ist ein­deu­tig: Das Land bleibt sei­nen Kin­dern auch 21 Jah­re nach dem En­de der Apart­heid all­zu viel schul­dig. Die Stär­ke und Resi­li­enz der jun­gen Ge­ne­ra­ti­on, die nicht auf­hört, an ei­ne bes­se­re Zu­kunft zu glau­ben, ver­dient da­ge­gen größ­te Be­wun­de­rung.

Au­tor Son­wa­b­i­so Ng­co­wa ist auf Ein­la­dung des Ak­ti­ons­zen­trums Drit­te Welt zu Be­such in Os­na­brück und wird auf sei­ner Le­se­tour ne­ben der Le­sung in der Alt­städ­ter Bü­cher­stu­be auch drei Os­na­brü­cker Schu­len be­su­chen. Be­glei­tet wird er von Lutz van Di­jk, der seit 2001 als Schrift­stel­ler und Mit­be­grün­der der süd­afri­ka­ni­schen Stif­tung Ho­ki­sa (Ho­me for Kids in Sout­haf­ri­ca) für von HIV/Aids be­trof­fe­ne Kin­der und Ju­gend­li­che in Kap­stadt lebt.

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