Aus­bil­dung zum Not­fall­sa­ni­tä­ter sehr ge­fragt

Sit­zung des Aus­schus­ses für Feu­er­schutz, In­te­gra­ti­on und Ord­nung im Lo­gis­tik­zen­trum Nord

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrücker Land -

Der Aus­schuss für Feu­er­schutz, In­te­gra­ti­on und Ord­nung hat­te sich für sei­ne letz­te Sit­zung vor der Som­mer­pau­se ei­nen be­son­de­ren Ort aus­ge­sucht: Im neu­en Lo­gis­tik­zen­trum Nord in Bersenbrück be­rie­ten die Mit­glie­der über Fra­gen der Not­fall­ret­tung und die Aus­stat­tung der Feu­er­weh­ren im Kreis. Am Ran­de der Sit­zung wur­de der Ober­brand­meis­ter Ralf Ge­or­ge durch Kreis­rat Win­fried Wil­kens zum Haupt­brand­meis­ter er­nannt.

Andre­as Men­ne­wisch, ärzt­li­cher Lei­ter der Ret­tungs­leit­stel­le, führ­te in ei­nem Kurz­vor­trag in das neue Be­rufs­bild des Not­fall­sa­ni­tä­ters ein: Im Ge­gen­satz zu den Ret­tungs­as­sis­ten­ten dür­fen die neu aus­ge­bil­de­ten Not­fall­sa­ni­tä­ter vie­le Auf­ga­ben über­neh­men, die bis­her dem Arzt vor­be­hal­ten wa­ren. So sei­en sie bei­spiels­wei­se an­ge­wie­sen, bei be­stimm­ten Sym­pto­men, die auf ty­pi­sche Not­fäl­le wie Herz­in­fark­te, Schlag­an­fäl­le oder Atem­not hin­deu­ten, vor­her fest­ge­leg­te Me­di­ka­men­te in be­stimm­ten Do­sie­run­gen zu ge­ben. „Die Not­fall­sa­ni­tä­ter er­ler­nen in ih­rer drei­jäh­ri­gen Aus­bil­dung ei­ne Rei­he von Al­go­rith­men, so­dass sie in je­der Si­tua­ti­on wis­sen, was zu tun ist, bis dann der Not­arzt ein­trifft“, ver­si­cher­te Men­ne­wisch.

Der­zeit ge­be es weit mehr Be­wer­ber um ei­nen Aus­bil­dungs­platz zum Not­fall­sa­ni­tä­ter als Plät­ze. „Das In­ter­es­se ist sehr groß“, be­rich­te­te Men­ne­wisch. Durch Wei­ter­bil­dun­gen von Ret­tungs­as­sis­ten­ten ge­be es im Land­kreis Os­na­brück der­zeit schon knapp sech­zig zer­ti­fi­zier­te Not­fall­sa­ni­tä­ter.

Wil­kens re­fe­rier­te zum The­ma „Mo­bi­le Ret­ter“: Über ei­ne App, die im Som­mer frei­ge­schal­tet wird, sol­len eh­ren­amt­lich re­gis­trier­te, ge­schul­te Hel­fer bei Not­fäl­len in ih­rer Nä­he alar­miert wer­den. „Wir wer­ben der­zeit da­für, dass sich Men­schen als Eh­ren­amt­li­che re­gis­trie­ren las­sen, und spre­chen da­bei spe­zi­ell sol­che an, die schon von Be­rufs we­gen Re­ani­ma­ti­on ge­lernt ha­ben“, er­läu­ter­te Wil­kens. Je mehr Teil­neh­mer ge­fun­den wer­den, um­so schnel­ler kön­ne zu­künf­tig im Not­fall ein Hel­fer vor Ort sein.

Im Be­reich der psy­cho­so­zia­len Not­fall­ver­sor­gung sei­en seit 2016 in Ko­ope­ra­ti­on mit der ka­tho­li­schen und evan­ge­li­schen Kir­che zwan­zig neue Not­fall­seel­sor­ger aus­ge­bil­det wor­den, so Wil­kens.

Für den Be­reich In­te­gra­ti­on be­rich­te­te Fach­dienst­lei­te­rin Bär­bel Ro­sen­strä­ter über die neue Ru­brik „Mi­gra­ti­on und In­te­gra­ti­on“auf der Home­page des Land­krei­ses. Die­ser Be­reich sei be­wusst in ein­fa­cher Spra­che ge­hal­ten, da­mit er auch für Men­schen ver­ständ­lich ist, die erst seit kur­zem Deutsch ler­nen. Au­ßer­dem las­se sich die ge­sam­te Web­site per Goog­le-Trans­la­tor jetzt auch in vie­le Spra­chen über­set­zen.

Kreis­brand­meis­ter Cor­ne­lis van de Wa­ter be­ton­te in sei­nem Be­richt, dass die Feu­er­weh­ren im Land­kreis an­ders als in an­de­ren Re­gio­nen Nie­der­sach­sens noch kei­nen Per­so­nal­man­gel ha­ben. Knapp 4000 Mit­glie­der zähl­te die Kreis­feu­er­wehr 2016. „Gleich­wohl müs­sen auch wir für die Zu­kunft vor­sor­gen, in­dem wir Kin­der- und Ju­gend­feu­er­weh­ren bil­den und be­treu­en.“

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