Mei­ser mo­de­riert den Welt­un­ter­gang an

„Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker­mi­lieu“: ZDF trennt sich von Fern­seh-Ur­ge­stein

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Weltspiegel - Von Co­rin­na Berg­h­ahn

Bis in die 2000er-Jah­re war Hans Mei­ser das Ge­sicht von RTL: Dort mo­de­rier­te er Sen­dun­gen wie „No­t­ruf“oder ei­nen Nach­mit­tags­talk. Nun muss er die von Jan Böh­mer­mann mo­de­rier­te Sen­dung „Neo Magazin Roy­al“auf ZDF­neo ver­las­sen. Der Grund: Er scheint sei­ne dort eta­blier­te Rol­le als „klei­ner Mann“mit Hang zum Rechts­po­pu­lis­mus, der auf die „ver­siff­te Sys­tem­pres­se“schimpft, in der Rea­li­tät zu ernst ge­nom­men zu ha­ben. Die Pro­duk­ti­ons­fir­ma Bild­un­d­ton­fa­brik hat­te die Tren­nung mit Mei­sers Tä­tig­keit „im Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker­mi­lieu“be­grün­det. Mei­sers Mit­ar­beit beim Blog „Wa­ter­ga­te.tv“hat­te zu­vor das On­li­ne-Ma­ga­zi­ne „Vice“be­kannt ge­macht.

Klickt man auf die Sei­te, öff­net sich so­fort ein Pop-up, das vor dem nächs­ten Kri­sen­fall warnt – und ei­nen an­hält, sei­ne E-Mail-Adres­se an­zu­ge­ben, da­mit man ei­ne Check­list er­hält, wel­che Din­ge man für den Welt­un­ter­gang bun­kern sol­le.

Es fin­den sich Ar­ti­kel über zen­sie­ren­de west­li­che Me­di­en und Po­li­ti­ker, Volks­ver­dum­mung oder „Zwangs­imp­fun­gen“. Ge­warnt wird vor ei­nem „Bür­ger­krieg“. Be­schwö­rer des Un­ter­gangs des Abend­lan­des schei­nen das Ziel­pu­bli­kum zu sein.

Das ZDF be­ton­te, dass we­der Sen­der noch Pro­duk­ti­ons­fir­ma von Mei­sers Tä­tig­kei­ten au­ßer­halb des „Neo Magazin Roya­le“ge­wusst hät­ten.

Mei­ser be­stä­tig­te auf dpaAn­fra­ge die Tren­nung: „Man kann sa­gen: Es ist be­en­det.“Er schrei­be tat­säch­lich für „Wa­ter­ga­te.tv“, zu sei­nen Tex­ten ste­he er. Sie sei­en kor­rekt re­cher­chiert. Was sonst auf dem Por­tal ver­öf­fent­licht wer­de, le­se er al­ler­dings „re­la­tiv sel­ten“. Es han­de­le sich aber um ein „jun­ges Un­ter­neh­men“. „Da wer­den Feh­ler ge­macht“, sag­te Mei­ser. Mit den In­hal­ten, die nach sei­nen An­sa­gen ge­zeigt wür­den, ha­be er nichts zu tun. Beim „Neo Magazin Roya­le“hät­te er den­noch ger­ne wei­ter­ge­macht. Aber er hat sich mit der Tren­nung ab­ge­fun­den: „Wenn es so ist, dann ist es so.“

„Die Kri­se kommt“ – und Hans Mei­ser mo­de­riert sie an. Fo­to: NOZ/Face­book

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