Blickfang im Grü­nen

Ex­tra­va­gan­te Gar­ten­de­ko ist oft auch Ge­schmacks­sa­che

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Gut Zu Wissen - Von Clau­dia Sar­ra­zin

OS­NA­BRÜCK. Gar­ten­de­ko­ra­ti­on gibt es im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes mas­sen­haft. Die Aus­wahl in Gärt­ne­rei­en und Gar­ten­cen­tern, bei Flo­ris­ten, in Mö­bel­ge­schäf­ten und „Schnick­schnack­lä­den“ist rie­sig. Für je­den Ge­schmack und Geld­beu­tel ist et­was mit da­bei. Doch vie­le Hob­by­gärt­ner su­chen das Be­son­de­re.

Kunst im Gar­ten ist ei­ne Mög­lich­keit, sich von an­de­ren ab­zu­he­ben. De­ko­ra­ti­ve Ar­bei­ten, die Gestal­ter in Klein­se­ri­en oder so­gar in Hand­ar­beit her­stel­len, ei­ne an­de­re. Sehr be­kannt ist in­zwi­schen der Blau­schä­fer Rai­ner Bonk aus Rhein­berg. Sei­ne le­bens­gro­ßen blau­en Scha­fe be­völ­ker­ten un­ter an­de­rem Wie­sen der Lan­des­gar­ten­schau 2010 in Bad Es­sen und wa­ren dort ei­nes der meist­fo­to­gra­fier­ten Aus­stel­lungstü­cke. In ei­nem Os­na­brü­cker Pri­vat­gar­ten stell­te des­sen Be­sit­zer zu drei ste­hen­den Scha­fen von Bonk ein lie­gen­des und meh­re­re,

eben­falls le­bens­gro­ße Hüh­ner. „Um die pas­sen­de Far­be zu be­kom­men, ha­be ich ein Schaf auf dem Rück­sitz mei­nes Au­tos fest­ge­schnallt und des­sen Farb­ton bei TTO Telg­käm­per in Os­na­brück nach­mi­schen las­sen“, so der Hob­by­gärt­ner, und er füg­te hin­zu: „Ob der Künst­ler so ei­ne Er­wei­te­rung sei­ner Her­de schätzt oder ab­lehnt, weiß ich na­tür­lich nicht. Aber un­ser Be­such ist im­mer be­geis­tert.“

Eher un­kon­ven­tio­nell ist die Ver­wen­dung von Schau­fens­ter­pup­pen: Far­big an­ge­sprüht oder an­ge­zo­gen, kön­nen sie eben­falls zum Hin­gu­cker im Gar­ten wer­den. Ge­ne­rell gilt: Was die Wie­der­ver­wen­dung von Be­ste­hen­dem als Pflanz­kü­bel oder De­ko-Ob­jekt

an­geht, setzt meist nur ein be­grenz­tes hand­werk­li­ches Ge­schick oder feh­len­des Werk­zeug der Krea­ti­vi­tät Gren­zen. Denn wäh­rend es frü­her schon re­vo­lu­tio­när war, al­te Zink­wan­nen zu be­pflan­zen, nut­zen Hob­by­gärt­ner heu­te al­les, was sie in die Fin­ger be­kom­men. Da­zu zäh­len un­ter an­de­rem al­te Gum­mi­stie­fel, mit Ta­pe­ten­kleis­ter ver­stärk­te Je­ans­ho­sen oder Wasch­ma­schi­nen­trom­meln. In die glei­che Ka­te­go­rie ge­hört der „Gar­ten to go“, be­ste­hend aus ei­ner be­pflanz­ten Schub­kar­re von Igel Gar­ten­kul­tur in Bram­sche oder der be­pflanz­te Mo­tor­raum ei­nes aus­ran­gie­ren Au­tos, das auf dem Ge­län­de der Ur­ban Gar­de­ning-Initia­ti­ve

To­ma­tOS in Os­na­brück steht.

Ein be­lieb­ter Trick, ei­nem Gar­ten Struk­tur zu ver­lei­hen, sind al­le mög­li­chen For­men von „Trenn­wän­den“, die den Gar­ten in ein­zel­ne „Gar­ten­zim­mer“ein­tei­len. Ent­spre­chen­de He­cken sind die na­tür­lichs­te Va­ri­an­te, Ga­bi­o­nen, der­zeit ei­ne der be­lieb­tes­ten. Aber auch hier lässt sich mit Krea­ti­vi­tät vie­les an­ders ma­chen: Ei­ne Al­ter­na­ti­ve sind in­di­vi­du­ell bis künst­le­risch ge­stal­te­te Trenn­wän­de und Par­vants, wie sie der Bis­sen­dor­fer Kon­rad Coe­nen fer­tigt und bei Igel aus­stellt. Ge­mau­er­te Wän­de ei­ner Rui­ne oder im Wind we­hen­de Gar­di­nen er­zie­len den glei­chen Ef­fekt.

Vom Ar­beits­ge­rät zum De­ko-Ob­jekt: Als „trans­por­ta­bler Gar­ten“steht die­se Schub­kar­re bei Igel Gar­ten­kul­tur in Bram­sche. Fo­to: Clau­dia Sar­ra­zin

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