Orang-Utans hän­gen lan­ge an der Brust

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Gut Zu Wissen -

Orang-UtanMüt­ter stil­len ih­ren Nach­wuchs zu­min­dest zeit­wei­se noch bis ins neun­te Le­bens­jahr. Die Klei­nen trin­ken im ers­ten Le­bens­jahr aus­schließ­lich Mut­ter­milch. Da­nach fres­sen sie auch Früch­te und an­de­re Pflan­zen­tei­le. Sie grei­fen aber im­mer wie­der auf Mut­ter­milch zu­rück, be­rich­ten Wis­sen­schaft­ler im Fach­blatt „Sci­ence Ad­van­ces“. Sie wie­sen in den Zäh­nen ver­stor­be­ner Orang-Utans che­mi­sche Spu­ren der Milch nach.

Über vie­le Aspek­te des Ver­hal­tens wild le­ben­der Oran­gU­tans ist noch im­mer we­nig be­kannt, so auch über die Er­näh­rung der Jung­tie­re. Das liegt vor al­lem dar­an, dass die Af­fen die meis­te Zeit des Ta­ges hoch oben in Bäu­men ver­brin­gen. Ge­ra­de wenn sich die Müt­ter nachts mit ih­ren Jun­gen in die Nes­ter ver­zie­hen, ist ei­ne Be­ob­ach­tung kaum mehr mög­lich.

Die For­scher um Tanya Smith von der Grif­fith Uni­ver­si­ty in Nat­han (Aus­tra­li­en) um­gin­gen die­ses Pro­blem, in­dem sie bei Zäh­nen von Orang-Utans die Ver­tei­lung von Ba­ri­um un­ter­such­ten. Ba­ri­um stammt aus Spei­chern im Kör­per der Müt­ter und kon­zen­triert sich in der Mut­ter­milch. Die Jung­tie­re la­gern es dann in Kno­chen und Zäh­nen ein.

Wei­te­re Un­ter­su­chun­gen sol­len nun zei­gen, wie die Ver­füg­bar­keit von Nah­rung und an­de­re Um­welt­fak­to­ren das Still­ver­hal­ten bei Pri­ma­ten be­ein­flus­sen.

Mut­ter­milch gibt es bei Orang-Utans nicht nur für die ganz Klei­nen. Fo­to: dpa

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