Der Wald als Kor­rek­tiv

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur - Von Chris­ti­ne Adam c.adam@noz.de

Um den deut­schen Wald ran­ken sich ei­ne Men­ge My­then, Mär­chen und Schau­er­ge­schich­ten. Ur­al­te Ängs­te er­hal­ten neue Nah­rung, seit­dem der Wolf in un­se­re Wäl­der zu­rück­kehrt ist. Mit ei­ni­gen Ängs­ten kann Pe­ter Wohl­le­ben, Deutsch­lands der­zeit be­kann­tes­ter Förs­ter, auf­räu­men, in­dem er Tipps gibt zum Ge­brauch des Wal­des am Tag und in der Nacht. Doch lan­ge fris­te­ten die einst so stol­zen, sa­gen­um­wo­be­nen Wäl­der mit ih­ren Fich­ten­mo­no­kul­tu­ren und den licht­lo­sen Wald­bö­den oh­ne je­den Be­wuchs ein doch eher küm­mer­li­ches Da­sein.

Das än­dert sich lang­sam, auch dank so um­welt­be­wuss­ter Forst­män­ner wie Pe­ter Wohl­le­ben. Re­gel­rech­te Ur­wäl­der brei­ten

sich wie­der aus. Das er­öff­net der Ar­ten­viel­falt in Flo­ra und Fau­na neue To­re.

Da­mit kann sich der Wald wie­der zum Ge­gen­ge­wicht zu un­se­rem Zi­vi­li­sa­ti­ons­le­ben wan­deln, zum Sehn­suchts­ort und Kor­rek­tiv auch für das, was wir an Na­tür­li­chem und Na­tur zu ver­lie­ren glau­ben. Es ist nicht zu spät, si­gna­li­sie­ren die­se neu­en Wäl­der, und set­zen der mensch­li­chen Hy­bris Gren­zen. Denn schon im­mer hat sich der Mensch in ei­nem kraft­voll­ge­sun­den Wald eher klein und klein­laut ge­fühlt.

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