Der Ro­te Pla­net wird be­wohn­bar

Das Stra­te­gie­spiel „Ter­ra­for­ming Mars“si­mu­liert die Ero­be­rung des Erd­nach­barn

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Spiele -

Der Mars lockt. Kon­zer­ne kon­kur­rie­ren dar­um, den Pla­ne­ten be­wohn­bar zu ma­chen. Im Stra­te­gie-Le­cker­bis­sen „Ter­ra­for­ming Mars“ver­än­dern sie Ober­flä­che und At­mo­sphä­re so lan­ge, bis für Men­schen ein an­ge­neh­mes Le­ben mög­lich ist.

Von Kars­ten Gros­ser

OS­NA­BRÜCK. In Wirk­lich­keit und Fik­ti­on rückt der Mars im­mer stär­ker in den Fo­kus. Son­den und Ro­bo­ter sen­den Da­ten vom Nach­bar­pla­ne­ten, Raum­fahrt­un­ter­neh­men spre­chen von be­mann­ten Mis­sio­nen und „Der Mar­sia­ner“fes­selt so­wohl Le­ser als auch Ki­no­gän­ger. Und auch Brett­spiel­au­to­ren sind fas­zi­niert vom Ro­ten Pla­ne­ten. Zu­letzt ha­ben sie sich gleich mit meh­re­ren Neu­hei­ten die­sem The­ma ge­wid­met. Das vom Schwe­den Ja­cob Fry­xe­li­us ent­wi­ckel­te Stra­te­gie­spiel „Ter­ra­for­ming Mars“sticht her­aus.

So geht’s: Die At­mo­sphä­re auf dem Mars ist le­bens­feind­lich. Doch Kon­zer­ne wol­len das än­dern und den Mars in ei­nen erd­ähn­li­chen Pla­ne­ten ver­wan­deln, ihn al­so ter­ra­for­men. Da­zu be­ein­flus­sen sie drei wich­ti­ge Pa­ra­me­ter: Sie stei­gern nach und nach den Sau­er­stoff­an­teil in der Luft, er­hö­hen die Tem­pe­ra­tur und er­schaf­fen Ozea­ne. Mit je­dem Bei­trag an die­sem Un­ter­fan­gen er­höht ein Spie­ler sei­nen Ter­ra­form­wert, der sich Run­de für Run­de in Ein­kom­men aus­zahlt. Das Geld wird be­nö­tigt, um Kar­ten zu er­wer­ben und aus­zu­spie­len.

Die Kar­ten sind der Kern­me­cha­nis­mus des Spiels. Sie sym­bo­li­sie­ren Pro­jek­te so­wie Ent­wick­lungs- und Evo­lu­ti­ons­schrit­te. Mit ih­nen lässt sich die Pro­duk­ti­on wich­ti­ger Res­sour­cen wie Stahl, Ti­tan oder Ener­gie an­kur­beln. Und sie er­lau­ben auch die Er­rich­tung von Städ­ten und Grün­flä­chen auf der Pla­ne­ten­ober­flä­che oder er­mög­li­chen Ak­tio­nen im Son­nen­sys­tem. Vie­le Kar­ten dür­fen nur dann ge­nutzt wer­den, wenn die drei zen­tra­len Pa­ra­me­ter in­ner­halb be­stimm­ter Wer­te sind. Das sorgt zum Bei­spiel da­für, dass hoch ent­wi­ckel­te Tie­re den Mars erst dann ken­nen­ler­nen, wenn sie in der At­mo­sphä­re über­le­ben kön­nen.

Ne­ben ei­nem gu­ten Ter­ra­form­wert, der am En­de in Sieg­punk­te um­ge­wan­delt wird, zahlt sich für Kon­zer­ne aus, die Stra­te­gie so aus­zu­rich­ten, dass sie Mei­len­stei­ne in der Mars­be­sied­lung set­zen oder Aus­zeich­nun­gen er­hal­ten. Da­bei kommt es dar­auf

an, schnel­ler als die Kon­kur­renz zu sein. Ei­ne Par­tie en­det, so­bald die Ziel­wer­te für Sau­er­stoff­ge­halt, Tem­pe­ra­tur und Oze­an­aus­deh­nung er­reicht sind – in der Re­gel nach zwei bis drei St­un­den. Der Kon­zern mit den meis­ten Sieg­punk­ten tri­um­phiert. Spiel­wert: „Ter­ra­for­ming Mars“ist ein ge­nia­les Spiel. Das be­grün­det sich vor al­lem in sei­ner the­ma­ti­schen Stim­mig­keit. Dank der vie­len Pro­jekt­kar­ten, die teils nur in Ab­hän­gig­keit zum Ter­ra­form-Sta­tus des Mars ein­ge­setzt wer­den dür­fen, wird die Ero­be­rung des Pla­ne­ten an­schau­lich si­mu­liert. Die­ser Ein­druck ver­stärkt sich durch den Mars-Spiel­plan, auf dem der ste­te Aus­bau der In­fra­struk­tur sicht­bar wird.

Zwar be­stimmt der Zu­fall das Kar­ten­an­ge­bot, das ein Spie­ler zu Be­ginn je­der Run­de er­hält. Doch wer mit der Draf­ting-Op­ti­on spielt, re­du­ziert das Glücks­mo­ment. Das tut den Par­ti­en gut. Denn we­gen der Viel­zahl stra­te­gi­scher Mög­lich­kei­ten emp­fiehlt es sich, ei­ne strin­gen­te Li­nie ein­zu­schla­gen, um ef­fi­zi­ent zu ter­ra­for­men. Zu­mal je­der Kon­zern mit un­ter­schied­li­chen Aus­gangs­be­din­gun­gen star­tet. Als tak­ti­sches Ele­ment kommt hin­zu, pro Zug ein oder zwei Ak­tio­nen aus­füh­ren zu dür­fen. Die Ero­be­rung des Mars ist da­mit nicht zu­letzt auch ei­ne Fra­ge des Ti­mings. Vor al­lem aber ein Aben­teu­er, das nie­mals sei­nen Reiz ver­liert.

Ter­ra­for­ming Mars: Die Spie­ler er­schaf­fen Ozea­ne, le­gen Grün­flä­chen an und bau­en Städ­te. Fo­to: Kars­ten Gros­ser

Ter­ra­for­ming Mars (Schwer­kraft-Ver­lag) von Ja­cob Fry­xe­li­us ist für 1 bis 5 Spie­ler ab 12 Jah­ren, dau­ert 90 bis 180 Mi­nu­ten, et­wa 60 Eu­ro.

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