Am Ne­u­markt wohnt aber kein Mensch

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Leserbriefe -

Zu un­se­rer Be­richt­er­stat­tung über das Ge­zänk um die Sper­rung des Ne­u­markts.

„Die Stel­lung­nah­me des OB lässt mich fas­sungs­los zu­rück. Im Er­geb­nis heißt es al­so, ver­teil­ter Schmutz ist bes­se­rer Schutz?! Die Frei­ga­be des Ne­u­markts für den Pk­wVer­kehr löst doch wohl kaum die Pro­ble­me am Wall. Wann sind Po­li­ti­ker end­lich so weit, Ver­ant­wor­tung auch für die Zu­kunft und Fol­ge­ge­ne­ra­tio­nen zu über­neh­men und nach­hal­tig zu pla­nen? Ne­u­markt sper­ren und da­nach wei­te­re Schrit­te zur all­ge­mei­nen Ver­bes­se­rung der Luft­ver­schmut­zung zum Schutz der Bür­ger er­grei­fen. ÖPNV aus­bau­en, Prei­se für ÖPNV ex­trem sen­ken, Park­ge­büh­ren in der Stadt ex­trem er­hö­hen, wä­ren aus mei­ner Sicht schnell um­setz­ba­re Mög­lich­kei­ten. Wenn Bus­se in kur­zen Tak­ten in ei­nem aus­ge­bau­ten Netz fah­ren und die Fahr­kar­te pro Tag nur ei­nen Eu­ro kos­tet, da­für der Park­platz in der Stadt pro St­un­de zehn Eu­ro kos­tet, dürf­te die Nut­zung des Pkw un­at­trak­tiv wer­den. Ins­be­son­de­re weil die über­wie­gen­de Mehr­zahl der Pkw nur mit ei­ner Per­son be­setzt ist. Es ist höchs­te Zeit, et­was zu tun. Man muss es nur wol­len!“

Ga­by Schütt­ken Os­na­brück

„Ob das The­ma Ne­u­markt noch ein­mal mit we­ni­ger Emo­tio­nen und mehr Sach­lich­keit an­ge­gan­gen wird oder nicht: Weit­sicht soll­te hier vor Ge­schwin­dig­keit ge­hen. Ganz un­recht hat der Ide­en­ge­ber Brick­wed­de nicht: Der Bus­ver­kehr in Jo­han­nis­stra­ße und Ne­u­markt bringt ei­ner­seits Kun­den zu den Ge­wer­be­trei­ben­den in die Stadt. An­de­rer­seits zeich­nen 110 Bus­se tags­über in je­der St­un­de – Schul­bus­se nicht mit­ge­rech­net – kei­ne Fla­nier­mei­le und auch kei­ne Wohl­fühl­fuß­gän­ger­zo­ne aus. Weit ver­streu­te Bus­hal­te­stel­len wie heu­te be­deu­ten lan­ge Fuß­we­ge für um­stei­gen­de Fahr­gäs­te und dis­qua­li­fi­zie­ren je­den zen­tra­len Bus­bahn­hof. Spä­tes­tens dann, wenn der Stadt­rat nicht ver­an­lasst, bei der Neu­ge­stal­tung des Ne­u­mark­tes für deut­lich kür­ze­re Um­stei­ge­we­ge zwi­schen den Bus­sta­tio­nen und für zu­ver­läs­si­ge An­schlüs­se zu sor­gen, muss kein Bus mehr zwin­gend über den Ne­u­markt rol­len. Von ein­zu­rich­ten­den Bus­sta­tio­nen in der Mö­ser- oder Ly­ra­stra­ße, von der Süs­ter­stra­ße oder vom Thea­ter sind die meis­ten Ge­schäf­te kaum wei­ter ent­fernt als von den heu­ti­gen Bus­hal­te­stel­len auf dem Ne­u­markt. Und zum Um­stei­gen las­sen sich auch al­le Li­ni­en zum vor­han­de­nen Platz am seit Jah­ren per Bus un­an­ge­mes­sen schlecht an­ge­bun­de­nen Haupt­bahn­hof aus­rich­ten.“Kat­ha­ri­na Ziel­ke Wallenhorst

„Herr Hin­richs meint, der Rat ha­be Vor- und Nach­tei­le der Sper­rung ge­gen­ein­an­der ab­ge­wo­gen. Hat er das wirk­lich? Was wiegt denn schwe­rer, der Wunsch von ein paar Leu­ten, die auf dem Platz in Ru­he ih­ren Kaf­fee trin­ken, so­wie ei­nem In­ves­tor, der dort bau­en will, oder der vie­len an den Wohn­stra­ßen, die nicht zu­sätz­li­chen Lärm und Ab­ga­se wol­len? Am Ne­u­markt wohnt aber kein Mensch mehr. Die Sper­rungs-Ko­ali­ti­on räumt in­zwi­schen ein, dass es Um­we­ge, Mehr­be­las­tung an­de­rer Stra­ßen und ver­mut­lich mehr Staus, al­so hö­he­re Um­welt­be­las­tun­gen, ge­ben wird. Wie soll­te es auch an­ders sein, wenn man ei­ne wich­ti­ge Ost-West-Ach­se ein­fach dicht­macht? Und plötz­lich spie­len die be­reits zu ho­hen Mess­wer­te kei­ne Rol­le mehr? Wie glaub­wür­dig ist da die Be­mü­hung um de­ren Sen­kung noch? Oder zielt die Sper­rung viel­leicht schon auf den nächs­ten Schritt der Ver­kehrs­ver­hin­de­rung im Na­men der Um­welt? Mir scheint, die Sache hat ,Me­tho­de‘ . Ein un­ideo­lo­gi­scher Rat wür­de im In­ter­es­se von Be­woh­nern, Pend­lern, Hand­wer­kern, Bus­sen, Ta­xi­fah­rern, Lie­fe­ran­ten etc. für ei­ne Ver­flüs­si­gung des Ver­kehrs sor­gen statt für des­sen Be­hin­de­rung.“

Die­ter San­ders Os­na­brück

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