Rock­sän­ger Chris Cor­nell ge­stor­ben

Sound­gar­den-Sän­ger Chris Cor­nell hat sich of­fen­bar im Ho­tel­zim­mer er­hängt – Grun­ge mit­be­grün­det

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite -

NEW YORK. Chris Cor­nell, cha­ris­ma­ti­scher Front­mann der USG­run­ge-Band Sound­gar­den, ist im Al­ter von 52 Jah­ren ge­stor­ben. Der Rock­sän­ger starb nach ei­nem Auf­tritt mit sei­ner al­ten Band in Detroit, wie die Po­li­zei be­stä­tig­te.

Chris Cor­nell galt als Mit­be­grün­der der Grun­ge­Rock-Sze­ne. Mit sei­ner Band Sound­gar­den fei­er­te er welt­weit Er­fol­ge, vor al­lem mit der Hym­ne „Black Ho­le Sun“. Jetzt hat sich der Sän­ger im Al­ter von 52 Jah­ren of­fen­bar das Le­ben ge­nom­men.

LOS AN­GE­LES. Das Kon­zert im Fox Thea­t­re in Detroit ist aus­ver­kauft. Auf Fo­tos, die die Ver­an­stal­ter spä­ter beim Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter ver­öf­fent­li­chen, ist Sound­gar­den-Sän­ger Chris Cor­nell bei dem Auf­tritt am Mitt­woch­abend in vol­lem Ein­satz zu se­hen – er reißt die Hän­de in die Hö­he oder hält ei­nem ju­beln­den Pu­bli­kum das Mi­kro­fon hin. We­ni­ge St­un­den spä­ter ist Cor­nell tot, „plötz­lich und un­er­war­tet“, wie sein Spre­cher sagt.

Die Aut­op­sie ha­be er­ge­ben, dass Cor­nell sich er­hängt ha­be, sag­te der Spre­cher des Lei­chen­be­schau­ers von Way­ne Coun­ty, Ja­mes Mar­ti­nez ges­tern Abend. We­ni­ge St­un­den nach dem Kon­zert alar­mier­te Cor­nells Fa­mi­lie nach An­ga­ben der Po­li­zei den Ret­tungs­dienst. Erst­hel­fer hät­ten Cor­nell re­gungs­los auf­ge­fun­den, sag­te ei­ne Po­li­zei­spre­che­rin. Der cha­ris­ma­ti­sche Rock­sän­ger hin­ter­lässt sei­ne Frau Vi­cky und drei Kin­der.

Mit Sound­gar­den hat­te Cor­nell sei­ne größ­ten Er­fol­ge ge­fei­ert, vor al­lem die Rock­hym­ne „Black Ho­le Sun“. Sei­ne vier Ok­ta­ven um­fas­sen­de Stim­me, die auch durch den Song „You Know My Na­me“aus dem Ja­mes-Bond-Film „Ca­si­no Roya­le“(2006) be­kannt wur­de, be­zeich­ne­te der Sän­ger ein­mal als „kom­pro­miss­los männ­lich“. Nach der vor­läu­fi­gen Auf­lö­sung 1997

hat­te die Band sich vor ei­ni­gen Jah­ren wie­der­ver­eint und plan­te gera­de ein Come­back – samt Tour und neu­em Al­bum.

2001 stieg Cor­nell bei Au­di­o­slave ein – ei­ner Band, die von drei ehe­ma­li­gen Mit­glie­dern von „Ra­ge against the Ma­chi­ne“ge­grün­det wor­den war. Nach drei Al­ben lös­te sich die Su­per­group 2007 wie­der auf. Zwi­schen­durch pro­du­zier­te der in Se­at­tle ge­bo­re­ne

Mu­si­ker ei­ni­ge So­loSchei­ben wie et­wa das von Kri­ti­kern hoch­ge­lob­te „Eu­pho­ria Morning“(1999).

Cor­nell woll­te schon früh Mu­si­ker wer­den. „Kom­me, was wol­le, ich wür­de Mu­si­ker sein“, sag­te er ein­mal in ei­nem In­ter­view. „Ich ha­be mich mit Aus­hilfs­jobs fi­nan­ziert, da­mit ich Mu­sik schrei­ben, in ei­ner Band sein und Kon­zer­te ge­ben konn­te.“Auch die Art der

Mu­sik war ihm früh klar: „Da­mit ich Mu­sik mag, muss sie ent­we­der in die Ein­ge­wei­de ge­hen, mit Wut oder Ag­gres­si­on oder ei­ner an­de­ren Lei­den­schaft der Rock-Mu­sik, oder es muss Me­lan­cho­lie oder Selbst­be­trach­tung ge­ben, ir­gend­was, da­mit man sei­nen ei­ge­nen Schmerz fühlt.“

Schon als Te­enager hat­te Cor­nell nach der Schei­dung sei­ner El­tern mit De­pres­sio­nen

zu kämp­fen, spä­ter kam Al­ko­hol- und Dro­gen­kon­sum hin­zu. Pople­gen­de El­ton John zeig­te sich „scho­ckiert und be­trübt“über Cor­nells Tod und nann­te ihn „ei­nen groß­ar­ti­gen Sän­ger, Song­schrei­ber und den lie­bens­wür­digs­ten Mann“. Led Zep­pe­lin-Gi­tar­rist Jim­my Pa­ge er­klär­te auf Twit­ter: „RIP (Ru­he in Frie­den) Chris Cor­nell. Un­glaub­lich ta­len­tiert.“

Konn­te die Mas­sen be­geis­tern: Chris Cor­nell, hier bei ei­nem Kon­zert im Ja­nu­ar 2017 in Los An­ge­les. Fo­to: AFP

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