Geld­stra­fe für Be­sitz ju­gend­por­no­gra­fi­scher Bil­der

Ge­richt ver­ur­teilt 39-jäh­ri­gen Wes­ter­kap­pel­ner

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Lokalsport/region -

Der Mann, der da im Sit­zungs­saal 23 des Amts­ge­richts Teck­len­burg auf der An­kla­ge­bank ne­ben sei­nem An­walt Platz ge­nom­men hat, ist ein ganz durch­schnitt­li­cher Typ. Er fühlt sich sicht­lich un­wohl, wirkt zer­knirscht.

Kein Wun­der, denn die Staats­an­walt­schaft wirft dem Wes­ter­kap­pel­ner vor, auf sei­nem Smart­pho­ne zwölf Bil­der ge­spei­chert zu ha­ben, auf de­nen Ju­gend­li­che ent­blößt und in ein­deu­tig se­xu­el­len Hand­lun­gen po­sie­ren. Da­für hat das Ge­richt den 39-Jäh­ri­gen am Mitt­woch zu ei­ner Geld­stra­fe von 90 Ta­ges­sät­zen zu je 45 Eu­ro ver­ur­teilt.

Da­mit folg­te der Rich­ter dem An­trag der Staats­an­walt­schaft. Der Be­sitz ju­gend­por­no­gra­fi­scher Bil­der kann laut Straf­ge­setz­buch mit bis zu zwei Jah­ren Frei­heits­ent­zug ge­ahn­det wer­den.

Der An­ge­klag­te hat­te die Tat un­um­wun­den zu­ge­ge­ben,

was als straf­mil­dernd ge­wer­tet wur­de. Auch war er bis­lang noch nicht straf­recht­lich in Er­schei­nung ge­tre­ten.

Den Fall aus Westerkappeln hat­ten Fahn­der der Po­li­zei bei Er­mitt­lun­gen in der kin­der- und ju­gend­por­no­gra­fi­schen Sze­ne auf­ge­deckt. Bei ei­ner Durch­su­chung der Woh­nung des An­ge­klag­ten im Ok­to­ber ver­gan­ge­nen Jah­res be­schlag­nahm­ten die Be­am­ten das Han­dy, auf dem die zwölf Bil­der ge­spei­chert wa­ren.

Das Ge­richt sah es als er­wie­sen an, dass sich der An­ge­klag­te in ei­nem In­ter­ne­tChat­room als Frau aus­ge­ge­ben hat­te, um Kon­tak­te zu knüp­fen und so an die Fo­tos zu ge­lan­gen. Er ha­be sich ak­tiv auf die Su­che ge­macht, stell­te der Rich­ter fest.

Die Staats­an­wäl­tin räum­te ein, dass es sich zwar um ei­nen min­der­schwe­ren Fall han­de­le. Gleich­zei­tig mach­te sie aber deut­lich, dass der Mann durch sein Tun den Han­del mit ju­gend­por­no­gra­fi­schen Fo­tos ge­för­dert ha­be. Des­halb be­an­trag­te sie 90 Ta­ge­sät­ze à 45 Eu­ro. Geld­stra­fen bis zu 90 Ta­ges­sät­zen wer­den nicht ins Füh­rungs­zeug­nis auf­ge­nom­men. Der Ver­ur­teil­te gilt ge­gen­über an­de­ren als den Jus­tiz­be­hör­den als nicht vor­be­straft.

Der Ver­tei­di­ger plä­dier­te mit Blick auf das Ein­kom­men sei­nes Man­dan­ten in Hö­he von 1800 Eu­ro da­für, ei­ne Stra­fe von ma­xi­mal 60 Ta­ges­sät­zen zu ver­hän­gen.

Jus­ti­tia Sym­bol­fo­to: Co­lour­box.de

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